KREUZFAHRTEN - DONAU
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Auf der Donau - die klassische Kreuzfahrt
Zirka 60 Kreuzfahrtschiffe befahren regelmäßig die klassische Route von Passau nach Budapest. Dabei lernt man die verschiedensten Kulturen und Landschaften an dieser europäischen Lebensader kennen. Tagsüber gleitet die Landschaft geruhsam vorüber, nachmittags steht Bummeln in einer der reizvollen Ortschaften auf dem Programm. In den großen Städten bleiben die Schiffe über Nacht – Gelegenheit also zu Theaterbesuch und ausgiebigem Besichtigungsprogramm.
Passau sollte nicht nur als Einschiffungshafen betrachtet werden. Nach dem Einchecken auf dem Schiff, bleibt noch genügend Zeit, sich die Stadt in Ruhe anzusehen. Sie blickt auf eine fast 2000-jährige Geschichte zurück. Der Zusammenfluss von Donau, Inn und Ilz, war schon in grauer Vorzeit ein bevorzugtes Siedlungsgebiet.
Kelten bauten eine Festungsmauer, und aus römischer Zeit ist ein Kastell, Kastell Boiotro, erhalten. Bonifatius erhob die Stadt zum Bischofssitz. Die Bewohner wollten sich aber nicht mit der Macht der Fürstbischöfe abfinden und zettelten immer wieder Aufstände an. Schließlich arrangierte man sich mit den Bischöfen, die bis 1803 das Bistum Passau beherrschten. Auch Napoleon hatte schnell den Vorteil der geografischen Lage erkannt, und baute die Festung gegen Österreich aus.
Nach den Bränden von 1662 und 1680 wurde mit der Restaurierung des Domes St. Stephan begonnen, der heute die größte Kirchenorgel der Welt beherbergt. Die Orgel besteht aus 16744 Pfeifen – die größte 11.3 m und die kleinste 6mm. Auch das Rathaus wurde ein Raub der Flammen. Immer wieder aufgebaut, bekam es 1891 einen neuen Turm, da der alte schließlich durch Hochwasser baufällig geworden war.
Der Rathaussaal ist mit riesigen Gemälden von F. Wagner ausgemalt. Die Feste Oberhaus ist eine alte Trutzburg der Fürstbischöfe. In ihren Mauern verschanzten sich die geistlichen Herren, wenn die Untertanen den Aufstand probten. Von großer Bedeutung war Passau auch als Poststation der Fürsten von Thurn. Sie hatten das Monopol der Postbeförderung zwischen dem Kaiserhof in Wien und den mit ihnen verwandten Höfen in Westeuropa.
Bald schon ist die Grenze nach Österreich passiert. Die Reise geht an Linz vorbei, weiter in die Wachau. Links und rechts der Donau erstrecken sich die Weinberge, Heimat der berühmten Weine. Hoch über dem Fluss liegt das Stift Melk. Über die Ruinen des 1089 gegründeten Benediktinerklosters, ließ Abt Dietmayr von 1702 bis 1736 den Barockbau errichten.
In den Kaiserzimmern befindet sich die Stiftsausstellung. Sie erlaubt einen Überblick über das Stift im Laufe seiner Geschichte. Sehenswert sind der Marmorsaal und die Bibliothek mit wertvollen Handschriften. Zu den schönsten Räumen des Stifts gehört der Prälatursaal mit der barocken Bildergalerie.
Von den Balkonen genießt man einen herrlichen Blick auf die tief unten fließende Donau.
An Wien vorbei, geht es weiter nach Budapest. Beiderseits der Donau liegt die ungarische Hauptstadt. Erst vor 125 Jahren wurden die beiden, durch den Fluss getrennten Stadtteile, Buda und Pest vereint.
Bindeglieder sind die acht Brücken, von denen die Kettenbrücke die berühmteste ist. Mit der Seilbahn geht es hinauf auf den Burgberg mit Fischerbastei und Matthiaskirche. Die Anlage war Schutzburg der ungarischen Könige und Bewohner der Stadt. Die winkligen Gassen sind gesäumt von mittelalterlichen Häusern und laden zu einem Rundgang ein.
Die Matthiaskirche blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Im 13. Jahrhundert erbaut, war sie die Krönungskirche der ungarischen Könige. Die Türken wandelten sie in eine Moschee um und übermalten die alten Fresken. Bei Restaurierungsarbeiten wurden sie wieder freigelegt.
Diese christlichen Bilder und die orientalischen Säulen prägen den Charakter der Kirche.Vom Burgberg genießt man einen unvergleichlichen Blick auf die Donaustadt. Großartige Gebäude wie das Parlament, Regierungs- und Geschäftshäuser prägen das Gesicht von Pest. Alte Häuser stehen neben modernen Glaspalästen. Auf dem Heldenplatz findet man die Statuen der 14 ungarischen Könige.
Interessant sind die Häuser im ungarischen Jugendstil. Die Motive sind stark orientalisch beeinflusst: farbige Ornamente, stilisierte Blumen und bunte Keramikziegel. Ein besonders schönes Beispiel ist die Postsparkasse.
Berühmt ist Budapest für seine Thermalbäder. Die 123 Quellen waren schon den Römern bekannt. Die Badetradition wurde von den Türken fortgesetzt, die das noch heute benutzte Dampfbad Király erbauten. Das berühmteste ist wohl das Gellert Bad. Nach einer anstrengenden Stadtbesichtigung ist eine Massage und Schwimmen im angenehm warmen Wasser eine Wohltat. Aber was wäre Budapest, ohne ein Besuch eines der vielen Cafés? Die Kalorien darf man nicht zählen. Die Torten und Cremeschnitten sind einfach zu verführerisch.
Und abends eine Operette. Melodien von Lehar in der Redoute bilden den krönenden Abschluss eines jeden Budapestbesuchs.
Flussaufwärts lädt Esztergom, die erste ungarische Hauptstadt, zur Besichtigung ein. Die Stadt ist besonders geschichtsträchtig: Geburtsort des Hl. Stephan, hier stand der erste Königspalast und der Dom Mariä Himmelfahrt beeindruckt durch die große Kuppel.
Von den Aussichtspunkten auf dem Domberg hat man einen wunderschönen Blick auf die Donau. Auf Ausflügen hat man Gelegenheit die Weite der Puszta kennenzulernen. Interessant sind die Reitvorführungen, bei denen die Hirten ihre Künste vorführen.
Der nächste Stopp auf der Donaukreuzfahrt ist Bratislava. Die über der Stadt thronende Burg wurde bereits im 10. Jahrhundert erbaut. Trotz vieler Umbauten hat sie ihre ursprüngliche quadratische Form erhalten. Im Laufe der Geschichte hatte das Gebäude die verschiedensten Funktionen: Trutzburg, Königspalast, Kolleg des katholischen Klerus, Kaserne und schließlich Sitz der Regierung und Museum. Von der Burg genießt man den Blick auf die Altstadt von Bratislava.
Auf der anderen Seite des Flusses sind die Bausünden der früher hier herrschenden Kommunisten zu sehen. Hier wohnen die Menschen in gesichtslosen Silos. Der größte Arbeitgeber der Stadt ist heutzutage VW-Skoda.
In der Ferne sieht man schon Hainburg, direkt an der slowakisch-österreichischen Grenze. Die Altstadt wird anschließend zu Fuß erkundet. Der Hauptplatz ist das Zentrum der Altstadt. Seit dem 14. Jahrhundert wurde hier Markt abgehalten und Feste gefeiert. Den Brunnen in der Mitte des Platzes ziert eine Figur Maximilian II. als Roland der Ritter, der Beschützer der Städte. Beherrscht wird der Platz vom Rathaus.
Die Innenräume sind mit Bildern dekoriert, die Szenen aus der Stadtgeschichte darstellen.
Die Stadt Wien hat ihr Gesicht in den letzten Jahren gründlich geändert. Graue, gesichtslose Häuser wurden restauriert und erhielten einen neuen Anstrich.
Das verleiht der Stadt eine helle, freundliche Atmosphäre. Wer glaubt, die Uhren seien in der Kaiserzeit stehen geblieben, sieht sich gründlich getäuscht.
Ein Beispiel aus jüngerer Zeit ist das Museums Quartier. Die barocken Hofstallungen verbinden sich mit moderner Architektur und sind heute Heimstatt für 20 verschiedene Museen. Die Ausstellungen reichen von der Wiener Moderne, über Arbeiten von Gustav Klimt bis zur modernen Kunst. Ein Ausflug in die gute alte Zeit, ist der Besuch von Schloss Schönbrunn, der Sommerresidenz der Habsburger.
Eine weitere architektonische Attraktion ist das Hundertwasser-Haus. Orientalische Türme, geschwungene Balkone und verschiedenfarbige Fassaden verleihen dem Haus ein Märchenschloss-Aussehen. Für den hoffnungslos romantischen Besucher ist eine Fiaker-Fahrt ein Muss. Am Stephansdom warten die mit Melone behüteten Kutscher auf Kunden, um mit ihnen im gemütlichen Trab durch die Stadt zu fahren.
Eine Besonderheit Wiens sind die Kaffeehäuser. Schon Brecht bemerkte, Wien sei um sie herumgebaut. Man muss sie einfach erlebt haben, diese spezielle Atmosphäre. Hier ist das zweite Zuhause der Wiener. Zeitungslesend und Kaffeespezialitäten genießend, verbringt er hier Stunde um Stunde. Ausgefallen ist die Idee, eine Gondel im Riesenrad des Praters in ein Café umzubauen.
So trinkt man seine Melange in luftiger Höhe und schaut hinunter auf die Stadt.
Jede Reise geht einmal zu Ende und Dürnstein ist der letzte Stopp. Auffallend ist die Kirche. Gewöhnt an weiße oder gelbe Kirchtürme, fällt hier die blaue Farbe sofort auf.
In den winkligen Gassen findet man liebevoll restauriert Häuser. Am Ortsrand links und rechts der Donau, gedeihen die Rebstöcke der bekannten Wachau-Weine.
Hier bietet sich endlich auch die Gelegenheit, den Heurigen zu probieren. In vielen Kneipen wird der neue Wein ausgeschenkt und es dauert nicht lange, bis ausgelassene Stimmung sich breit macht.
Text und Fotos: md







