KARIBIK - URLAUB IN DER DOMINIKANISCHEN REPUBLIK
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Samaná in der Dominikanischen Republik (DomRep) - ein Reisebericht
Die "Dom-Rep" lockt mit günstigen All-Inklusive-Angeboten. Wie attraktiv sind diese Angebote wirklich? Urlaub-im-web war vor Ort und hat sich auf der Halbinsel Samana im Norden des karibischen Staates umgeschaut.
Wer bis Puerto Plata im Norden der Dominikanischen Republik fliegt und dort vom Flieger ins nächstgelegene Hotel fährt, den kann es möglicherweise hart treffen. Lärmende Gäste, die sich abends an der Bar die Cocktails reinziehen und sich auch tagsüber gerne dem Alkohol hingeben, sind keine Seltenheit. Die ersten Verdächtigen konnten schon auf dem Hinflug identifiziert werden. Eine der Schattenseiten des Pauschaltourismus hat auch - mehr oder minder staatlich gewollt - die Karibik-Insel getroffen.
Aber es gibt auf der wunderschönen Insel wesentlich mehr zu entdecken. Zum Beispiel die Halbinsel Samaná im Nordosten, die mit traumhaften Stränden, üppiger Vegetation und freundlichen Menschen lockt. Und die budgetfreundliche Kombination Last-Minute/All-in heißt ja nicht, dass man sich an der Hotel-Bar festbinden muss.
Wir buchen kurzentschlossen und finden uns eine Woche später im 4-Sterne-Ressort Occidental Gran Bahia in der Nähe des Hauptortes Santa Barbara de Samaná der Halbinsel wieder.
Nach neun Stunden Flug schließen sich drei Stunden Busfahrt an. Aber es lohnt sich. Praktisch alle Zimmer bieten eine tolle Aussicht auf die Bucht von Samaná und die Badeinsel Cayo de Levantado, die mit dem Boot in einer Viertelstunde vom Hotel erreicht werden kann. Das Gran Bahia ist im karibischen Herrenhausstil errichtet und bietet luftige Terassen, großzügige Balkone sowie einen hoteleigenen Strand nebst Pool. Die hohe Luftfeuchtigkeit nagt an der Anlage, so einiges müsste erneuert werden, aber der Charme eines echten Luxushotels ist spürbar.
In der Bucht von Samaná tummeln sich zwischen Dezember und März die Buckelwale zur Paarung und zur Geburt ihrer Jungen. Diese werden hier von ihrer Mutter monatelang angefüttert, damit sie im offenen Meer überleben können. Die fünfzig Kilometer lange, gut zehn Kilometer breite Halbinsel bietet zwar nur an einigen Stellen Strände, diese gehören aber zu den schönsten der Dom-Rep. Der Hauptort Santa Barbara de Samaná, häufig einfach nur Samaná genannt, gibt nicht viel her. Die aufpolierte Hafenpromenade wirkt mit ihren lieblosen Aussichtstürmen eher langweilig. Hübsch anzuschauen ist die sechzig Meter lange Fußgängerbrücke Puente Escondida, die die beiden vorgelagerten Inseln Cayo Lineares und Cayo Vigia mit dem Hafenbecken verbindet.
Mehr los ist im ehemaligen Fischerdorf Las Terrenas, der neben tollen Stränden auch zum Shoppen einlädt. Kunsthandwerk wie die beliebte karibische naive Malerei, Holz- und Steinfiguren, Schmuck und dominikanische Zigarren, Rum und Merenge-CDs findet man hier. Viele Geschäfte gehören Auswanderern aus Europa, die es hier hergezogen hat.
Moderate Steuern und eine freundliche Einwanderungspolitik für Geschäftsleute lockten viele in den vergangenen Jahren in die Dominikanische Republik. So wie Silke und Markus, die sich als Tauchlehrer in Las Galeras niedergelassen haben. Nach sechs Jahren pendeln - ein halbes Jahr Dom-Rep, ein halbes Jahr Bonn - haben sie sich Anfang 2003 entschlossen, komplett in die Karibik zu ziehen. Ihre 14-jährige Tochter haben sie mitgenommen. Bei fünf Angestellten gibt es von den ohnehin moderaten Steuern eine vollständige Befreiung für zehn Jahre. Aber die fünf Mitarbeiter wollen erst mal bezahlt sein. Zumal die Tauchsaison nur ein halbes Jahr dauert. Deshalb werden von Ihrer Tauchschule Dive Samaná aus, die im Hotel Casa Marina Bay in Las Galeras angesiedelt ist, auch Walbeobachtungstouren angeboten.
Einige Reiseveranstalter bieten unter dem Motto "Samaná einmal anders" eine Tagestour an, die je nach Ausgestaltung den Besuch einer Kokosnussfabrik, einer Bäckerei, einer Schule und eines Geschäfts für Voodoo-Zubehör beinhaltet. Eine Voodoo-Puppe auf Vorrat so für den Hausgebrauch kann ja nicht schaden ... Außerdem erfahren wir, wie Kakao gemacht wird, schauen in verschiedenen einheimischen Geschäften vorbei und besuchen den Hafen des Ortes Sanchez.
Fazit: Die Dominikanische Republik ist besser als ihr Ruf. Wie bei vielen Urlaubszielen (wie Mallorca oder Pukhet) die gerade durch den Billig-Tourismus einschlägig bekannt wurden, sind es nur regional begrenzte Regionen, um die die meisten wohl gerne einen Bogen machen. Samaná ist auf jeden Fall eine Reise wert - hoffentlich bleibt das in den nächsten Jahren auch so.
Text: Stefan Raake



