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Urlaubszeit = Einbruchszeit? Nicht bei mir!
Die Rückkehr aus dem Urlaub ist ein Schock. Während sich die Familie am Mittelmeer erholte, machten sich Einbrecher im Haus zu schaffen. Die Terrassentür stellte für sie kein großes Hindernis dar. Ein überfüllter Briefkasten signalisierte den Langfingern Abwesenheit. Neben dem neuen Fernseher und dem Laptop verschwanden Erinnerungsstücke, die keine Versicherung ersetzen kann. Das verwüstete Zimmer wird die Familie nie vergessen. An vieles hat sie gedacht, aber offensichtlich nicht an den notwendigen Einbruchschutz.
Alle zwei Minuten wird in Deutschland eingebrochen. Fast 90 Prozent der Einbrüche in Deutschlands Wohnungen und Büros finden bei Abwesenheit der Bewohner statt. Da bietet die Urlaubssaison gute Voraussetzungen. So zeigt der leichte Anstieg der Wohnungseinbruchskriminalität im vergangenen Jahr auf mehr als 124.000 Fälle, dass Einbrecher selten Urlaub machen. Doch bislang können nur weniger als ein Viertel (2004: 19,5%) der Einbrüche erfolgreich aufgeklärt werden. Das verletzte Sicherheitsgefühl macht vielen Opfern schwerer zu schaffen als der entstandene materielle Schaden. Deshalb haben die Verbände der Sicherheitswirtschaft gemeinsam mit der Polizei die Initiative für aktiven Einbruchschutz "Nicht bei mir" ins Leben gerufen.
Plattform für Einbruchschutz
"Wer einbrechen will, schafft das auch" - das ist ein unzutreffender Mythos. Haus- und Wohnungseinbrecher sind häufig Gelegenheitstäter, die sich durch gute mechanische und elektronische Sicherungen abschrecken lassen.
Das sekundenschnelle Öffnen einer Terrassentür mit einem Schraubenzieher kann man mit einfachen Mitteln verhindern. Schon in über 36 Prozent der Fälle kamen Einbrecher 2004 nicht über den Versuch eines Einbruchs hinaus. Einer Studie des Bayerischern Landeskriminalamtes zufolge, konnten gut zwei Drittel der untersuchten Einbrüche durch mechanische und ein knappes Drittel durch Einbruchmeldeanlagen verhindert werden. "Wo Sicherheitsmaßnahmen stattfinden, zeigen sie ihre Wirkung", bestätigt auch Bundesinnenminister Otto Schily. Ob das richtige Sicherheitsschloss, verschließbare Fenstergriffe oder eine bedarfsgerechte Alarmanlage: Bürger und Gewerbetreibende können sich auf der Website www.nicht-bei-mir.de über die Schwachstellen von Wohnungen, Häusern und Büros sowie über geeignete Schutzmaßnahmen informieren. Geprüfte Technik und fachgerechte Montage sind ebenso unerlässlich. Hierzu bieten die Internetseiten der Initiative eine Datenbank mit qualifizierten Fachpartnern und den Zugang zu den polizeilichen Beratungsstellen.
Nachbarn als Helfer
Indem Nachbarn oder Bekannte den Briefkasten leeren, Rollläden erst bei Nacht herablassen und in unregelmäßigen Abständen die Räume beleuchten, leisten sie aktiven Einbruchschutz für die verreiste Familie. Gartenmöbel, Mülltonnen oder Leitern erleichtern Eindringlingen den Zugang zu Obergeschossen oder Balkonen und sollten deshalb vor Urlaubsantritt eingeschlossen werden. So lässt sich mit geschütztem Eigentum und helfenden Nachbarn der Urlaub entspannt genießen


