KANARISCHE INSELN - URLAUB AUF EL HIERRO

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Ankunft auf El Hierro - von Eidechsen, einfachem Leben und Wanderwegen (Tag 3)

Lagarto Gigante de El Hierro in der Aufzuchtstation

Lagarto Gigante de El Hierro. Fotos: Hans-Joachim Franzen

Am nächsten Tag machten wir uns zeitig auf zum kleinen Inselflughafen. Von La Gomera flogen wir nach Teneriffa-Nord und von dort weiter nach El Hierro. So konnten wir bereits am späten Vormittag einen ersten Eindruck von der Insel gewinnen. Schon auf La Gomera waren recht wenige Autos unterwegs, aber auf El Hierro hatten wir die Straßen über weite Strecken für uns alleine.

 

Die Landschaft war in der Nähe des kleinen Flughafens zunächst sehr karg, wurde nach Norden hin aber etwas grüner und fruchtbarer. Die Besiedelung hielt sich in Grenzen, Häuschen am Wegesrand, Gärten, Felder, zwischendurch eine Werkstatt, ein Restaurant oder ein kleines Geschäft. Selbst in der Inselhauptstadt Valverde war noch viel Raum zum Atmen, Schauen und Riechen. Überhaupt ist die klare Luft allein schon ein ausreichender Grund für einen ausgedehnten Inselbesuch.

 

Im Freilichtmuseum Ecomuseo de Guinea im Golfotal

Im Freilichtmuseum Ecomuseo de Guinea im Golfotal

Erstes Besichtigungsziel war das Ecomuseo de Guinea im Golfotal. Das Golfotal gehört zur Gemeinde La Frontera. In der zum Museum gehörenden Aufzuchtstation für Eidechsen wurden wir ausgiebig über Rieseneidechsen informiert. Die bis über 75 Zentimeter lange Eidechsenart Lagarto Gigante de El Hierro galt als ausgestorben. Im Jahr 1975 entdeckte ein Ziegenhirte aber einige Exemplare in den schroffen Felswänden ganz in der Nähe.

 

Die Tiere sind Allesfresser, in der Jugend aber meist reine Insektenfresser. Erwachsene Tiere ernähren sich meist von Flechten, Gräsern, Blättern und Samen, nur gelegentlich fressen sie auch Heuschrecken, Käfer, Bienen, Fliegen und Wanzen.

 

In der Eidechsenaufzuchtstation vermehren sie sich gut. Sie legen zweimal im Jahr zwischen sechs und vierzehn Eier. Die Jungtiere können nach sechs Monaten bereits eine Länge von 25 Zentimetern erreichen. Geschlechtsreif werden sie nach zwei bis drei Jahren.

 

Wanderweg auf El Hierro

Wanderweg auf El Hierro

Der zweite Bereich ist eine Art Freilichtmuseum, eine Sammlung von Häusern, Hütten, teilweise sogar Höhlen. Die Behausungen sind ein Teil der Landschaft, von weitem fast unsichtbar. Was in früheren Zeiten sicherlich eine gute Tarnung und ein guter Schutz vor Freibeutern und Eroberern war.

 

Die Lavafelder, die karge Vegetation, die steilen Felswände und die frische Meeresluft versetzen den Besucher in eine entrückte, unwirkliche Stimmung. Die Einsamkeit drückt angenehm aufs Gemüt, animiert zum Träumen. Träume von alten Zeiten in denen der Mensch noch im Einklang mit der Natur lebte, der Natur das Lebensnotwenige mühsam abtrotze und trotzdem nicht darben musste.

 

Muscheln, Schnecken und Fische aus dem Meer, Ziegenmilch und -käse, Honig, das Mehl bestimmter Wurzeln und Nüsse bildeten die Ernährungsgrundlage der Bimbaches, der Ureinwohner El Hierros.

 

Das kleinste Hotel der Welt

Das kleinste Hotel der Welt

Nach der Eroberung durch die Spanier und der Ansiedlung von Bauern vom spanischen Festland kamen noch verschiedene Gemüse- und Getreidearten hinzu.

 

Vor Ort probierten wir einige Spezialitäten, wie den leicht geräucherten Queso Herreno, Käsecreme, Bauernbrot, Kuchen und einige trockene und halbtrockene Weine. Ein kleiner Abstecher führte uns anschließend zum kleinsten Hotel der Welt, einem Hotel mit drei Zimmern und einem Restaurant. Es liegt auf einer Klippe im Nordteil der Insel, fast von allen Seiten von der rauen Atlantikbrandung umgeben.

 

Anschließend fuhren wir noch rauf ins Gebirge um eine kleine Wanderung zu unternehmen. Die Wanderung durch den erstaunlich mitteleuropäisch anmutenden Mischwald zog sich bis in die Dunkelheit hin. Der Weg war sehr abwechslungsreich, der Boden federte weich nach und machte das Laufen zum Vergnügen.

 

Den Abend beendeten wir mit einem leckeren Essen im Restaurante Mirador de la Peña. Von hier hat man tagsüber einen tollen Ausblick über das Golfotal.


Im Ecomuseo de Guinea

Im Ecomuseo de Guinea

Wein und Kuchen
Wein und Kuchen
Hotel del Balneario in Sabinosa
Hotel del Balneario in Sabinosa


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