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Urlaub machen wo Hans Christian Andersen zu seinen Märchen fand

Hans Christian Andersens Elternhaus, Munkemøllestræde. Foto: Lennard
Außer Märchen Schreiben liebte Andersen das Reisen in seinem Heimatland Dänemark. Besonders Seeland, von vielen nicht weiter beachtet, hatte es ihm angetan. Und so findet man heute nicht nur auf der Insel Fünen und in seiner Geburtsstadt Odense, Spuren des Dichters, sondern auch in jener südlichen Region. Dort, wo er Freunde auf Schlössern und Landsitzen zu besuchen pflegte, entstanden auch viele der Märchen. Einige der Anwesen sind öffentlich zugänglich, und hier sind auch die Spuren des großen Märchendichters zu sehen und erahnen.
Auch wenn bisher nur das Paradehaus von innen zu besichtigen ist, gehört Gut Gisselfeld zu einer der interessantesten Stationen auf dem Weg Andersens. Das viertgrößte Gut Dänemarks, das bereits 1547 gegründet wurde, umfasst ein Gebiet von 8.000 Morgen. Genug Platz für einen akkurat angelegten Park, seit über 100 Jahren das Auge mit Springbrunnen, exotischen Bäumen, Wasserfällen und Teichen erfrischt. Auch das Gewächshaus ist als ausgesprochen hübsch zu bezeichnen.
Die weitläufigen Wälder der Region
Von dem abwechslungsreichen Grün dürfte auch Andersens rastlose Seele gezehrt haben, als er in den frühen 40er-Jahren des 19. Jahrhunderts hier Halt machte. Nach den gemischten Kritiken zu seinem Theaterstück "Der Vogel im Birnbaum" streifte er Trost suchend durch die weitläufigen Wälder der Region, deren Einsamkeit ihm wohl gerade recht kam. Ob er sich freilich selbst wie das verstoßene, hässliche Entlein fühlte, zu dessen Geschichte er hier inspiriert wurde, kann man nur mutmaßen. Die großen Ampferblätter jedenfalls, die er in sein Märchen mit aufnahm, kann man ganz klar am Ufer des Sees vor sich sehen.
Der Herrensitz Holsteinborg

Was Andersen zum Reisen brauchte...Foto: Cees van Roeden
Im südwestlichen Zipfel Seelands spielte vor allem der Herrensitz Holsteinborg, 13 Kilometer östlich von Skælskør, eine besondere Rolle für Hans Christian Andersen. 36 Mal suchte er hier Lehnsgraf Ludvig Holstein und dessen Frau Mimi Ruhe. Auf Holsteinborg schöpfte der Dichter Energie und zog gar in Erwägung, das ständige Reisen aufzugeben und sich niederzulassen. ”Hier ist es schön, ich glaube, dann könnte ich auch auf das Reisen verzichten. Hier wurde mein Bild von der Sonne erschaffen”, schrieb er 1870.
Das Märchen „Der Wind“ führt nach Borreby, wo Hans Christian Andersen von 1856 bis 1868 zwölf Mal zu Besuch war. Er in seiner Geschichte von Valdemar Daae und Oluf Daae, wie sie das Gut Borreby und das gesamte Vermögen durchbringen - mit hoffnungslosen alchimistischen Versuchen, Gold herzustellen.
In einem der Säle erblickt man das Gemälde, welches das Ende der Tragödie für die Familie zeigt. Der Sage zufolge kehrt Valdemar Daae in jeder zurück und vergießt bittere Tränen über seinen Kolben und Tiegeln.
Außer Burg und Park gibt es auch eine kleine Schlosskapelle.
Die Galerie von Frau Loa Castenschiold zeigt Wechselausstellungen, und in dem kleinen Antiquitätenhandel kann man ein wenig in der Vergangenheit stöbern.
Immer wieder zog der Herrensitz Basnæs, direkt im Süden von Skælskør, den Dichter an, seitdem er sich 1848 das erste Mal hier einfand: Im Laufe der folgenden 20 Jahre besuchte er Basnæs sechsunddreißig Mal. Er hatte das Glück, in den Genuss eigener Zimmer mit Blick über den Wallgraben zu kommen. Wenn man nach Basnæs einfährt, sieht man schon ein Denkmal mit einer Inschrift Hans Christian Andersens. Es wurde für seinen Freund Jacob Scavenius errichtet, der 1850 verstarb.
In den Schriftsteller hineinversetzen
Heute kann man sich in seinem Arbeitszimmer in den Schriftsteller hineinversetzen und sich vorstellen, wie er mit seiner großen Schneiderschere dagesessen und Scherenschnitte angefertigt hat. Sehr zu Freude der Kinder des Schlosses und des Dorfes übrigens, die in den Genuss eines Probe-Publikums kamen. Viele der Scherenschnitte wurden auf Schirme aufgeklebt und können noch heute betrachtet werden. In der Türöffnung sieht man einen Strauß getrockneter Blumen, in einer Vitrine einige vergilbte Manuskripte. Und im Halbdunkel der hohen Zimmer die hohe, schwarz gekleidete Gestalt, die sich mit der Gänsefeder über die Papiere beugt.
Die Requisiten von damals befinden sich heutzutage allerdings zum größten Teil als Leihgaben im Hans Christian Andersen-Museum in Odense. 42 Objekte und 300 Briefe an den Dichter und von ihm selbst gehören eigentlich hierher nach Holsteinborg.
Das Märchen „Der Wind“ führt nach Borreby
Das Märchen "Der Wind" führt nach Borreby, wo Hans Christian Andersen von 1856 bis 1868 zwölf Mal zu Besuch war. Er in seiner Geschichte von Valdemar Daae und Oluf Daae, wie sie das Gut Borreby und das gesamte Vermögen durchbringen - mit hoffnungslosen alchimistischen Versuchen, Gold herzustellen. In einem der Säle erblickt man das Gemälde, welches das Ende der Tragödie für die Familie zeigt. Der Sage zufolge kehrt Valdemar Daae in jeder zurück und vergießt bittere Tränen über seinen Kolben und Tiegeln.
Außer Burg und Park gibt es auch eine kleine Schlosskapelle. Die Galerie von Frau Loa Castenschiold zeigt Wechselausstellungen, und in dem kleinen Antiquitätenhandel kann man ein wenig in der Vergangenheit stöbern.
