URLAUB IN PERU - CUZCO
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Cuzco – Urlaub im Herzen des Inka-Reichs
Als der spanische Eroberer Francisco Pizarro und seine Männer 1533 in Cuzco einmarschierten, fanden sie eine beeindruckende Stadt mit zahlreichen Tempeln und Palästen vor. Die Inkas hatten Cuzco, das Zentrum ihres riesigen Reiches, in Gestalt eines liegenden Pumas angelegt. Die etwas oberhalb des Stadtzentrums gelegene Festung Sacsayhuamán bildete den Kopf der Raubkatze. Die Unterstadt Pumachupan bildete den Schwanz des Pumas. Hier lebten die Mitglieder der Inka-Elite wie Priester und Herrscherfamilie, da den Inkas der Schwanz eines Pumas als heilig galt.
Im Zentrum der Stadt standen zahlreiche, mit Gold verzierte Tempel, die bei den goldgierigen Konquistadoren völlige Hysterie auslösten. Die Inkas setzten den spanischen Eroberern kaum Widerstand entgegen und so machten sich die Konquistadoren gleich ans Werk, die goldenen Verzierungen des prächtigen Sonnentempels Coricancha einzuschmelzen. Tempel und Paläste wurden niedergerissen und auf den Fundamenten christliche Kirchen und Klöster errichtet. Dadurch wurde zwar ein Großteil des präkolumbischen Erbes zerstört, doch im Gegenzug entstand ein einzigartiger Mix aus Inka-Baukunst und kolonialer Architektur. Ein Beispiel dafür ist die Kirche von Santo Domingo, die die spanischen Baumeister auf den Ruinen des Sonnentempels errichteten. Im Inneren der Kirche blieben einige Teile des Inka-Tempels erhalten.
Obwohl zahlreiche Bauten den Konquistadoren zum Opfer fielen, können sich Peru-Urlauber im heutigen Cuzco ein gutes Bild von der herausragenden Architektur der Inka machen. Die Mauern der Häuser, Paläste und Tempel wurden aus schweren Steinquadern aneinandergefügt, ohne irgendwelche Hilfsmittel wie Lehm zu benutzen. Das erstaunliche daran ist, dass zwischen die Mauersteine nicht einmal ein Blatt Papier passt. Wer in seinem Urlaub etwas Besonderes erleben möchte, kann in Hotels nächtigen, deren Wände aus originalen Inka-Mauern bestehen. Dies ist unter anderem im Hotel Amaru und im Hostal Loreto möglich.
Heute besuchen Peru-Urlauber Cuzco vor allem als Ausgangspunkt zu einem Ausflug nach Machu Picchu und wegen der lebendigen Folklore. Die meisten Hotels, Restaurants und Kneipen befinden sich in der Nähe des zentralen Plaza de las Armas. In den Restaurants und Garküchen von Cuzco kann man die leckeren Spezialitäten der andinen Küche probieren. Unter anderem gegrilltes Rinderherz (Anticucho), Kartoffeln mit deftiger Käsesoße (Papas a la Huancayna) und in Zitrone eingelegten rohen Fisch (Ceviche de Pescado).Das Nachtleben von Cuzco hat wider Erwartens einiges zu bieten. In den Kneipen trifft man sich nachts zum Trinken und Feiern und während die Einen nach durchfeierter Nacht in ihr Hotel zurückkehren, brechen die anderen frühmorgens zu den Ausflugszielen rund um Cuzco auf.
Tagsüber erkunden die meisten Peru-Urlauber Cuzcos Zentrum und die umliegenden Ruinen. Ein Anziehungspunkt im Zentrum sind der Markt auf dem Plaza de las Armas, wo man neben Obst und Gemüse auch Souvenirs wie Decken (Aguayos) erstehen kann. Weitere interessante Märkte in der Umgebung von Cuzco sind der Sonntagsmarkt von Chinchero und der Markt in Pisaq. Sehenswert sind neben historischen Gebäuden auch einige Museen Cuzcos. Wer sich für die präkolumbische Kultur interessiert, sollte das MAP aufsuchen, das Museo de Arte Precolombiano.
Oberhalb des Stadtzentrums von Cuzco thronen die Ruinen der alten Inka-Festung Sacsayhuamán. Der Besuch von der Ruinen lohnt sich zum einen wegen des tollen Ausblicks auf das niedriger gelegene Cuzco. Zum anderen sind die Ruinen, der einst dreimal so großen Festung, ein weiteres Beispiel der herausragenden Baukunst der Inka. Die Ruinen bestehen teilweise aus riesigen, meterhohen Steinquadern. Forscher rätseln auch heute noch darüber, wie die Inkas es schafften, die riesigen Blöcke aneinander und aufeinander zu fügen. Der schwerste Stein der Festungsanlage soll 155 Tonnen wiegen.
Die Bewohner Cuzcos feiern vom 24. bis zum 29. Juni jeden Jahres das Sonnenfest Inti Raymi, das dem Sonnengott Inti gewidmet ist. Das Fest war seit jeher eine wichtige religiöse Zeremonie in der Welt der Inka, zu dem man tanzte, sang und Pachamama mit Opfergaben gütig stimmte. 1535 fand das Fest zum letzten Mal in Anwesenheit eines Inka-Herrschers statt, danach verbot der spanische Vizekönig Francisco de Toledo das heidnische Fest, da es nicht dem katholischen Glauben entsprach. Seit 1944 wird das Inti Raymi-Fest wieder zelebriert. Die Zeremonien finden auf dem Plaza de las Armas und an der Inka-Festung Sacsayhuamán statt. Dort gibt es auch Tribünenplätze für Touristen, die sich das Spektakel nicht entgehen lassen möchten. Mit rund 70 US Dollar sind die Plätze allerdings nicht sehr billig.
In der Umgebung von Cuzco warten weitere Ausflugsziele auf entdeckungsfreudige Urlauber. In Ollantaytambo kann man eine Inka-Festung bestaunen, die nicht weniger beeindruckend ist als die Festung von Sacsayhuamán. Der Ort ist umgeben von steilen Bergen und liegt auf einer Anhöhe, von der aus man einen schönen Blick auf das Urubamba-Tal und das Patachancha-Tal genießt. Das Prächtigste in Ollantaytambo sind jedoch die riesigen Monolithen, die man aufgrund ihrer roten Färbung schon von Weitem sieht. Sie wiegen bis zu 60 Tonnen und sind sehr fein gearbeitet. Wie die Baumeister der Inka es jedoch schafften, die riesigen Monolithen zur Festung zu transportieren, ist bis heute ein Rätsel.
Wer im Urlaub gerne reitet, hat in Cuzco die Möglichkeit, eine Reittour zu buchen bei der man die Ruinen in der Umgebung hoch zu Ross erkundet. Verschiedene Anbieter haben Reittouren im Angebot, die hinaus aus Cuzco zu den Ruinen von Pisaq, Tambomachay, Pucapucara bis nach Sacsayhuamán führen. Die Strecke ist auch für Anfänger und wenig geübte Reiter geeignet und bietet nicht nur tolle Eindrücke der Ruinen, sondern auch der Landschaft und der Indio-Bevölkerung.
Text: Daniela Hesse. Fotos: Mit freundlicher Unterstützung von PromPerú




