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Höhlentrekking in den Dachstein-Höhlen

In der Rieseneishöhle im Dachsteinmassiv

Im gigantischen "Parsifaldom" in der Rieseneishöhle im Dachsteinmassiv. Fotos: Gamsjäger

Das Dachsteingebirge liegt in der österreichischen Tourismusregion Salzkammergut, zwischen den Bergen des Salzkammerguts im Norden und Schladminger Tauern im Süden. Das Gebirge besteht hauptsächliche aus Kalkstein, in dem sich im Laufe der Jahrmillionen durch Auswaschungen riesige Höhlensysteme gebildet haben. In den verschiedenen Höhlen werden sowohl Touren für Familien mit Kindern als auch für erfahrene Höhlenkletterer angeboten. Die bekannten Höhlen sind die Rieseneishöhle, Mammuthöhle und Koppenbrüllerhöhle.

Die Dachstein Rieseneishöhle ist eine der größten Eishöhlen der Welt. Bei einer Länge von nur zwei Kilometern weist sie eine imposante Eismasse von etwa 30.000 Kubikmetern und eine Eisdicke von bis zu 25 Metern auf. Mehr als 150.000 Menschen wandern jährlich durch die unterirdischen Eishallen. Für die Eisbildung im Höhlenbereich sind zwei Faktoren verantwortlich: Niedrige Temperaturen und Niedrige Temperaturen und genügend Wasser (Sickerwasser). Höhlentrekking:

Abenteuerführung:

Tagestouren mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden (Routenwahl je nach Kondition und Können der Teilnehmer). Sonderführungen bei Voranmeldung. Kleine Abenteuerführung für Kinder in der Koppenbrüllerhöhle (ab 8 Jahre und sehr schlanke Eltern, mit Seil, Helm und Schlaz). Keine spezielle Ausrüstung (nur wärmere Kleidung) ist für die Normalführungen in der Rieseneis-, Mammut- und Koppenbrüllerhöhle nötig. Die Begehung pro Schauhöhle dauert etwa 90 Minuten.

Auskünfte: Dachsteinhöhlen A-4831, Obertraun A-4831, Tel.: +43/6131/362, Fax: +43/6131/362.

Unvergessliche Stunden in den Dachstein-Höhlen

Die Stirnkarbidlampen sind abgedreht. Es herrscht absolute Stille, totale Finsternis, die Luft ist keimfrei - aber die Phantasie lässt trotzdem Hören, Sehen und Riechen zu! Wir empfinden ein prickelndes, mystisches Gefühl, tief unter der Erdoberfläche, in dem weltberühmten Höhlenlabyrinth bei Obertraun am Hallstättersee in Oberösterreich. Für einige Stunden erleben wir live das aufregende Dasein eines Höhlenforschers in der Mammuthöhle. Wieder an Tageslicht, lege ich ein Drogen-Geständnis ab: ich bin höhlensüchtig geworden!

Mein Freund, der Schlaz! Für fünf Stunden waren wir froh, dass er ganz eng bei uns war, vor Kälte, Schlamm und Nässe schützte. Ihn störte es nicht wie ein schlaziger Lehmklumpen auszusehen. Der Name „Schlaz“, wie die Höhlenforscher ihren Overall nennen, hätte nicht treffender sein können. Ohne ihn, Helm, Karbidlampen, Seil, Brustgeschirr, Schleifsack und Karabiner wäre das Abenteuer in der weltberühmten Dachstein-Mammuthöhle bereits nach wenigen Metern zum Scheitern verurteilt. Ein Höhlen-Trekking, über das sich auch der Freizeit-Normalverbraucher stürzen kann. Das je nach Kraft, Kondition und Mut von zwei bis zehn Stunden Dauer sein kann.

 

Unterwegs mit den Höhlenführern Sigi und Franz

Mammuthöhle im Dachstein

Tunnel in der Mammuthöhle im Dachstein

Natürlich sind wir immer wohlbehütet von erfahrenen Höhlenführern. Unsere heißen Sigi und Franz. Urige Typen, denen selbst in den dreckigsten Trekking-Situationen nicht der Witz ausging. Nicht beim Kriechen, Klettern, auf den Leitern oder Lehmabfahrten, bei den beinharten Felskarambolagen mit den Helmen. Zwischen Wahrheit, Sagen und Dichtung war allerdings nicht immer klar zu unterscheiden! Höhlenbären, Wilderer und Schattengespenster spielten oft Hauptrollen dabei. Und so kamen wir über manch brenzlige, schweißtreibende Situation lachend, locker hinweg. 20 Meter lang durch einen maximal 30 Zentimeter hohen Schluf zu robben kann beklemmend sein... Oder unsere zwei „Höhlenbären“ forderten uns auf, selbst den Weg heimzufinden. Aussichtslos, hier ist nichts markiert, hunderte Seitengänge führen irgendwohin - da finden nur Sigi und Franz „blind“ durch.

 

Der Mammut-Riesentunnel, mit einer erforschten Gesamtlänge von 46 Kilometern und einer Höhendifferenz von 1180 Metern ist ein Riesenlabyrinth. Er ist jedoch nur ein Teil der bisher 350 entdeckten Dachsteinhöhlen, von denen nur die Rieseneishöhle, Koppenbrüllerhöhle und Mammuthöhle zu Schauhöhlen ausgebaut wurden. Sie entstanden vor etwa 20 Millionen Jahren, als durch die riesige Plateau-Kalkdecke kohlensäurehältiges Wasser rieselte, dieses den Kalk auflöste - und so Höhlräume zustande kamen. Sie scheinen nun unter schillernden Namen wie „Mitternachtsdom“, „Arkadenkluft“, „Parsifaldom“, „Eisdom“, „Schnecke“, „Reich der Schatten“... auf. Der Phantasie sind in diesem unterirdischen Naturdenkmal, um das Österreich von der ganzen Welt beneidet wird, keine Grenzen gesetzt. Besonders stolz ist Sigi Gamsjäger, Geschäftsführer der Dachstein-Schauhöhlen, auf die Urigkeit: „Hier findet kein Spektakel statt, sondern wir wollen unseren Besuchern einfach die Natur über und unter der Erde näher führen“. Damit meint unser Seilgefährte: Keine Würstelbuden vor den Höhlen, Förderbänder oder Lifte in den Innenräumen und Markierungen, nur abgesicherte Steige für den Normalverbraucher (gutes Schuhwerk, wärmere Kleidung genügen) - oder eben die Variante mit Schlaz, Helm und Seil. Zuvor heißt es, mit der Krippenstein-Seilbahn auf die Schönbergalm (1350 m) zu fahren und gemütlich zu den Höhleneingängen zu wandern. Gut, dass das Rothprojekt aus dem Jahr 1930 (Heer und Bundesforste) nicht verwirklicht wurde: Autostraße auf das Plateau, mit einer Seitenstraße durch den natürlichen, erforschten Ost-West-Höhlentunnel durch die Mammuthöhle.

Mammuthöhle mit multivisueller Bildprojektion

Beim Höhlentrekking in der Mammuthöhle

Beim Höhlentrekking in der Mammuthöhle

Zuvor heißt es, mit der Krippenstein-Seilbahn auf die Schönbergalm (1350 m) zu fahren und gemütlich zu den Höhleneingängen zu wandern. Gut, dass das Rothprojekt aus dem Jahr 1930 (Heer und Bundesforste) nicht verwirklicht wurde: Autostraße auf das Plateau, mit einer Seitenstraße durch den natürlichen, erforschten Ost-West-Höhlentunnel durch die Mammuthöhle.

Wer will, kann sich im Höhlenmuseum auf der Schönbergalm bis in die Trias-Zeit zurückversetzen oder sich in der Mammuthöhle im Mitternachtsdom einer multivisuellen Bildprojektion hingeben. Projiziert auf Höhlenwänden wird Ihnen das prickelnde Leben von Höhlenforschern nähergebracht. Wer noch immer nicht genug hat, fährt weiter auf den Krippenstein, zur Gjadalm, wandert herum - und auf die ganz Wilden wartet der über 3000 m hohe, vergletscherte Dachstein. Aber natürlich nicht alles an einem Tag! „Untersuchen“ Sie erst einmal das sagenumwobene Innenleben dieses Traumgebirgstocks, dann wird Ihnen eine Gipfelbesteigung noch mehr Freude bereiten. Ich bleibe vorläufig bei meinem Freund Schlaz, denn nach meiner unterirdischen Premiere wurde ich hoffnungslos höhlensüchtig.

 

Text: Gunther Dressnandt

 


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