URLAUB IN NORDSPANIEN - GALICIEN

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Galicien - Spanien mal anders

Die Naturlandschaft ist in Galicien sehr abwechslungsreich. Das gilt auch für die Küste. Foto: Turgalicia

Galicien ist bekannt für den Jakobsweg und die Stadt Santiago de Compostela. Doch diese Region ganz im Nordwesten Spaniens hat nicht nur Pilgern viel zu bieten: Unter Spaniern seit jeher ein Geheimtipp, besticht Galicien durch sein mildes Klima (Herbst und Frühling) und eine abwechslungsreiche Naturlandschaft.

Dabei hat der Urlauber hier gar nicht das Gefühl in Spanien zu sein. Diese Region an der Antlantikküste liegt nämlich weitab von der spanischen Fiesta und dem Stierkampf, denn Galicien konnte sich seinen keltischen Ursprung bewahren. Daher sind die Galicier weniger für ihr spanisches Temperament, sondern eher für ihre etwas nordische Zurückhaltung und den typisch galicischen Dudelsack bekannt.

Die Kelten wurden jedoch im 2. Jahrhundert v. Chr. von den Römern abgelöst, die wiederum die Region auf Grund der vorhandenen Thermalquellen zu schätzen wussten. Und so gilt Galicien immer noch als die absolute Wellness-Region Spaniens.

Die galicische Küche besticht durch Vielfalt - Wein, Fisch und vieles mehr

Pulpostand in Santiago de Compostela

Pulpostand in Santiago. Foto: Hans-Joachim Franzen

Auch Gastronomiefreunde werden in Galicien auf ihren Geschmack kommen. Der einheimische Weißwein ist zwar in Deutschland bisher noch wenig bekannt, gehört aber in Spanien schon lange zu den Top-Weinen. Die bekannten Albarino- und Ribeiro-Weine sollten im Galicien-Urlaub daher unbedingt gekostet werden.

 

Nicht umsonst ist die Jakobsmuschel ein Symbol Galiciens. Denn die Fischerei ist ein sehr wichtiger Bestandteil der galicischen Wirtschaft. Was Fisch und Meeresfrüchte angeht, tut sich in Galicien für Feinschmecker ein wahres Paradies auf. Die Küstenregion beherbergt über 80 Fischarten und seltene Meeresfrüchte, wie zum Beispiel die Entenmuschel.

 

Auch kulturell hat Galicien einiges zu bieten

Die berühmtesten Maisspeicher Galiciens stehen in dem Fischerort Combarro

Die berühmtesten Maisspeicher Galiciens stehen in dem Fischerort Combarro. Foto: Ragah Kamel

Im Kultur-Urlaub steht natürlich meist die Pilgermetropole Santaigo de Compostela im Vordergrund. Doch sollten die vier galicischen Provinzen um die Städte A Coruna, Pontevedra, Ourense und Lugo auf gar keinen Fall vergessen werden.

Die Provinzen beherbergen eine Vielzahl kleinerer Städte, deren gut erhaltene Altstadtkerne viel über die galicische Geschichte verraten: Das Städtchen Ribadavia in der Provinz Ourense ist die Hauptstadt des Ribeiro-Weins, was die Geschichte des Ortes stark prägte.

Ein Zeichen dafür sind die von Säulengängen umsäumten Plätze. Ein Netz mittelalterlicher Gassen führt durch die Altstadt des Ortes. Seit dem Mittelalter war in Ribadavia zudem eine jüdische Gemeinde ansässig, die den Altstadtkern ebenfalls beeinflusst hat.

 

Kultur-Urlaub in Galcien: Auf dem Keltenberg Santa Tegra stehen noch einige Überreste des früheren keltiberischen Castros. Foto: Kamel

Neben der Jakobsmuschel sind auch die Getreide- und Maisspeicher ein typisches Symbol für Galicien. Die schönsten Maisspeicher stehen in dem Fischerort Combarro, der in der Bucht von Pontevedra liegt.

Die Castros, wie die keltische Siedlungen mit ihren Festungsanlagen genannt werden, erzählen wiederum von der keltischen Vergangenheit Galiciens.

Ein Mosaik von Landschaften

Die einheimische Flora wird von Pinien, Eukalyptusbäumen und Azaleensträuchern angeführt. Darüber hinaus, ist die galicische Naturlandschaft sehr vielfältig und grün, was auf den Wasserreichtum der Region zurückgeht. Denn auch im Frühjahr kann das Wetter noch recht unbeständig sein.

Neben einem Küstenstreifen, der insgesamt 772 Strände und eine Gesamtlänge von 1.300 km besitzt, beherbergt die Provinz Lugo die Gebirge Os Ancares und O Courel.

Die Naturlandschaft in Galicien ist nicht nur vielfältig, sondern auch farbenfroh. Foto: Turgalicia

Zum Bergsteigen eignen sich sehr gut die Bergmassive Manzaneda und Pena in der Provinz Ourense. Darüber hinaus gibt es in den galicischen Gebirgen wilde Pferde, was ein deutliches Zeichen dafür ist, wie stark die Naturlandschaft in Galicien bewahrt werden konnte. Einmal im Jahr findet ein altes Ritual statt, bei dem die Pferde von jungen Männern ins Tal getrieben werden. Dort werden die Mähnen der Tiere in einem Pferch gestutzt und sie erhalten ein Brandzeichen, das meist alte keltische Symbolik aufweist.

Charakteristisch für die galicische Küste sind die Rias, eine Mischung aus Meeresarm und Flussmündung. Aber auch die Küstenlandschaft ist in Galicien nicht einheitlich. Hier wechseln sich atlantische Steilküsten, Strände, Seen und Dünengebiete ab.

 

Text: Ragah Kamel


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