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Metz - glamourös ins dritte Jahrtausend

In Metz steht die älteste Oper in Frankreich

In Metz steht die älteste Oper in Frankreich. Fotos: Petra Sparrer


Metz gibt sich gern glanzvoll und daher sind die eindrucksvollsten Gebäude hier nachts stimmungsvoll beleuchtet. Einstimmen kann man sich auch kulinarisch, z.B. mit einer Quiche Lorraine oder einem Mirabellensorbet. Vielleicht kommt man dann zum Mirabellenfest noch mal hierher. Architektonisch überstrahlt die gotische Kathedrale Saint-Etienne die Stadt, der Stefansdom, erbaut zwischen 1220 und 1538. Das Kirchenschiff ist 42 m hoch und durch 6500 Quadratmeter Buntglasfenster besonders hell. Marc Chagall lebte drei Jahre in Metz und verwirklichte sich bei der Fenstergestaltung und auch andere Künstler wie Hermann von Münster, Theobald von Lixheim und Valentin Bousch wirkten hier.


Ein kulturelles Abendprogramm in Metz ist mit etwas Vorplanung ebenfalls höchst attraktiv: Das Opera-Théâtre ist eines der ältesten Theaterhäuser Frankreichs. Das Schauspiel- und Konzerthaus Arsenal, von Ricardo BOFILL entworfen und von Mstislav Rostropovitch 1989 eingeweiht, hat eine hervorragende Akustik.


Metz: Centre Pompidou

Metz: Centre Pompidou

Metz ist 3000 Jahre alt, hat jedoch den Blick in die Zukunft gerichtet: Ab dem 10. Juni 2007 ist die Stadt an die Hochgeschwindigkeitsstrecke TGV-Ost angebunden. Dann beträgt die Fahrzeit nach Frankfurt: 2,5 Std. und nach Paris 1 Std. 22 Minuten. Ein weiterer Impuls für die Stadtentwicklung ist die 2008 geplante Eröffnung des Centre Pompidou Metz, bisher noch eine Baugrube. In dem spektakulären Bauwerk, dessen Dach an das Münchener Olympiastadion erinnert, werden Werke aus Besitz des Pariser Centre Pompidou (www.centrepompidou-metz.com) ausgestellt. Ab 2009 soll in unmittelbarer Nähe ein neues Viertel geschaffen sein: das Quartier de l´Amphithéâtre, 25 ha Wohn-, Büro- und Ladenfläche mit Grünanlagen und Parkplätzen. Das Gebiet Metz-Technopôle mit Unternehmen und Forschungseinrichtungen soll künftig um weitere 70 ha erweitert werden.


Metz

Metz

Bereits jetzt sehenswert sind der Bahnhof und das wilhelminische Viertel Quartier Impérial. Für beide zusammen hat Metz eine Bewerbung als Weltkulturerbe bei der Unesco eingereicht. Der zweigeschossige Bahnhof ist 300 m lang und heute sicher Geschmackssache, aber auf alle Fälle interessant.


Die Deutschen, die Metz von 1871 bis 1918 besetzten, errichteten ihn von 1903 bis 1908 unter Wilhelm II. und im Grunde wäre er schon zu dieser Zeit TGV-tauglich gewesen. Ziel für den Bau war allerdings damals, in 24 Std. 750 000 Pferde und Soldaten transportieren zu können. Über 150 m Länge realisierte man 15 Gleise mit höher gelegenen Bahnsteigen für Pferde und tiefer gelegenen für Soldaten. Zwei versetzt liegende Flügel waren früher Aus- und Eingang, denn die in den Krieg ziehenden Soldaten sollten den rückkehrenden Verletzen nicht begegnen.


Metz vor der Markthalle

Metz vor der Markthalle

Die bildhauerischen Arbeiten veranschaulichen die Expansionspolitik Wilhelms II., der nicht zuletzt geistliche und weltliche Mächte miteinander verbinden wollte. So stellt das Abfahrtsportal eine Kirche mit Turmuhr dar und das Ankunftsportal einen mittelalterlichen Palast. Amüsant und grundsätzlich sind auch die symbolischen Darstellungen vor den Wartesälen: Ein Teller mit Wurst und ein Humpen Bier kennzeichnen die zweite Klasse, Geflügel und Wein die erste.


Einen Spaziergang entlang der prächtigen Häuser an der Avenue Foch sollte man sich nicht entgehen lassen, aber dann geht es weiter nach Luxemburg.

 

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