ITALIEN - URLAUB IN UMBRIEN
Suchen und buchen - Aktuelle Angebote Umbrien
Foligno - Urlaub im antiken Fulginea
Das antike Fulginea liegt in der Ebene an der Mündung der Flüsse Topino und Menotre. Die frühe umbrische Siedlung fiel nach der Schlacht bei Sentinum (295 v.Chr) unter römische Herrschaft. In der Folge wurde sie zunächst Munizipium, also Sitz der Präfektur, und schließlich Statio prineipalis für den kaiserlichen Verkehr auf der Via Flaminin.
Im Lauf der Jahrhunderte hatte die Stadt ein bewegtes Schicksal: Nachdem sie von Sarazenen und Magyaren-Stämmen zerstört worden war, blühte sie erst unter Friedrich I. "Barbarossa" wieder auf, wurde vergrößert und zur freien Stadtrepublik ernannt, die dann zu Beginn des 13. Jahrhunderts dem Kirchenstaat zufiel.
Zur Zeit Kaiser Friedrich II. besetzte der Condottiere Guiscardo die Stadt und machte sie zu einem Bollwerk der Ghibellinen in Umbrien, deren Vorherrschaft bis 1310 dauerte. Danach setzte sich die guelfische Signoria der Familie Trinci durch, mit deren Namen sich die eigentliche Blütezeit Folignos verbindet. 1439 fand die Signoria der Trinci ein gewaltsames Ende, und die Stadt fiel wieder der Kirche zu, unter deren Herrschaft sie, mit Ausnahme der napoleonischen Zeit, bis 1860 blieb, um dann dem Königreich Italien angeschlossen zu werden.
Ein Rundgang durch die Altstadt ist lohnenswert: Architektur und Kunstwerke aus vielen Jahrhunderten erwarten den Besucher.
Vom Bahnhof aus ereicht man die Porta Romana. Hier steht vor einer Reihe von Steineichen die statua marmorea, die den bedeutensten Maler Folignos Nicolo di Liberatore, genannt Alunno (1430-1502), darstellt. Anschließend ist auf dem Corso Cavour der historische Bau Ospedale Vecchio zu sehen, in dem heute die Gemeindeverwaltung untergebracht ist. Der aus elf Arkaden bestehende Portikus kennzeichnet die elegante Renaissancearchitektur des Gebäudes (1517); unmittelbar gegenüber Palazzo Cantagalli aus dem 16. Jahrhundert.
Und noch ein kleines Stück weiter die Fassade des Teatro Piermarini ehemals Teatro Apollo, das 1827 eingeweiht und am 16. Mai 1944 bei einem Luftangriff zerstört worden war. Die Fassade zeigt drei schöne Fenster mit geschnitzten Holzrahmen aus dem 16. Jahrhundert. Weitere sehenswerte Gebäude des Corso sind die Paläste Morotti aus dem 17.Jahrhundert und Jacobilli Roncalli aus dem 16. Jahrhundert.
Die Via dei Monasteri verdankt ihren Namen den sechs Klöstern, die sich hier noch bis Mitte des vergangenen Jahrhunderts befanden. Heute existiert jedoch nur noch das Monasteri dei SS. Anna e Antonio.
In der Klosterkirche wurde über zwei Jahrhunderte (von 1565 bis 1797) das berühmte Bild der Madonna di Foligno von Raffael (1512) aufbewahrt. Nachdem es von den Franzosen nach Frankreich gebracht worden war, ging das Gemälde nach seiner Rückkehr nach Italien in den Besitz der Vatikanischen Museen über. Das Kloster ist gut erhalten und beherbergt bemerkenswerte Kunstschätze.
Die Straße Via Umberto I. mündet in der Porta San Felicianetto, ehemals Porta della Croce (14.-I8. Jahrhundert). In der Via Nicolo Alunno befindet sich das Kloster Monastero di suore clarisse, dessen Fassade zwei Spitzbogenportale aus dem 14. Jahrhundert schmücken.
Auf der Piazza Garibaldi befinden sich die Kirchen S. Agostino aus dem 1 8. Jahrhundert mit einer Ziegelsteinfassade und vier großartigen korinthischen Säulen und die Kirche S. Salvatore aus dem 10.-12. Jahrhundert, deren rotweiß gestreifte Fassade drei Spitzbogenportale aus dem 14. Jahrhundert zieren. In den Innenräumen beider Kirchen befinden sich Fresken und Gemälde verschiedener Epochen.
Hinter der Kirche S. Salvatore steht der Palazzo Bartocci, ein Bauwerk des 5. Jahrhunderts mit eleganten zweibogigen Fenstern. Auf der nahegelegen Piazza Ciacomini ist die Bibliothek Jacobili zu finden, in der wertvolle Werke über die Zivil- und die Kirchengeschichte Umbriens aufbewahrt werden.
In der Via Garibaldi liegt an der Einmündung zu Via Umberto I. die Kirche Chiesa del Suffragio aus dem 18. Jahrhundert, die im Grundriß des griechischen Kreuzes erbaut ist und deren Fassade sich im ionischen Stil präsentiert; gegenüber der Kirche Palazzo Giusti-Orfini aus dem 17.Jahrhundert, dessen große Säale mit Gemälden biblischen und mythologischen Inhalts dekoriert sind: seitlich ein Gebäude aus dem 14. Jahrhundert mit einer Fassade aus behauenem Stein und zwei großen Spitzbögen.
Das Oratorio della Nunziatella gegen Ende des 15. Jahrhunderts im Auftrag der Komune erbaut, gilt als typisches Renaissanceoratoriurn. Es ist reich an Malereien verschiedener Epochen. Bemerkenswert ist hier vor allem ein Fresko aus dem Jahre 1497 (oder 1507) des berühmten Malers Pietro Vannucci, das die Taufe Jesu darstellt.
Auf der Piazza della Repubblica ist der Dom mit seinem Anbau Palazzo delle Canoniche zu besichtigen. Der Dom ist dem Schutzheiligen der Stadt San Feliciano gewidmet. Seine gegenwärtige Form, die das Resultat zahlreicher, im Laufe der Jahrhunderte vorgenommener Veränderungen ist, geht ursprünglich auf den Architekten Giuseppe Piermarini (1734-1808) aus Foligno zurück, der wiederum auf einen älteren Entwurf des Vanvitelli aufbaut. Die Seitenfassade, 1201 erbaut, im 15. Jahrhundert erweitert und 1904 restauriert, lässt noch deutlich den romanischen Stil erkennen. Die Hauptfassade wurde 1133 erbaut und 1904 restauriert. Im klassizistischen Innenraum können Gemälde aus dem 18. und 19. Jahrhundert, eine silberne Statue des Stadtheiligen, ein Tafelbild des Alunno, zwei Büsten von Bernini, ein Barockbaldachin, der dem Baldachin im Petersdom nachempfunden ist, und die sehr alte Krypta besichtigt werden.
Der Palazzo Comunale wurde in verschiedenen Phasen erbaut und erfuhr vor allem im 16. und 17. Jahrhundert zahlreiche Veränderung. Zwischen 1835 und 1838 erhielt die Fassade im Zuge notwendiger Renovierungsarbeiten ihr heutiges Aussehen. Der Glockenturm stammt aus dem 14. Jahrhundert.
Im Palazzo Orfini, einem besonders schönen Beispiel der anmutigen Renaissancearchitektur, wurde die erste gedruckte Ausgabe der Göttlichen Komödie (11. April 1472) hergestellt.
Der Palazzo del Podesta zeigt typische Elemente der Architektur des ausklingenden 15. Jahrhunderts. Palazzo Trinci, der herrliche Wohnsitz des Adelsgeschlechts der Trinci, wurde von Ugolino Trinci, der Foligno von 1389 bis 1407 regierte, auf den Mauern eines mittelalterlichen Hauses erbaut. Die Fassade ist im Gegensatz zum Innenraum zwischen 1841 und 1847 angehoben worden. Der große Innenhof ist von einem Laubengang gerahmt. In den Innenräumen befinden sich bemerkenswerte Fresken aus dem 15. Jahrhundert, deren Autoren zum Teil namentlich nicht bekannt sind. So ist z.B. in einem Bogengang die Gründungsgeschichte der Stadt Rom, zum Teil nur in Form von Sinopien, dargestellt. Weitere Fresken sind in den Sälen Sala dele Arti Liberali, Sala dei Pianeti e della Vita Umana und Sala dei Imperatori e dei Giganti zu sehen. In einem Gang sind auf der linken Seite berühmte Persönlichkeiten der römischen Geschichte abgebildet und auf der rechten Seite eine allegorische Darstellung der sieben Alter des Menschen. Die kleine Kapelle wurde 1424 von Ottavio Nelli mit Szenen aus dem Leben Mariens ausgemalt. Palazzo Trinci ist nach wie vor Sitz der wichtigsten kulturellenEinrichtungen der Stadt wie Bibliothek, Pinakothek, Museum und Staatsarchiv.
Die Pinakothek beherbergt Fresken und Gemälde der Schule Folignos, unter anderem der Mater Alunno, Lattanzio und Mezzastris, der Umbrischen und Senesischen Schule und anderer Schulen des 14., 15., 16., 17., 18. und 19. Jahrhunderts.
Das Bild der Piazza S. Domenico wird durch die Kirche S. Maria Infraportas, eine der ältesten Kirchen der Stadt, geprägt. Im dreischiffigen Innenraum befinden sich die zum Teil nur noch bruchstückhaft erhaltenen Fresken der Maler Nelli, Ugolino di Gisberti, Alunno und Mezzastris aus dem 15. und 16. Jahrhundert. In der Capella dell'Assunta aus dem 7. oder 8. Jahrhundert, dem ältesten Teil der Kirche, haben die Apostel Petrus und Paulus, laut Überlieferung, die Hl. Messe gefeiert. Neben der Kirche erhebt sich ein romanischer Glockenturm. Die Fassade der ehemaligen Kirche S. Domenico, heute Auditorium, wurde 1251 erbaut.
Der Rundgang durch die Stadt endet mit einem Spaziergang durch den Stadtpark, in dem die sogenannten Canape zu sehen sind. Es handelt sich hierbei um in den Stein der Stadtmauer gehauene Sitzgelegenheiten, die mit römischen Ziffern nummeriert sind, und die 1777 im Auftrag einiger wohlhabender Familien Folignos hergestellt worden waren.


