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Europäische Erlebnistour durch vier Städte und drei Länder

von Petra Sparrer


Die Porta Nigra in Trier

Die Porta Nigra in Trier. Fotos: Petra Sparrer

Moselweine, französische Küche, jede Menge europäische Geschichte und Kultur, französisches Savoir Vivre und Herzlichkeit auf Lëtzebuergisch. Das alles kann man sogar an einem Wochenende oder in nur vier Tagen in Rekordzeit in sich aufsaugen, denn die vier Städte Trier, Saarbrücken, Metz und Luxemburg liegen mit dem Auto jeweils nur eine Stunde voneinander entfernt. Und neben ihren berühmten historischen Sehenswürdigkeiten gibt es hier jede Menge Neues zu entdecken.

Trier

Erste Station ist die Römerstadt Trier mit der Porta Nigra, ihrem Wahrzeichen, dem besterhaltenen römischen Stadttor nördlich der Alpen. Die Römer errichteten es ca. 180 n. Chr. aus bis zu sechs Tonnen schweren Sandsteinquadern. Verbunden sind sie nur mit Eisenklammern - Mörtel fand keine Verwendung. Wie es in der Römerzeit hier zuging, veranschaulichen Trierer Theaterschauspieler regelmäßig, stimmgewaltig und überzeugend bei Erlebnisführungen. An der Porta Nigra können Besucher z.B. einen römischen Zenturio treffen.

Brunnen in Trier

Brunnen in Trier


Trier, das zweite Rom, war zur Römerzeit eine sehr reiche Stadt. Sie hatte ein Amphitheater für 20.000 Zuschauer, in dem heute die Antikenfestspiele stattfinden. Hier kann man dem Gladiator Valerius in die Kellergänge und über das Gelände folgen und sich in die Zeit der spektakulären Gladiatorenkämpfe zurückversetzen lassen. Tribun Mallobaudus wiederum führt Besucher durch die Kaiserthermen, die zu den größten und schönsten Bädern des römischen Reichs zählten.

Genießen im zweiten Rom

„Konstantin der Große"

„Konstantin der Große"

Überall in Trier fallen derzeit die modernen Skulpturen weißer Füße auf. Sie erinnern an den römischen Kaiser Konstantin, den Gründer Konstantinopels, eifrigen Verfechter des Christentums, Kunstliebhaber und Vorbild Karls des Großen. Ihm ist der offizielle Beitrag des Landes Rheinland-Pfalz zur Europäischen Kulturhauptstadt 2007, Luxemburg und Großregion, gewidmet: die kulturhistorische Ausstellung „Konstantin der Große", ein Besuchermagnet. Wer die drei Orte der Ausstellung, das Rheinische Landesmuseum, das Bischöfliche Diözesanmuseum und das Stadtmuseum Simeonsstift besuchen möchte (Kombiticket 12 Euro) und Trier noch gar nicht kennt, wird sich ein wenig mehr Zeit nehmen müssen.


Liebfrauenkirche in Trier

Liebfrauenkirche in Trier

Imposant ist auch der Besuch der Basilika. Sie ist der Thronsaal Kaiser Konstantins und ihre Ausmaße sind Ausdruck seiner Größe: 27,2 m breit, 33 m hoch und 67 m lang - mit der vorgelagerten Eingangshalle sogar 75 m! Zur Römerzeit unterstrichen ein beheizbarer Marmorfußboden, Mosaike und Statuen ihre Pracht. Im 5. Jahrhundert zerstörten die Franken sie und bauten eine ganze Siedlung in die nun dachlose Ruine. Die heutige protestantische Kirche kann man nur im Sommer besuchen, ohne zu frieren. Konstantins Palast, einst in Triers Zentrum, wurde - nach dem letzten Aufenthalt des Kaisers in Trier 328/29 - durch die größte christliche Kirche der Antike überbaut. Sie bedeckte die gesamte Fläche des heutigen Doms, der Liebfrauenfrauenkirche und des Domfreihofs und erstreckte sich fast bis zum Hauptmarkt.


Römisches Essen in Trier

Römisches Essen in Trier

Am Domfreihof lädt auch das Restaurant „Zum Domstein“ zu einer Zeitreise ein. Die Inhaber haben alte römische Rezepte aus einem Kochbuch des Marcus Gavius Apicius (ca. 30 n.Chr.) übersetzt und aufgearbeitet, die hier so gut wie originalgetreu nachgekocht werden. So bekommt man z.B. Mulsum, Wein mit Honig, den Aperitif der Römer, lukanische Würstchen und eine recht große Auswahl an teilweise mit Heilkräutern zubereitete, scharf-süße Gerichte.


Vielleicht gewöhnungsbedürftig, aber ein Erlebnis für den Gaumen. Und auch eine Weinprobe oder ein Winzermahl bei einem der Trierer Winzer, z.B. auf dem Weingut der Familie Von Nell ist durchaus verlockend. Oder man deckt sich hier mit dem hausgemachten Sekt ein.


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