URLAUB IN WESTAFRIKA - GHANA
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Ghana - Urlaub im Land der Schätze
Ghanas Bedeutung als Touristenziel steht noch deutlich hinter Ländern wie Kenia oder Südafrika zurück. Nichtsdestotrotz ist ein Besuch Ghanas hochinteressant. Das westafrikanische Land, in der Kolonialzeit auch als "Goldküste" bekannt, besitzt eine Vielzahl naturlandschaftlicher "Schätze", die es zu entdecken gilt. Ghana ist zudem ein Land von historischer Bedeutung, sogar ein Land mit Vorbildcharakter. Vor Ort wurden die ersten Unabhängigkeitsrufe Afrikas laut. Alls dies hatte ich natürlich schon vor Reisebeginn gehört und war voller Vorfreunde, dieses faszinierende Land auf eigene Faust zu entdecken. Im September (2008) sollte es losgehen.
Mit Kofferpacken und Ticketbuchen allein war es jedoch nicht getan. Da Ghana geographisch in Küstenebene, Tropengebiet, Savanne und im Norden in Steppe einzuteilen ist, galt es zunächst herauszufinden, welche gesundheitlichen Vorkehrungen zu treffen sind. Nach einer reisemedizinischen Beratung war schnell klar, dass ich mich gegen so einige Krankheiten impfen lassen sollte. Eine Gelbfieberimpfung ist für die Einreise sogar vorgeschrieben.
Da ich nicht vor hatte, eine zweiwöchige Pauschalreise zu buchen, sondern drei Monate umher zu reisen und gegebenenfalls auch die Nachbarstaaten zu besuchen, beantragte ich bei der ghanaischen Botschaft in Berlin ein Multiple-Entry Visum. Um andere Kosten einzusparen, entschied ich mich für den Flug mit Emirates und nahm dafür den Umweg über Dubai in Kauf. Düsseldorf-Accra, eine Strecke, die per Direktflug in sieben Stunden zu überwinden ist, wurde für mich so zu einer langen Reise.
Na ja, warum auch nicht. Eine lange Anreise hat ja auch den Vorteil, dass man sich - zumindest gedanklich -auf den klimatischen, farblichen, kulturellen und örtlichen Wechsel besser einstellen kann. So war es auch. Unterwegs lernte ich bereits einige nette Personen kennen, die mir ihre Kontaktdaten gaben, falls ich mal eine Unterkunft oder andere Hilfe benötigte. Dankend nahm ich diese an und freute mich immer mehr auf die Ankunft.
Ankunft in Accra
Um 12Uhr mittags war es auch endlich soweit: Landung in Accra. Ab durch die Passkontrolle, schnell noch meinen Rucksack abholen und raus in die tropische Wärme - ein wunderbares Gefühl. In der Menge von wartenden Menschen erblickte ich ein Schild mit meinem Namen drauf. Offensichtlich wurde ich schon von der Familie eines ghanaischen Freundes erwartet und war hocherfreut über diesen netten Empfang. Auf dem Autorücksitz bewunderte ich die Ereignisse auf den geschäftigen Straßen von Accra, der ghanaischen Hauptstadt. Überall standen Verkäufer jeglicher Altersgruppe mit teilweise nützlichen, aber auch vielen überflüssigen Dingen zwischen den Autos herum, um ein paar Ghana Cedis (ghanaische Währung) zu verdienen.
In der Wohnung meines Gastgebers lernte ich gleich die ganze Familie kennen. Auch wenn Gastfreundlichkeit vielen Gesellschaften zugesprochen wird, meine ghanaischen Gastgeber empfand ich als besonders herzlich. Auch draußen auf den Straßen wurde ich stets freundlich begrüßt. „Welcome Obruni!“ oder „Hey Obruni, how are you?“ lauteten die häufigsten Begrüßungsfloskeln. Den Zusatz „Obruni“, was in der Akansprache Twi „Weiße“ bedeutet, fand ich jedoch recht interessant beziehungsweise gewöhnungsbedürftig. Denn plötzlich spielte meine Hautfarbe eine merkliche Rolle in der Öffentlichkeit. Zwar hatte ich nur in den seltensten Fällen den Eindruck, dass damit etwas Negatives gemeint war, doch gleichzeitig wurde ich der romantischen Vorstellung beraubt, dieser äußerliche Faktor spiele keine Rolle. Das Gegenteil war der Fall: Übersee-Besucher jeglicher Art verbinden zwei Unterschiede zu den (allermeisten) Einheimischen: Ein Leben im Überfluss und eben die andere Hautfarbe - etwas, was mir die ganze Reise über bewusst gemacht werden sollte.
Ich verbrachte etwa drei Wochen in Accra und Unterschiede waren deutlich sichtbar: Teure Autos – schlechte Straßen, wohlhabende Wohnbezirke – Armut überall. Nichtsdestotrotz fühlte ich mich stets sicher, was sich auch bewährte. Doch besonders als Fußgänger sollte man auf den Straßen Accras aufmerksam sein. Der Grund dafür sind die vielen Autos und Tro Tros (Minibusse), die sich durch den Großstadt-Verkehr kämpfen und nur selten an einem Zebrastreifen halt machen.
Zu sagen Accra sei schön, wäre vielleicht gelogen, aber Accra hat Charme. Pulsierende Märkte, auf denen alles zu finden ist – von Kunsthandwerk und Stoffen hin zu Haushaltgeräten und Lebensmitteln -, kleine Verkaufsstände, rufende Tro Tro Fahrer und lecker duftende Garküchen prägen vor allem das Stadtbild. Außerdem gibt es kaum Hochhäuser, dafür aber Palmen und Bananenbäume. Das Beste an Accra für den Urlauber ist aber wahrscheinlich der Strand. Der Labadi Beach ist für viele Einheimische besonders am Sonntag - nach der Messe in der Kirche - ein beliebtes Ausflugsziel. An dem kilometerlangen Sandstrand gibt es mehrere Tavernen, die lokale Gerichte, frischen Fisch, Pommes Frites und andere Snacks sowie Erfrischungsgetränke und Bier anbieten. Hin und wieder kommen auch Straßenmusiker und Artisten an den Strand, um ihre Künste gegen Cedis einzutauschen. Darunter auch viele selbsternannte Künstler und Designer, die Bilder, Schmuck und Textilware verkaufen.
Viele Touristen, denen das Schwimmen im Atlantik zu riskant ist, nutzen auch gerne die Swimmingpools der großen luxuriösen Hotels gegen eine Gebühr von fünf bis zehn Ghana Cedis (ca. 3-6 €).
Zwar besitzt Accra keinen klassischen Stadtkern, doch gemessen an Einkaufs- und Ausgehmöglichkeiten kommt der Stadtteil Osu dem wohl am nächsten. Dort befinden sich verschiedene Restaurants, Kneipen, Tanzlokale, Verkaufsstände und Supermärkte. Doch auch außerhalb von Osu kann man seinen Spaß haben. Es gibt diverse Bars und Tavernen mit tollem Ausblick entlang der Küste. Außerdem trifft man in nahezu allen Vierteln kleine Spots, in denen High-Life- oder Hip-Life-Musik läuft und Club- oder Star-Bier verkauft wird - die im Übrigen sehr lecker schmecken.
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