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Budapest - Urlaub in der Donaumetropole
Lange galt Budapest als Industriezentrum Ungarns, wo Fabriken, Reparatur-Werkstätten für Schiffe, Eisenbahnen und Motoren und andere Schwerindustrie häufig im Zentrum oder mitten in Wohnvierteln das Stadtbild zersetzten. Diese Zeiten sind vorbei, wie man direkt merkt, wenn man heute durch die Straßen der europäischen Stadt zieht. Budapest datet sich up. Es setzt seine traditionellen Anziehungspunkte wie Fischerbastei (die seit ihrer Fertigstellung 1905 übrigens nie als Schutz, gern aber als Aussichtsterrasse dient) oder Heldenplatz in Szene und ergänzt sie durch moderne Projekte.
Anstelle von Industriehallen rückten in den letzten Jahren in Pest wie in Buda außerdem bürgernahe Lebensräume wie Einkaufs- und Vergnügungszentren im Stil des Westend City Centers, kulturelle Einrichtungen wie das Haus der Zeitgenössischen Künste "Trafo", Wohn- und Freizeitparks à la MOM oder Millenniumspark. Damit magnetisiert sich die Donaumetropole natürlich auch für Städte-Reisende aus ganz Europa, die aktuellen Lifestyle ebenso erwarten wie klassische Kultur-Attraktionen.
Vorzeige-Beispiel für die Neunutzung alter Industriegelände ist der Multikomplex des Westend Citycenters. Gern wird man als Tourist auf die mehr als 400 Geschäfte, Restaurants und Kinos umfassende Passage hingewiesen, die ganz in der Nähe des Westbahnhofs zu finden ist. Erbaut wurde sie auf dem Terrain über der ehemaligen Gleisanlage, das seit langem brach lag. Auch das Gelände der früheren Ungarischen Optischen Werke, kurz MOM-Park genannt, wurde mittlerweile für die Stadt erschlossen. Hier realisierte eine deutsche Investorengruppe ein neues Einkaufs- und Bürozentrum an den Hängen der Budaer Berge. Anders als in vielen großstädtischen Büro-Vierteln herrscht hier nach Feierabend allerdings nicht öde Menschenleere: durch den Wohnpark lebt es hier auch abends noch.
Bereits 1994 wurde die Große Markthalle von Grund auf originalgetreu renoviert und rekonstruiert, die Ende des 19. Jahrhunderts gebaut wurde, als die offenen Märkte nicht mehr den Ansprüchen der wachsenden Stadt entsprachen. Verweisen neogotische Elemente noch auf vorige Epochen, so stehen die Eisenstruktur und die logische Inneneinteilung für den Funktionalismus moderner Architektur. Aus dem rührigen Treiben in der alten Pracht der Markthalle, das schon um sechs Uhr morgens beginnt, kann man viel ungarischen Alltag aufspüren.
Aus derselben Periode wie die Markthalle stammt auch Budapests erste elegante Ringstraße "Andrássy út", die nach der Vereinigung beider Stadtteile für urbanes Flair zu sorgen begann. Einen würdigen Abschluss findet sie im Heldenplatz am Eingang zum Stadtwäldchen, der an die wichtigsten Momente aus 1000 Jahren ungarischer Geschichte erinnert.
Imposant erhebt sich in der Mitte auf 36 Metern Höhe die Statue des Erzengels Gabriel, der König Sankt Stephan im Schlaf erschienen sein und die Krone gebracht haben soll. Die Figuren auf dem Podest verkörpern die legendären sieben Führer der Staatsgründung, die Statuen zwischen den Säulen Könige, Herrscher und andere Persönlichkeiten der ungarischen Geschichte. In Einklang mit diesem monumentalen Ort erscheinen die Museumsgebäude antiker Form auf beiden Seiten des Platzes: das Museum für Bildende Künste und die Kunsthalle. Und wieder hat man das Gefühl in Budapest, Vergangenheit wie Zukunft auf der Spur zu sein. Hier am Ende der großen Ringstraße findet man nämlich beispielsweise auch das Haus der Zeitgenössischen Künste "Trafo", wo junge und alternative Künstler gefördert werden. Wie der Name noch anzeigt, handelt es sich um eine ehemalige Transformatorenstation, die jetzt ganz im Sinne Budapester Progressivität dem kreativen Nachwuchs dient.
Auch ihr Name verweist auf eine andere Vergangenheit: die Schiffbauerinsel, direkt an die Nordspitze der Margareteninsel anschließend, war einst Servicestützpunkt der Donauflotte mit Reparatur- und Werftbetrieben. Heute pulsieren hier statt Industrie Freizeit-Leben und Kultur angesagt: Alljährlich im Sommer wird das einwöchige "rockige" Insel-Festival gefeiert (dieses Jahr vom 30. Juli bis 6. August), und der Yachthafen zieht Wassersportler an. Mehr als modern gibt sich der Millenniumspark. Auf dem Gelände der früheren "Ganz"-Fabrik in Buda, einst führend in Sachen Eisenbahnräder- und Motorenfabrikation, bietet er heute Unterhaltung und Erholung: Spazierwege und Teich, Theater und charmante Gaststätten in alten Fabrikgebäuden lassen schon einmal einen ganzen Tag heiter vorüberziehen im "Jahrtausend-Park.
Als zukunftsweisend galt auch der Bau der Großen Synagoge Mitte des 19. Jahrhunderts, als die riesige Halle mit ihrer modernen Träger-Konstruktion aus schmiedeeisernen Pfeilern und Bögen in romantischem Stil realisiert wurde. Mit ihren 3000 Plätzen - für eine ursprünglich etwa 30.000 Mitglieder zählende jüdische Gemeinde - ist sie in Europa die größte, weltweit zweitgrößte Synagoge. In unmittelbarer Nähe stößt man auch auf das Jüdische Museum, das beispielsweise Denkmäler, festliche Devotionalien des Judentums sowie Gebrauchsgegenstände aus dem Alltag und das Shoa-Gedenkzimmer ausstellt.
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