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Dubrovnik - ein Stadtrundgang

Dubrovnik - ideales Urlaubsziel für historisch Interessierte und Meerbegeisterte. Fotos: Dagny Riegel

Dubrovnik - ideales Urlaubsziel für historisch Interessierte und Meerbegeisterte

Perle der Adria wird Dubrovnik genannt. Von ihrer massiven Stadtmauer wie von einer Muschelschale umgeben, liegt die Altstadt nach einigem Suchen dann auch tatsächlich vor uns.

Die engen Gassen sind weitgehend wieder poliert, und im Schnitt 220 wolkenlose Tage lassen die kroatische Stadt makellos strahlen. Fast wie in einer Vitrine. Ein wenig mutet das historische Zentrum schon wie ein Freilichtmuseum an. Nach der recht stressigen Autofahrt und Parkplatzsuche in den angrenzenden Vierteln lassen wir uns dankbar mit dem Touristenstrom bequem ins autofreie Innere der Stadtmauer ziehen.

Die Perle weist kaum Unreinheiten auf; keine modernen Bauten stören das alte Stadtbild, kein Müll, keine großen Werbeplakate oder asphaltierte Straßen mit parkenden Autos. Was uns auch behagt, ist dass sich das Gros der Touristen brav auf die Hauptstraßen beschränkt. Nach zweimaligem Abbiegen von der bekannten Flaniermeile Placa mit ihren vielen Lädchen und Cafés, deren Fassaden nach einem Erdbeben im 17. Jahrhundert einheitlich restauriert wurden, finden wir angenehme Ruhe.

So nehmen wir Eindrücke mit wie jenen der zwei kroatischen Frauen beim Frühstück. In einer Seitengasse sitzen sie auf den Stufen eines Eingangs mit Marmorkuchen und Kaffee, der adrett in Porzellantässchen auf einem kleinen Silbertablett steht.

Der schönste Ausblick in Dubrovnik

Der angeblich schönste Ausblick Dubrovniks - man glaubt es gern.

Wer den sehr aromatischen kava – also Kaffee - zwar unspektakulär, aber nicht in einem Hauseingang sitzend zu sich nehmen möchte, dem seien die schmalen Treppengässchen am Nordhang der Stadt empfohlen. Sie führen direkt auf die Placa, sind aber recht ungekünstelt und bieten kleine, günstigere Einkehrmöglichkeiten.

 

Als Ausgleich dazu lassen wir uns später aber von einem Superlativ anziehen. Im Süden der Altstadt lockt an Mauern immer wieder die Aufschrift eines Lokals, die schönste Sicht der ganzen Stadt zu bieten. Nachdem wir der Werbung bis durch die südliche Stadtbefestigung hindurch gefolgt sind, wissen wir, was gemeint ist: In den Fels gebaut, schauen die beiden kleinen Terrassen auf das dunkelblaue Meer hinaus.

 

Die Musik erinnert etwas an 50er-Jahre-Filme, und ganz unten haben drei junge Mädchen kreischenden und kichernden Spaß am Baden. Auch die Fische haben hier Anlass zu guter Laune. Irgendjemand hat Brot ins Wasser geworfen – keine kleinen Bröckchen wie in deutschen Parkanlagen, sondern direkt einen ganzen Laib.  

 

Am Onofrio-Brunnen hinter der Stadtmauer von Dubrovnik

Am Onofrio-Brunnen hinter der Stadtmauer von Dubrovnik

Scheint die Südklippe der beste Platz zu sein, um den Blick von der Stadt weg schweifen und die Seele ins Meer baumeln zu lassen, so eröffnet ein Rundgang über die Stadtmauer die hübschesten Aussichten auf die Stadt. Zwei Kilometer lang ist der Befestigungsring rund um Dubrovniks Altstadt, die zum Weltkulturerbe gehört.

 

Ab neun Uhr morgens kann man ihn betreten, wenn man den Eintritt von kaum 2,50 Euro für Erwachsene bezahlt (Kinder zahlen weniger als einen Euro). Den beliebtesten Eingang stellt das Pile-Tor dar, das zwischen 1460 und 1537 errichtet wurde. Von hier kann man eine Runde hoch über dem Meer starten, vorbei am Sankt Margarethen-Turm und dem Fort Sankt Ivan, wo sich das Aquarium befindet.

 

Hinter dem 600-jährigen Rektorenpalast – dem berühmtesten Profanbau Dubrovniks – entlang, kommt man am Hafen aus. Sponza-Palast und Sankt-Lukas-Turm sind die nächsten Punkte, bevor man mit der Befestigungsmauer den Hang erklimmt. Dort eröffnen sich beeindruckende Ausblicke auf ein Gewirr aus Gassen, Dachziegeln und Antennen, Türmchen und bepflanzten Häusern.

 

Hat man das Dominikanerkloster mit seinem hübschen Kreuzgang und dem Museum hinter sich gelassen, führt die nächste Kurve am Fort Minčeta vorbei zurück zum Pile-Tor und dem Franziskanerkloster. Letzteres stammt wie das Dominikanerkloster aus dem 14. Jahrhundert und glänzt durch die sorgsam gearbeiteten Säulenpaare sowie sein Museum mit einem berühmten Tizian und einer der ältesten, original erhaltenen Apotheken Europas.

  

Freundliche Dame bei der Handarbeit

Freundliche Dame bei der Handarbeit

Einen guten Überblick über die Geschichte der so genannte Dubrovniker Adelsrepublik bietet das Stadtmuseum im Rektorenpalast Richtung Hafen. Es ist übrigens auch die Geschichte der neben Venedig ehemals größten Seemacht im Mittelmeergebiet. In der Ausstellung finden sich Münzen und Waffen, Porträts und Kostüme von dem 13. bis 19. Jahrhundert. Zudem sind Möbel und Interieurs zu bewundern, außerdem das Kästchen mit den vier Stadtschlüsseln im Kabinett des Rektors.

 

Ganz in der Nähe liegen das auch für Kinder interessante Aquarium der Stadt und das Meeresmuseum. Kann man in ersterem Seepferdchen und Schildkröten, Korallen und Muscheln bestaunen, gibt es in letzterem Fundstücke aus dem Meer wie Amphoren, dazu Schiffsmodelle, Seekarten und ähnliches.

 

Mitbringsel kann man in den kleinen Läden und Boutiquen der Altstadt finden, wo mit ein wenig Glück auch der Euro akzeptiert wird. Origineller als schmucke Stücke aus den modernen Geschäften sind aber sicherlich die Handarbeiten und Lebensmittel, die die vielen, meist älteren Leute in den Gassen anbieten. Man sieht rüstige Damen, die die gemütlich gemusterten dicken Socken und Mützen stricken oder knifflige Stickereien anfertigen und selbst gemachte Öle verkaufen.

 

Die Strickwaren können nicht nur die kühle Jahreszeit in hiesigen Gefilden mit Urlaubserinnerungen verschönern. Wenn man zum Beispiel von Dubrovnik aus mit der Fähre nach Bari übersetzt, kann man die dicken Socken nachts auf Deck eventuell direkt zum Einsatz bringen.

von Dagny Riegel


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