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Das Ebrodelta in Südkatalonien

Blick über das Ebrodelta

Blick über das Ebrodelta. Foto: Berit Böhme

Der Ebro ist der zweitlängste Fluss Spaniens und fließt im Süden Kataloniens ins Mittelmeer. Sein 320 Quadratkilometer großes Mündungsgebiet umfasst Marschland, Sümpfe, Sanddünen, Strände und Lagunen. Rund ein Viertel des in der Provinz Tarragona liegenden Deltas gehört zum 1984 gegründeten „Parc Natural del Delta de l'Ebre“. Der Park zählt zu den bedeutendsten europäischen Brut- und Rastgebieten für Vögel.

Im Ebrodelta selber gibt es vergleichsweise wenige Hotels, Ferienhäuser und Campingplätze. Die meisten (Tages-) Besucher kommen aus den umliegenden Küstenorten der Costa Daurada oder der Costa Blanca.

 

Per Drahtesel durch den Naturpark

Der Naturpark umfasst neun Schutzgebiete. Das kleinste ist das 54 Hektar große „Les Olles“ nahe der Stadt Ampolla. Les Olles' Herzstück ist eine Lagune, eingefasst von Sandstrand, Dünen, Reisfeldern und einer Meeresbucht. Bestes Vehikel für eine naturkundliche Entdeckungstour ist das Fahrrad. Sandwege schlängeln sich zwischen Kanälen und Feldern hindurch. Aussichtstürme ermöglichen eine gute Vogelbeobachtung – sofern das wuchernde Schilf nicht jede Sicht versperrt. Das Stutzen der Vegetation rund um die Türme ist umstritten. Aber zugewucherte Beobachtungsplattformen sind nutzlos und verführen dazu, sich „illegal“ an sensiblen Parkorten an die Vögel heranzumachen.

 

Flamingos und Rohrdommeln

Fischerhütte am Ebro

Fischerhütte am Ebro

Wer einen der Aussichtsposten bezieht, sollte viel Geduld und ein Fernglas mitbringen. Belohnt wird das Ausharren mit dem Anblick von Flamingos, Zwergrohrdommeln oder Zwergseeschwalben. Auch der wie eine Dreigangschaltung klingende Gesang des Schwirls dringt aus dem Schilf. In der Wintersaison suchen zudem Bekassinen, die Silbermöwen oder Rohrweihen in Les Olles Unterschlupf. Pflanzenfreunde erspähen in dem Gebiet Meersenf, Meerlilien und Rohrkolben. Watvögel tapsen auf Futtersuche gemächlich umher. Zwischendurch legen sie gerne mal ein Päuschen auf einem der vertäuten Boote ein. Getrübt wird der Anblick des Naturschutzgebietes durch Unrat. Flaschen und Verpackungen treiben im Wasser oder liegen an den Ufern. Laut Einheimischen stammt der Abfall vor allem aus dem Mittelmeer und wird ins Ebrodelta gespült.

 

 

 

Muschelbänke

Muschelfischer

Muschelfischer

Die Muschelzucht ist am Ebro ein wichtiger Wirtschaftszweig. Muschelsammler bewegen sich auf ihrer Suche nach den Schalentieren gebeugt durch das Brackwasser. Oder ernten die Schalentiere an den 70 künstlich angelegten Muchelbänken in der Bucht vor Les Olles. Die Ernte bringen die Fischer zum nahe Les Olles gelegenen Hafen. Beim Anladen lassen sich einige Fischer gerne über die Schulter schauen, manchmal ist sogar eine Kostprobe drin. Nach der Radtour laden die sanfte Brandung und der weiße Sand am Strand bei Les Olles zum Entspannen ein.

 

Vogelkundliche Radtouren bietet „Delta Turistic“ an. Wer auf eigene Faust losradlen möchte, kann dort ebenfalls Räder ausleihen. Die Leihgebühr für ein Fahrrad beträgt pro Tag und Erwachsenen 15 Euro. Mehr Informationen unter www.deltaturistic.com Telefon: +34 977 460 839.

 

Reis, Landwirtschaft und Umweltschutz

Fisch auf der Auktion

Fisch auf der Auktion

Das Ebrodelta galt lange als unwirtlicher Lebensraum für den Menschen, Krankheiten wie Malaria grassierten. Mittlerweile haben die sieben Ortschaften des Deltas rund 55.000 Einwohner. Mücken sind im Ebrodelta aber noch reichlich vorhanden. Deshalb sollte Mückenschutzmittel in keinem Reisegepäck fehlen. Bekannt war das Delta einst für seine medizinisch genutzten Blutegel. Heute verkaufen die Menschen vor allem Reis. Das Getreide wird dort seit 1609 angebaut, intensive Reiswirtschaft wird seit dem 19. Jahrhundert betrieben. Den Reis vermarkten die Landwirte in Kooperativen. Er kommt auch in zahlreichen regionalen Spezialitäten auf den Tisch.

 

Im Ebrodelta werden jährlich über 90.000 Tonnen Reis auf 20.000 Hektar Fläche angebaut. Für die Feldarbeit klettern die Bauern auf zwölf Meter große Monstertraktoren. Im konventionellen Reisanbau greifen die Menschen gerne zur Chemiekeule.

Wegen der Bedeutung als Vogelschutzgebiet fördert die Europäische Union die Umstellung auf ökologische Landwirtschaft. Erntezeit ist im September und Oktober. Die Landwirte bekommen Mittel von der EU, wenn sie die Reisfelder länger als nötig fluten. So sollen die Vogelbestände unterstützt werden.

 


Mehr Informationen über das Ebrodelta bei Sant Carles de la Ràpita, das Angeln im Ebrodelta oder über Urlaub in Landhäusern im Ebrodelta..

 

 


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