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Caserta - Königlicher Palast und Gartenbaukunst
Wem Neapel auf Dauer zu laut und zu städtisch ist, der sollte einen Abstecher in die Provinz Caserta mit der gleichnamigen Hauptstadt Caserta machen. Die 75000 Seelen Stadt bekommt alljährlich viel Besuch, denn hier in Caserta ließ der Bourbone Karl III. sein Verwaltungszentrum errichten: den Palazzo Reale (Königlicher Palast). Denn auch ihm war Neapel nicht schön, nicht sicher und nicht geschützt genug.
Der neapolitanische Architekt Luigi Vanvitelli wurde um 1750 mit der Planung und dem Bau des Palazzo Reale in Caserta beauftragt. Als Vorbild diente nichts geringeres als das Schloss von Versailles. Nur sollte alles noch größer werden. Etwa 20 Jahre später waren die Arbeiten abgeschlossen, richtig fertig gestellt wurde der Palast aber erst 1852.
Das beeindruckende Ergebnis: 250 Meter mal 250 Meter misst die quadratische Fläche des Schlosses. Das fünfstöckige Gebäude umfasst 1200 Zimmer, 1790 Fenster und 34 Treppenaufgänge. Alles ist bis heute gut erhalten und wurde im Zweifelsfall renoviert. Im Untergeschoss befindet sich ein Museum mit Ausstellungsstücken. Die Besichtigung der königlichen Gemächer und reich verzierten Säle erstreckt sich über den 1. Stock. Sehenswert sind außerdem die Kunstgalerie, die Cappella Palatina und das prunkvolle Hoftheater.
Der angrenzende französische Garten gehört mit seinen 120 Hektar zu den größten Grünflächen Kampaniens. Auf drei Kilometer Länge erstreckt sich beste Gartenbaukunst des 18. Jahrhunderts: Brunnen, Wasserfälle und ein System aus Wasserspielen wechseln sich ab. Der größte Wasserfall ist 80 Meter hoch. Direkt neben dieser Gartenanlage gibt es noch den englischen Garten, der ursprünglich nicht geplant war. Doch heute ergänzt er mit seinem Schwanensee und den Kamelienbäumen aus Japan die Einzigartigkeit des Gartens.
Damit ein Ausflug nach Caserta bei einem Tagesausflug bleibt, gibt es regelmäßige Busse, von denen die Besucher an das andere Ende des Gartens gebracht werden. Den besten Überblick über die Parkanlage hat man aus dem 1. Stock des Königlichen Palastes. 1997 wurden der Palazzo Reale und sein angrenzender Garten zum Weltkulturerbe von der UNESCO erklärt.
Nach dem Besuch des Palazzo Reale lohnt sich noch ein Bummel durch Caserta Vecchia, ein kleines Dorf, welches sich seine mittelalterlichen Strukturen bewahrt hat. Der Ort Caserta selbst lohnt sich weniger, praktisch ist nur der Bahnhof. Mehrere Bahnen stündlich verbinden Caserta mit Neapel.
Ulrike Kraenz




