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Forschungsreisen - Reisen (meist) im Dienste der Wissenschaft
Als "Forschungsreisen" bezeichnet man laut Wikipedia "Reise(n), die ein Wissenschaftler zur Erlangung von Erkenntnissen auf seinem Fachgebiet unternimmt". Dabei geht es oft nur darum, in anderen Städten angesiedelte Fachbibliotheken oder Archive aufzusuchen. Häufig dienen Forschungsreisen aber auch dem direkten Studium des Objekts wissenschaftlicher Begierde, "etwa von Ausgrabungen, Baudenkmälern, Gesteinsformationen oder fremden Tier- und Pflanzenarten." (Wikipedia).
Eine oft folgenreiche und spektakuläre Form von Forschungsreisen sind die "Expeditionen" (eigentlich eine Mischform aus Entdeckungs- und Forschungsreise). Expeditionen führen meist in fremde und entlegene Gebiete und sind mit hohem finanziellen Aufwand verbunden. Eine aufwendige Vorbereitung und eine ausreichende, angemessene und funktionierende Ausrüstung sind unabdingbar.
Die vielleicht bekannteste Expedition in der Geschichte führte zur "Entdeckung" Amerikas durch Christoph Columbus. Heute spielt man auf dem damals "entdeckten" Kontinent mit dem Gedanken, eine Forschungsreise der Superlative durchzuführen: die Marsexpedition.
Historische Forschungsreisen
In der Geschichte spielten Forschungsreisen bzw. Expeditionen oft eine zwiespältige Rolle. Gelehrte und Forscher, die im 19. Jahrhundert in Übersee kartographische, geologische oder anthropologische Studien durchführten, waren oft direkt in die Expansionsziele europäischer Kolonialmächte eingebunden. Ein weiters Beispiel sind die "Forschungsreisen" christlicher Organisationen seit dem 16. Jahrhundert, die nicht zuletzt der "Missionierung" von "Heiden" in Amerika, China, Indien oder Afrika dienten.
Das letzte Beispiel weist auch darauf hin, dass Forschungsreisen nie die ausschließliche Domäne etablierter Wissenschaftler mit Lehrstuhl an einer Universität waren. Schließlich stand es seit Beginn der Aufklärung prinzipiell jedem frei, die Welt zu erforschen.
Nicht wenige Forschungsreisen bzw. Expeditionen wurden daher von gutbetuchten (oder mit finanzkräftigen Gönnern ausgestatteten) wissenschaftlichen Außenseitern oder Abenteurern durchgeführt. Derartige Persönlichkeiten mit Hang zu spektakulären Forschungsreisen präsentierten nach ihrer Rückkehr neben wertvollen wissenschaftlichen Erkenntnissen oft allerlei kuriose und exzentrische Theorien.
Forschungsreisen - wer darf sonst noch mitmachen?
Auch Teile des akademischen Nachwuchses sind seit jeher in Forschungsreisen eingebunden. Man denke etwa an Studenten der Geographie und Geologie, die in höheren Semestern an "Exkursionen" teilnehmen, die durchaus auch Forschungstätigkeit beinhalten
Schülergruppen begeben sich manchmal auf kleinere Forschungsreisen, um auf regionaler Ebene "historische Spurensuche" zu betreiben (z. B. zur Erforschung der Lebenswege regionaler Persönlichkeiten oder des Schicksals der örtlichen jüdischen Gemeinde).
Auf dem Feld der Ökologie schließlich spielen u. a. Forschungsreisen zum Studium bedrohter Tierarten und ihrer Lebenweise (z. B. von Walen und Delfinen) eine gewisse Rolle. Manchen Instituten oder NGO's sind dabei auch "engagierte" junge Leute und Erwachsene als Begleiter willkommen.

