URLAUB IN DÄNEMARK - FALSTER
Suchen und buchen - Aktuelle Angebote zum Thema Falster
Falster - ruhige Urlaubsinsel zwischen Møn und Lolland
Die Insel Falster liegt zwischen der Nachbarinsel Lolland im Westen und Møn und Seeland im Osten. Strand- und Entdeckungsurlaub mit Kindern ist ebenso angesagt wie Wassersport in geschützten Revieren. Die keilförmige Insel ragt mit ihrem Südende tief in die südliche Ostsee hinein, kein Wunder, dass sich in der Hafenstadt Gedser eine Fährverbindung nach Warnemünde etabliert hat.
Falster - Familienurlaub auch für die Kleinsten
"Piep - piep - piep". Begeistert schaut Klein-Florian den ebenso aufgeregten Entenküken nach, die eifrig ihrer Mutter hinterherpaddeln. Dabei imitiert er ihre Laute und erweitert damit seinen noch jungen Wortschatz um ein neues, auch für seine Umwelt verständliches Wort, das er nun bei jedem Schwimmvogel wiederholt.
Jetzt kennt er schon ein zweites Tier, denn vorher wurde alles, was sich bewegte und irgendwie weder Mama noch Papa ähnlich sah und nicht den aufrechten Gang übte, mit "Wu-wu" tituliert.
Florian betreibt seine Forschungen aus der bequemen Gemütlichkeit des väterlichen Schoßes heraus, dieser wiederum bemüht sich an der Seite seiner Partnerin den leicht verrosteten Kettenantrieb eines knallgelben Tretbootes auf Kurs zu halten und gegen den Wind auf Touren zu bringen, um die Verfolgung der Vogelschar zu gewährleisten und den Filius bei Laune zu halten. Die Tretboote auf dem kleinen Teich gehören allerdings zu den eher schwach frequentierten Attraktionen des Sommerlands Falster, ein Muss für jeden, der auf Falster seinen Urlaub mit Familie verbringt.
Absoluter Höhepunkt ist nämlich hier das Badeland mit der langen Wasserrutsche, zahlreichen Spielbrunnen und den großen Schwimmbecken. Ponyreiten, Hüpfburgen, Trampolins, Minigolf, Kegeln, jede Menge Schaukeln, Wippen, Klettergerüste, Sandkästen aller Größen - die Vielfalt der Angebotspalette für Kinder aller Altersstufen könnte das Programm mehrerer Tage füllen.
Es bietet auf alle Fälle eine Alternative für diejenigen, denen das Bauen von Sandburgen am einladend breiten Strand von Marielyst und das muntere Plantschen im flachen Wasser auf Dauer zu langweilig wird.
Florian mit seinen gerade einmal 19 Monaten würde jedenfalls mit einem Sandkasten, einer kleinen Wasserstelle und seinen bunten Eimerchen und Förmchen tagelang glücklich sein können. Sandkasten und Schaukel, ja sogar vielfach einiges Spielzeug gehören zudem oft zur Grundausstattung der Ferienhäuser und erweisen sich nicht selten als gnädige Ruhespender für Entspannung suchende Eltern. Auf der Karte gleicht der östliche Küstenstreifen der dänischen Südsee zwischen Elkenøre Strand im Norden und Birkemose im Süden einem schier unendlichen Gewimmel von Ferienhäusern. Nur unterbrochen von der Bøtø Plantage, einer Brachlandschaft, die durch Eindeichung und Landgewinnung hier am südlichsten Punkt Dänemarks entstand.
Deich und Straße begrenzen die gut einen Kilometer breite und etwa 20 Kilometer lange Zone, in der um die 6.000 Ferienhäuser stehen. Doch merkt man selbst in der Hochsaison davon nur etwas in der Schlange des Marielyster Supermarktes, an der Menge der Autos auf dem Strandvej oder dem emsigen Treiben in der Burger Bar, der Discothek oder dem Restaurant des traditionsreichen Nørrevang Hotels und selbstverständlich am Strand, an dem dennoch niemals wirklich drangvolle Enge herrscht.
Der Strandvej stellt die Schlagader des Dorfes dar, das zu den touristischen Unzeiten (sprich: in der preiswerten Nebensaison) gerade einmal 700 Einwohner zählt. Hier sind die großen dänischen Ferienhausanbieter mit eigenen Büros vertreten. Sie regeln alle Formalitäten, händigen die Schlüssel aus, stehen mit Rat und Tat zur Seite. Selbstverständlich bekommt man hier auch Hochstühle und transportable Kinderbetten, deren Aufstellung manchmal allerdings gewisse Probleme bereitet, da bei der Gestaltung von Ferienhäusern zwar auf viel Luxus Wert gelegt wird, man aber die Kinderzimmer gerne zu Gunsten eines weiteren Schlafzimmers vergißt. Und Schlafzimmer bedeutet zumeist, Betten, zwei Schränke und etwas Platz darumherum. Die Folge: Papa muß Betten verrücken, um Platz für Babys Reisebett zu schaffen. Aber Kinder, so denken sicher die Architekten dieser Häuser nicht zu unrecht, spielen sowieso überall lieber, als in den für sie bestimmten Räumen. Daher sollten Waschmaschine oder Wäschetrockner vor in Betriebnahme unbedingt auf mögliche, dort lagernde Kuscheltiere, Bauklötze oder Legosteine untersucht werden. Eventuelle Tränen lassen sich übrigens ausgezeichnet mit dem faszinierenden Geräusch des Whirlpool-Turboladers trocknen, denn der gehört mittlerweile, wie die Sauna, schon fast zur Standardausstattung eines Ferienhauses.
Als zur Jahrhundertwende die ersten drei Ferienhäuser in Marielyst gebaut wurden, konnte noch niemand mit einer derart expandierenden Entwicklung rechnen. Franz Kafka und Holger Drachman gehörten zu den touristischen Pionieren, verbrachten sie doch viel Zeit hier. Die Häuser von damals gibt es noch immer, und sie erfüllen auch heute ihren ursprünglichen Zweck. Sie sind verhältnismäßig groß, denn früher verreiste die ganze Familie, inklusive der Großeltern und weiterer Verwandten, und die brauchten den Platz. Durch die Anlage auf recht großen Grundstücken, die sofort bepflanzt wurden, entstand mit der Zeit eine Ferienhaussiedlung mit eigenen, individuellen Gärten und dichtem Baumbestand.
Sicher, der Bäcker darf nicht zu weit weg sein, wegen der frischen Rundstücke und dem Wienerbrød. Der LEGO-Händler und ein Kiosk mit Hot-Dog und Eistüten in Reichweite sind durchaus sinnvoll, um des lieben Friedens willen. Schließlich sorgen Kinder auch für deutsch-dänische Völkerverständigung der unkomplizierten Art, haben sie von Berührungsängsten doch noch nie etwas gehört und für ein Rendezvous im Sandkasten kann kind gar nicht jung genug sein. "Piep-piep-piep" klingt auf dänisch nämlich auch nicht anders. Diesen Wortschatz zu pflegen und möglichst ähnlich sinnvoll zu erweitern, dafür bietet sich bei Ausflügen auf Falster reichlich Gelegenheit. So etwa nach Nykøbing, der größten Stadt der Insel mit etwa 22.000 Einwohnern, einer großen Fußgängerzone, einigen hübschen Häusern und guten Restaurants. Jeden Freitag nachmittag im Sommer locken Jazzkonzerte Groß und Klein auf den Marktplatz. Wer mag, erklimmt die zahllosen Stufen des Wasserturms und genießt die weite Aussicht auf die umliegenden Inseln. Während Zoo und Volkspark, eine weitläufige Grünanlage südlich des Stadtzentrums mehr den Dänen vorbehalten bleiben, zieht es die Touristen eher ins Mittelalterzentrum von Sundby, wo man einen lebendigen Einblick in Leben und Technik alter Zeit bekommt. Mittelalterliche Spiele regen zum Mitmachen an.
Die alte Hafenstadt Stubbekøbing geriet ein wenig in Vergessenheit, seit die Farø-Brücke die einstmals stark frequentierte Fährverbindung nach Møn zur Bedeutungslosigkeit verdammte. Doch die kleine Fähre gibt es immer noch und wird als nostalgische Zwölf-Minuten-Reise alternativ zur Autobahn gepriesen.
Wunderbar für ausgiebige Spaziergänge geeignet ist das ebenfalls im Nordosten Falsters gelegene weitläufige Waldgebiet rund um den Schloßpark von Corselitze. Vereinzelt stehen am Waldrand Häuser mit einer architektonischen Besonderheit: hier sind nicht nur die Dächer mit Reet gedeckt, es sind auch die Fassaden mit diesem Material verkleidet. Im nahen Dörfchen Hesnæs, mit einem kleinen wuseligen Fischerhafen herrscht diese eigentümliche Bauweise sogar vor.
Zwischen Væggerløse und Marielyst liegt auf einer Anhöhe die voll funktionstüchtige Bockwindmühle von Stovby. Erstaunt, fast ehrfurchtsvoll betrachten hier die Kleinen das scheinbar höchst umständliche, martialisch knirschende Mahlwerk und hölzerne Getriebe. Fragend richtet sich der Blick in die Ferne, auf leise vor sich hin surrende stählerne Zahnstocher mit Propeller. In Gedesby gibt es eine ebenfalls frisch restaurierte Holländer-Windmühle, die auch zugänglich ist. Eine kleine Ausstellung berichtet über das bewegte Leben der Mühle. Im Fährhafen von Gedser legen die schnittigen Scandlines-Fährschiffe aus Rostock an. Ein Schauspiel, das selbst den Kleinsten immer wieder aufs Neue gefällt. Das kleine, im Aufbau befindliche Eisenbahnmuseum bietet schließlich Wissenswertes und Handfestes rund um die Bedeutung und Geschichte des Schienenstranges in der Region. Und am Leuchtturm östlich des Hafens befindet sich Dänemarks südlichster Punkt, markiert durch einen Findling, den die Eiszeit an dieser Stelle zurückgelassen hat.






