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Urlaub in Città di Castello - das antike Tifernum war umbrisches Zentrum
Città di Castello war einst das antike Tifernum, umbrisches Zentrum des Hohen Tibertales, das nach der römischen Eroberung gegen Ende des ersten Jahrhunderts, mit dem Namen Tifernum Tiberinum zu einem blühenden und reichen Munizipium wurde. Der mächtige Patron Plinius der Jüngere verschönerte mit vielen öffentlichen Gebäuden und Tempeln die Stadt. Totilas Goten zerstörten sie, doch die Stadt wurde vom Bischof Florido wiederaufgebaut und befestigt.
Danach nahm die Stadt einen anderen Namen an und hieß zuerst Castrum Felicitates, dann Civitas Castelli, von dem auch der heutige Name «Città di Castello» stammt. Die Stadt wurde unter der Herrschaft der Guelfen (Anhänger der päpstlichen Macht) zur freien Kommune berufen und unterwarf die umliegenden Städte bis über das Appennin. Die zwei prächtigen Palazzi dei Priori und del Podestà, welche dem Architekten Angelo da Orivieto zuzuschreiben sind, sind Zeugen der Stärke und Macht der Stadt.
Gegen Ende des XV. Jhd. kämpften mehrere Adelsfamilien um die Vorherrschaft, jedoch nur der Familie Vitelli gelang es, der Stadt ein neues Ansehen zu schenken. Die Stadt wurde mit der Errichtung von Kirchen, Palästen und Monumenten verschönert, welche ihr noch heute eine anmutige Eleganz von toskanischer Renaissance verleihen.
Berühmte Künstler wie Signorelli und Raffaello, um die wichtigsten zu nennen, verweilten für längere Zeit in Città di Castello, wo einige ihrer bedeutendsten Werke entstanden.
Die Gemeindepinakothek befindet sich im Palazzo Vitelli alla Cannoniera. Hier werden Werke beachtlicheritalienischer Künstler, wie Signorelli und Raffaello, aufbewahrt. Bemerkenswert sind die Fassade in Sgraffito-Technik nach Zeichnungen des Vasari und die Loggia mit den Keramiken der Della Robbia.
Das Kapitelmuseum, das vollständig restauriert wurde, beherbergt eine beachtliche Sammlung religiöser Gegenstände sowie wertvolle Goldschmidkunstwerke: ein Antependium, einen Bischofsstab und eine rare Sammlung von Tablets und Löffeln des IV. Jahrhunderts, für die Eucharistie verwendet, die 1935 in Canoscio aufgefunden wurden.
Eine der Burri Sammlungen befindet sich im Palazzo Albizzini auf der Piazza Garibaldi, die andere ist in den ehemaligen Tabaktrockenböden Rignaldello (ex seccatoi tabacco) untergebracht. Die Sammlungen gingen 1982 und 1990 als Schenkung des Meister Burri an seine Stadt über und bieten eine ausführliche Dokumentation seiner künstlerischen Werke.
Centro delle Tradizioni Popolari: Dieses Museum für volkstümliche und handwerkliche Traditionen befindet sich im Ortsteil Garavelle und beherbergt charakteristische und wichtige Zeugnisse des Bauernlebens und des Kunsthandwerkes. Neben dem Museum in der Villa Capelletti dokumentiert eine interessante Eisenbahnmodellbausammlung die Geschichte der italienischen Eisenbahn.
Weitere Monumente von großem Interesse sind: Der zylinderförmige Kampanile (XI.-XII. Jhd.); der Stadtturm (Torre Civica, XIV. Jh.); die strenge und erhabene Kirche S. Domenico, deren Bau 1271 auf Initiative der Domenikaner begonnen und die 1426 eingeweiht wurde. Das Innere der Kirche ist mit interessanten Fresken der umbrischen Schule geschmückt. Die Kirche S. Francesco wurde 1291 eingeweiht und erlitt daraufhin mehrere Eingriffe. Links zum Eingang öffnet sich die Kapelle der Vitelli, entworfen vom Vasari und durch wunderschöne Chorstühle aus dem 5. Jahrhundert bereichert. Sie wurden in feinster Arbeit von Meistern aus der Gegend entworfen und geschnitzt; vermutlich dienten hinterbliebene Modelle des Raffaellos, der in dieser Kirche als noch junger Künstler, eines seiner Meisterwerke schuf: «Die Hochzeit der Jungfrau».
Die Kirche S. Maria Maggiore und Madonna delle Grazie sind zwei bemerkenswerte Bauten aus dem 5. Jahrhundert, die in ihrem Innern wichtige Fresken und Gemälde bewahren. Sehenswert sind auch der Palazzo Vitelli bei S. Giacomo und derjenige bei Porta S. Egidio, zwei wunderschöne Patrizierhäuseraus dem V. Jh.
Zu entdecken: Der Palazzo dei Priori und derjenige del Podestà; die Freskenmalereien von Signorelli in der Klosterkirche S. Crescentinoin Morra; die Abtei Petroia; die Wallfahrtskirchen Belvedere und Canoscio; die Villa Montesca von der man ein herrliches Panorama über das ganze Tal genießt; das Kloster Zoccolanti; die modernen Anlagen der Thermen von Fontecchio, welche wegen ihren therapeutischen Wirkung schon zu Römerszeiten bekannt waren;die Palazzina Vitelli; die Klöster der Kapuzinerinnen und der Klarissen; die Einsiedelei Buonriposo; die städtische Sammlung mit Zeugnissen aus der Steinzeit und Fossile aus der Umgebung.
Was man sich nicht entgehen lassen sollte:
Die Konzerte des Kammermusikfestival der Nationen, das jedes Jahr von Ende August bis Anfang September stattfindet; die Nationale Pferdeausstellung am zweiten Septembersonntag; die Wohn-und Stilmöbelausstellung im September; die Kanuabfahrt auf dem Tiber im März; die Trüffelausstellung und Markt im November.Eine antike Tradition sind die «Fiere di S. Florido» (Jahrmarkt zum Fest des Städtepatrons) am 14.-15.-16. November.



