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Dänemarks Landstrasse 181 - von Dünen, Schiffen und Menschen

Ferienhaus an der Kuestenstrasse 181 bei Søndervig

Ferienhaus an der Kuestenstrasse 181 bei Søndervig. Foto: Visit Denmark/Thomas Nykrog

Dänemark hat zwei Gesichter, ein liebliches und ein raues. Auf der einen Seite die hüglige jütländische Ostküste mit ihren Laubwäldern, Getreidefeldern, Kartoffeläckern, fetten Weiden und geschützt liegenden hübschen Städtchen - und auf der anderen Seite die raue Westküstenlandschaft. An der Nordseeküste haben es die Menschen bedeutend schwerer gehabt ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Die Böden waren meist karg oder sumpfig und auch der Fischfang war nicht so einfach, schon weil es nur wenige natürliche Häfen gab. Aus dem Grund zogen viele Fischer früher ihre Boote mühselig auf den Strand. Magere Böden und wenig Häfen, kein Wunder, dass ein Großteil der Dänen in den östlichen Landesteilen lebten und leben.

Die Landschaft an der Nordsee ist einfach nur platt, Hügel oder gar kleine Berge wie rund um Silkeborg oder Skanderborg in Mitteljütland, sieht man gar nicht. Die einzigen „Erhebungen“ sind Straßenbrücken, die über Eisenbahngleise führen und natürlich Deiche oder Dünengürtel, die das Land vor der rauen See schützen. Die Landschaft wird in weiten Teilen von Dünengras, Schilf, Entwässerungsgräben, Kiefernwäldern, Sandstränden, Kuh- oder Schafsweiden und vom fast immer wehenden Wind geprägt.

 

Windsurfingschule in Hvide Sande

Windsurfingschule in Hvide Sande. Foto: Visit Denmark / Thomas Nykrog

Um die Nordseeküste richtig kennenzulernen, sollte man die dänische Küstenstraße 181 von Süd nach Nord entlang fahren - aber mit Ruhe, wie es der recht einsamen Region angemessen ist. Die 181 ist ähnlich berühmt wie die norwegische Küstenstraße 17 (Fylkesvei 17), die vom Trondheimfjord bis zu den Lofoten führt.

Die Küstenstraße 181 beginnt in dem Städtchen Varde, knapp 90 Kilometer hinter der deutsch-dänischen Grenze und endet nach 204 Kilometern in der Hafenstadt Hanstholm.

Von Varde bis zum Meer bei Nymindegab muss man allerdings erst 30 Kilometer fahren, um die Nordseeküste zu erreichen.

Rund um Nymindegab sieht man zahlreichen Dünen und viele kleine Häuschen, von denen die meisten als Ferienhäuser vermietet werden. - Wie wäre es jetzt mit etwas Bewegung an der frischen Luft? Aber Vorsicht: Der Wind sorgt zwar dafür, dass der Kreislauf ordentlich in Schwung kommt, er entzieht dem Körper aber auch Wärme und Energie. Deshalb ist es nicht verkehrt bei einer Dünenwanderung oder einem Strandspaziergang eine warme Mütze oder zumindest eine Kappe aufzuziehen.

Es gibt noch einen Grund für eine Kopfbedeckung. Denn auch bei bewölktem Wetter kann die Sonne einen heftigen Sonnenbrand auslösen. Die Gefahr ist viel größer als in den Mittelmeerländern, weil der kühlende Wind bei vielen unbedarften Dänemarkneulingen gar nicht erst der Gedanke an Sonnenschutz aufkommen lässt.

Hvide Sande - Fischer- und Urlaubsort am Ringkøbing Fjord

Heute ein ruhiger und idyllischer Ort: Der Strand bei Thorsminde. Foto: Visit Denmark / John Sommer

Nördlich von Nymindegab liegt der Ringkøbing Fjord, der aber kein Fjord im eigentlichen Sinn ist, also lang, schmal und tief, sondern eher einem Boddengewässer gleicht, also flach und breit ist.

Der Ringkøbing Fjord ist ein vor hohen Wellen und gefährlichen Strömungen geschütztes Gewässer, gut für alle, die eine neue Wassersportart erlernen möchten.

Auf der Fahrt von Nymindegab nach Norden hat man rechts immer den Ringkøbing Fjord und links die Dünen im Blick. Die Straße verläuft kerzengrade bis Hvide Sande, dem nächsten größeren Urlaubsort. Jeder, der im südlichen Bereich der Küstenstraße 181 Urlaub macht, besucht Hvide Sande, schon weil es der einzige Fischerort im weiten Umkreis ist. So kann man hier sowohl von den Fjord- als auch von Hochseefischern frischen Fisch kaufen. Außerdem kann man den Fischversteigerungen beiwohnen, selber Angeln oder das Fiskeriets Hus besuchen, ein Museum über Fisch, Fischfang, Fischereischiffe und Weiterverarbeitung.

Eine Ausflugsalternative ist ein Besuch im Abelines Hof. Der Abelines Hof, ein sieben Kilometer südlich von Hvide Sande gelegenes Museum, hat den entbehrungsreichen Alltag der Fischer und Bauern im 19. Jahrhunderts zum Thema.

Eine weitere Ausflugsmöglichkeit ist Tipperne, eine Halbinsel am Ringkøbing Fjord. Tipperne ist einer der wichtigsten dänischen Rastplätze für Zugvögel – und außerdem brüten hier jedes Jahr mehr als 1.000 Vogelpaare. Häufig lassen sich die Vögel ganz aus der Nähe beobachten.

 

Die Landstraße 181 weiter in Richtung Norden

Von Hvide Sande geht es weiter in Richtung Norden. Nach 45 Kilometern oder 50 Minuten Fahrtzeit erreicht man Thorsminde am Nissum Fjord, einer etwas kleineren Ausgabe des Ringkøbing Fjords. Auch hier findet sich ein kleiner Hafen für Fischereischiffe und Segelyachten. Wie überall ab Nymindegab finden Urlauber auch rund um Thorsminde schier unendliche Sandstrände für Strandvergnügen aller Ort, zum Beispiel Sonnen, Surfen, Kitesurfen, Angeln, Joggen oder Strandspaziergänge.

Zehn Kilometer hinter dem nördlichen Ende des Nissum Fjords liegt die 30-40 Meter hohen Steilküste von Bovbjerg. Die Küste wird vom Leuchturm von Bovbjerg überragt. Die Gegend ist nicht nur bei Urlaubern, sondern auch bei Künstlern sehr beliebt. Ein typisches Mitbringsel ist Bernstein, der hier vor allem in den Wintermonaten, aber auch nach Sommerstürmen, reichlich gefunden wird.

Die Fahrt auf der 181 wird ein halbe Autostunde weiter nördlich unterbrochen. Hier mündet der westliche Ausgang des Limfjords in die Nordsee, allerdings stehen Fähren bereit, so dass man nach einer kurzen Seefahrt weiterfahren kann.

Nördlich des Limfjords wird es recht einsam. Die Fahrt geht durch eine karg-schöne Landschaft, erst bei Klitmøller wird die Besiedelung deutlich dichter. Die Region ist bei deutschen und dänischen Urlaubern gleichmaßen beliebt.

Nördlich von Klitmøller wird es wieder ruhiger, aber nach nur 15 Minuten Autofahrt ist Hanstholm erreicht, der Endpunkt der Reise. Wer möchte, der kann bis Skagen weiterfahren. Skagen liegt an der Nordspitze Dänemarks, die Fahrt dorthin lohnt allemal und auch unterwegs gibt es einiges zu sehen, zum Beispiel die berühmte Jammerbucht mit dem nett-lebendigen Urlaubsort Løkken.

 


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