FERNWANDERWEGE - DONAU-HÖHEN-RUNDWANDERWEG
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Wandern wo die Donau kehrt macht - der Donau-Höhen-Rundwanderweg
"Mann, ist ja irre" ruft Heidi ganz erstaunt. "Komm schnell her, das musst Du sehen! Die Donau spielt verrückt!" Als ich die kleine Lichtung mit dem atemberaubenden Ausblick auf die Donau erreiche, begreife ich, was Heidi so verblüfft. Der Fluss ändert plötzlich seine Richtung, um in einer mächtigen Schleife wieder zurückzufließen! Es ist wirklich großartig, dieses Naturschauspiel, das uns hier geboten wird. Wie hat der Max aus St. Agatha weise lächelnd gesagt? "Mutter Natur wird Euch heute mit einem ganz besonderen Gustostückerl überraschen."
Ein absoluter Geheimtipp unter den Wanderfreaks ist der Donau-Höhen-Rundwanderweg im oberösterreichischen Donautal. Tief eingebettet ins Tal, von sanften Höhenrücken gesäumt, schlängelt sich die Donau durchs Land. Auf diesen Höhen führt unser Wanderpfad. Trutzige Burgen thronen hier wie Wächter über der Donau, beschauliche Dörfer verzaubern und stolze Bauernhöfe laden zum Verweilen ein. Schattige Wälder, blumenbunte Wiesen und munter sprudelnde Bächlein sind ständige Begleiter der Wandersleut. Atemberaubend sind die immer wiederkehrenden Einblicke auf die Donau, die uns hier zu Füßen liegt. Und wir, wir sitzen in den Logenplätzen beim Schauspiel der Natur. Hier kann man wirklich Kraft schöpfen, Energie tanken oder einfach mit der Seele baumeln!
Noch immer staunend lassen wir uns auf der Bank am "Schlögen Blick" nieder. Plötzlich ein Knacken im Gebüsch. Ein kleines Eichkätzchen hüpft mutig zu unseren offenen Rucksäcken und untersucht sie neugierig. Heidi greift zum Fotoapparat, um dieses muntere Kerlchen fürs Wandertagebuch zu verewigen. Doch aufgeschreckt durch die Bewegung macht dieses einen gewaltigen Satz und entschwindet im Geäst der nebenstehenden knorrigen Eiche.
Rast beim "Mostbauern" und die Sagenwanderung

Gemütliche Rast hoch über der Donau bei Grein. Foto: Donau OÖ/Riffert
Nach einiger Zeit gelangen wir auf einen Feldweg. Erst jetzt, nachdem wir das schützende Blätterdach des Waldes verlassen haben, bemerken wir, wie heiß die Sonne auf uns herabbrennt. Nach einer erfrischenden Quelle Ausschau haltend, erspähen wir plötzlich am Ende eines weiten Feldes einen wunderschönen Bauernhof. "Zahlreiche Mostbauern sind am Wanderweg zu finden" - wie eine himmlische Botschaft fällt mir schlagartig dieser Satz aus unserem Wanderführer ein. Die Sehnsucht nach einem tiefen Schluck Most wird wach.
Wirklich begrüßt uns schon bald ein holzgeschnitztes Schild mit eben jener Aufschrift "Mostbauer". Unter schattenspendenden Apfel- und Birnenbäumen lassen wir uns auf den Holzbänken nieder. "Griaß enk", im oberösterreichischen Dialekt werden wir von der dicklichen Bäuerin begrüßt. "Oh mei, ihr schauts ja grad so aus als obs notwendig a halbe Most brauchts!" Und tatsächlich, wenn ich mir Heidis rot leuchtenden Kopf so anschaue, sind wir wirklich ziemlich erhitzt. "A guate Brettljausn ham ma a. Alles vom eigenen Hof und Garten." Wandererherz und -magen was willst Du mehr!
Seit 1993 gibt es den Donau-Höhen-Rundwanderweg mit 560 Kilometern ausgeschilderten Wegen. Zwei handliche Wanderbücher helfen bei der Orientierung. Rührige Touristiker haben Wochenangebote geschnürt und einige Gasthöfe zu speziellen Wanderbetrieben ausgebildet, die sich für ihre Gäste immer wieder etwas Neues einfallen lassen. So ist der Hit neben dem Donau-Höhen-Rundwanderweg die Sagenwanderung: Ein spannendes Erlebnis für alle, die gerne nach sagenumwobenen Pfaden forschen. Die Wirte in dieser Gegend wissen nicht nur sagenhaftes zu erzählen, sondern beherrschen auch das Verwöhnen ihrer Wandergäste.
Der alte Donaumarkt Aschach
Frisch gestärkt schnüren wir unsere Schuhe und machen uns auf zur letzten Etappe des heutigen Tages. Der alte Donaumarkt Aschach ist unser Ziel. Durch frisch gemähte Wiesen mit kunstvoll aufgebauten "Heumanderln" führt unser Weg langsam hinab zur Donau. Heidi kann ihren Finger vom Auslöser des Fotoapparates fast nicht mehr lassen. Pausenlos findet sie Motive, die sie unbedingt für ihr Wandertagebuch benötigt. Das alte Mühlrad, die lustige Vogelscheuche, die unzähligen Bildstöcke, die romantischen Bächlein, all das muss verewigt werden.
Nun gibt der Wald wieder einen Blick zur Donau frei. Nach so viel Natur sind wir ganz offen für die Technik des Kraftwerkes Aschach. Auf der Brücke der Schleuse angekommen, erleben wir wie ein riesiges Passagierschiff einfährt, hochgeschleust wird und dann majestätisch auf den Wogen der Donau entschwindet.
Unser Weg führt nun direkt neben dem bekannten Donauradweg in den putzigen Markt Aschach. Bunte Häuserfassaden lachen uns schon von der Ferne entgegen. In den engen Gassen fallen unsere Blicke immer wieder auf versteckte Hinterhöfe mit blumengeschmückten Arkaden. Schließlich gelangen wir in unser heutiges Quartier. Als Überraschung steht in unserem Zimmer eine Schüssel und ein "Zauberfläschchen" für ein Fußbad bereit. "Damit eure Füße wieder fit werden!" lächelt die Wirtin uns augenzwinkernd zu und stellt auch noch einen großen Wiesenblumenstrauß aufs Zimmer. Eine Amsel beginnt im Baum vor unserem Fenster ihr Abendlied zu singen.
Fast können wir unsere müden Glieder nicht mehr zum Aufstehen motivieren, doch der knurrende Magen siegt schließlich. Nochmals stapfen wir die Treppen hinab unter die Lauben, wo uns die Wirtin ein besonders romantisches Plätzchen reserviert hat. Sie bringt eine Schüssel mit dampfenden Knödeln und gschmackigem Kraut. Die echte Innviertler Spezialität gibt bestimmt Kraft für die nächsten Wanderkilometer.
Nach dem köstlichen Abendessen flanieren wir noch über die nächtliche Uferpromenade. Wir setzen uns ans Ufer und lauschen dem Plätschern der Donauwellen. Heidi lehnt den Kopf an meine Schulter und seufzt: "Hier müsste man sein Leben verbringen können."
Das Leben können wir hier leider nicht verbringen, aber einige Tage dürfen wir noch verweilen. Und diese Tage werden sich einprägen ganz tief in unsere Seele. Wir wissen, gar nicht so weit entfernt von unserer Heimat gibt's ein Land, das uns mit Liebe und Sorgfalt aufnimmt. Und wenn der Alltagsstress uns wieder einmal zu stark in seinen Klauen hält, dann werden wir uns hierher retten und neue Kräfte sammeln.
Text: Oberoesterreich.at
Basisinformationen zum Donau-Höhen-Rundwanderweg
Geographische Lage/Streckencharakteristik:
Der 540 km lange Donau-Höhen-Rundwanderweg führt entlang des Donauhöhenrückens durch 60 idyllische Orte und verbindet die Donaustädte Passau, Linz und Ybbs. Entlang von Wanderwegen und ländlichen Güterwegen führt die Strecke teilweise von den Donauhöhen hinab zur Donau, wobei man einen eher geringen Höhenunterschied bewältigen muss. Großteils wurde die Strecke jedoch eben geführt. Auch im Winter ist dieser eher einfache Wanderweg begehbar. Der Beginn der Tour ist beliebig wählbar. Um die Anreise zu erleichtern, zum Beispiel mit der Bahn, sind jedoch Passau oder Linz als Ausgangspunkte zu empfehlen.
Weitere Infos
Werbegemeinschaft Donau Oberösterreich, Lindengasse 9, A-4041 Linz, Tel.: +43/(0)732/7277-800, Fax: +43/(0)732/7277-804
E-Mail: info.donau(at)oberoesterreich.at, Internet: www.donauradweg.at
OÖ Tourismus-Info, Freistädter Str. 119, A-4041 Linz, Tel.: +43/(0)732/221022, Fax: +43/(0)732/7277-701, E-Mail: info(at)oberoesterreich.at, Internet: www.oberoesterreich.at



