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Tag 13 und 14: Curacao und Aruba
Curacao ist die größte Insel der Niederländischen Antillen und die mittlere der ABC-Inseln.
Dank ihrer geographischen Lage ist sie bereits seit den Anfängen der Kolonialisierung ein hervorragender Güterumschlageplatz und brachte den Niederlanden durch den Sklavenhandel einen immensen Reichtum ein. Jawohl, nicht England, Frankreich und auch nicht Spanien waren die größten Sklavenhändler, nein, die kleinen Niederlanden belegen diesen wenig rühmlichen Platz Eins.
Heute befindet sich hier einer der größten Ölraffinerie-Standorte der westlichen Welt mit entsprechend wuseligem Hafen und kosmopolitischer Inselhauptstadt.
Die 60 Kilometer lange und bis zu 45 Kilometer breite Insel liegt nur knapp 60 Kilometer vor der Küste Venezuelas und gilt geologisch als Ausläufer der südamerikanischen Küstenkordilleren.
Vom Hafen aus fahren wir durch das historische Willemstad und besuchen den Floating Market und das Fort Amsterdam, das im Jahr 1635 direkt am Hafeneingang erbaut wurde. In einer Mauer der Kirche des Forts steckt noch heute eine Kanonenkugel, die Kapitän Bligh im Jahr 1804 von der „Bounty“ aus abfeuerte. Jetzt geht es quer über die Insel an die Nordküste und wir erreichen Oca Tabla, eine der spektakulärsten Stellen von Curacao.
Hier hat die Brandung über Jahrmillionen unter einer Kalksteinterrasse eine große, imposante Grotte und einige Löcher ausgespült, durch die die Gischt mit riesigem Strahl durchschießt. Wir balancieren auf dem steilen Pfad an den Klippen entlang und haben einen weiten Blick über die Nordküste und die tosende Brandung. Nach einer kurzen Fahrt erreichen wir Westpunt mit seinen hübschen, farbenfrohen Landhäusern, die auf die Kolonialzeit zurückgehen und als Charakteristika der Insel gelten. Sie sind heute noch als Wochenendhäuser sehr geschätzt und liebevoll restauriert. Während unserer Weiterfahrt in Richtung Willemstad haben wir das Glück, doch noch eine Schar Flamingos in den Salinen zu beobachten.
Den späten Nachmittag nutzen wir zu einem ausgedehnten Stadtbummel. Eine Ponton-Brücke verbindet die beiden Stadtteile und schwingt sich wie von Geisterhand einfach zur Seite, wenn ein großes Schiff in die tiefe Hafenbucht einfährt.
An der Uferpromenade bummeln wir durch viele Shops und genießen auch ein Glas von dem für die Insel berühmten „Curacao-Likör“. Willemstad ist übrigens das Werk jüdischer Siedler, die vor der Inquisition aus Spanien erst nach Amsterdam geflohen sind und dann auf Curacao eine neue Heimat gefunden haben. Eine kurze Taxifahrt bringt uns zur berühmten Destillerie, wo wir eine Werksführung und eine Verkostung des berühmten Likörs teilnehmen.
Tauch-Tipp
Ein absoluter Insider-Tipp ist ein Tauchausflug zu einer abgelegenen Bucht, vor der ausgediente Ami-Schlitten aus den 40er und 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, die es eigentlich sonst nur auf Kuba zu bewundern gibt, versenkt wurden. Der Tauchgang lohnt, denn bunte Schwämme und Korallen, umschwärmt von den verschiedensten prächtigen tropischen Fischen, haben sich auf den protzigen Karossen niedergelassen – ein Autofriedhof der ganz besonderen Art (Infos: www.allwestcuracao.com)Aruba
Die Fassaden der Hotels und der Geschäftshäuser, die wir bei der Einfahrt in den Hafen erblicken, erinnern uns stark an ein „Disney“-Amsterdam. Das gesamte Stadtbild ist geprägt von pastellfarbenen, holländischen Kolonialgebäuden der frühen Siedlungstage, mit geschnitzten Türen und traditionellen Kacheln - eine bunte Mischung mit der heutigen Bauweise. Im Gegensatz zu den meisten anderen Karibikinseln gibt es auf den ABC-Inseln keinen tropischen Regenwald. Wir erleben hier eine wüstenähnliche Landschaft mit vielen verschiedenen Kakteenarten, Agaven und Aloe-Pflanzen. Auffallend sind die charakteristischen Dividivi-Bäume, das Markenzeichen Arubas, deren Kronen sich dem stetigen Ostpassat gebeugt haben und im rechten Winkel abgeknickt sind. Durch ländliche Gebiete führt uns unser Ausflug nach Casibari, einem „Felsengarten“, in dem riesige, verwitterte Felsblöcke verstreut sind. Hier wurde mit den ersten Goldfunden im Jahre 1824 der wirtschaftliche Aufschwung der Insel einläutet. Ein weiteres Markenzeichen Arubas können wir leider nicht mehr betrachten, denn ein immenser Naturfelsbogen, der von Wind und Brandung im Laufe der Jahrhunderte aus der steinigen Nordküste ausgewaschen wurde und wie eine natürliche Brücke wirkte, brach im September 2005 mit Getöse zusammen.
In Oranjestad angekommen, lassen wir uns im Stadtzentrum absetzen, um zum Schluss der Reise noch einmal so richtig Shopping zu machen. Das Einkaufen in Aruba ist so gut wie zollfrei und die Geschäfte führen Waren aus aller Welt. Neben Luxusartikeln lohnt sich der Einkauf von Uhren, Kameras, Sportartikel sowie die heimischen Aloe Vera-Produkte wie auch einheimische Handarbeiten. Noch verbleibt uns bis zur Ausschiffung die Zeit, um an der Hafenpromenade einen letzen Drink zu nehmen und mit etwas Wehmut zu beobachten, wie hinter der Silhouette unseres Schiffes, das so lange unsere zweite Heimat geworden war, die Sonne in einem Farbenrausch versinkt.
Text und Fotos: Werner G. Stoss
Anmerkung: Unsere MS Delphin, die unser sicheres und elegantes Zuhause auf Fluss und Meer war, ist seit Sommer 2010 nicht mehr im Einsatz, da die Reederei in finanzielle Nöte geriet. Viele Gäste bedauern dies zutiefst und wünschen der „White Lady“ ein baldiges comeback!
Nachfolgeschiff
Als Nachfolgeschiff für die stillgelegte MS Delphin kann die ASTOR gelten, die diese Route auch befährt. Veranstalter: Transocean Kreuzfahrten GmbH, info@transocean.de, Tel.: 0421-33 36 - 181.




