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Der Schlüssel zur Welt: Die Freie Hansestadt Bremen

Bremen. Foto: Bremer Tourismus Zentrale

"Schifffahrt ist notwendig, und koste es das Leben!" Dass die Bremer Gesellschaft der Seefahrer diesen legendären Ausruf des römischen Feldherrn Pompejus als Motto wählte, ist kein Zufall: Schließlich war die Seefahrt Grundlage für Bremens Entwicklung und Wohlstand.

 

Die Anfänge der Hansestadt liegen in der Zeit Karls des Großen, der in den Sachsenkriegen das Territorium bis zur Nordsee eroberte und missionierte. In der Fischersiedlung "Bremum" setzte er Willehad Ende des 8. Jahrhunderts als ersten Bischof ein. Obwohl die Siedlung von undurchdringlichen Mooren umgeben war, lag sie günstig: Die Weser bot Zugang zum offenen Meer und der Dünenrücken, auf dem der Ort positioniert war, schützte vor Hochwasser.

Lebensader Weser

Unabdingbar für den wirtschaftlichen Erfolg der Stadt Bremen war die Schiffbarkeit der Weser, die immer wieder zu versanden drohte. Die Bremer reagierten darauf mit ehrgeizigen Projekten: Von 1619 bis 1622 legten sie in Vegesack den ersten künstlichen Hafen an, 200 Jahre später gründeten sie Bremerhaven und Ende des 19. Jahrhunderts regulierten sie die Unterweser, so dass die Versandung schließlich beherrschbar wurde. Welche zentrale Bedeutung die Schifffahrt auch weiterhin hatte, zeigte sich beim Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg, als es hieß: „Erst die Häfen, dann die die Stadt.“

 

Bürger und Bischöfe Der Bremer Marktplatz begeistert mit großartigen Baudenkmälern und erzählt von Bischöfen und selbstbewussten Bürgern. Hier ragen die mächtigen Türme des Doms auf, mit dessen Bau Erzbischof Bezelin 1041 begann.

 

Im 16. Jahrhundert wurde St. Petri vorläufig fertig estellt, im Zuge der Reformation jedoch geschlossen und dem Verfall überlassen. Rettung kam Ende des 19. Jahrhunderts, als der Dom grundlegend restauriert wurde. Fast spöttisch lächelnd blickt der Roland hinüber zur ehemaligen Bischofskirche. 1404 errichteten die Bremer Bürger die gewaltige Statue als Sinnbild ihrer Freiheit.

 

Der Roland ist Wahrzeichen der Stadt und steht vor dem gotischen Rathaus, das von 1609 bis 1612 eine grandiose neue Fassade erhielt – ein wahres Meisterwerk der Weserrenaissance. Auch im Innern begeistert das Rathaus, etwa mit der prachtvollen Güldenkammer oder der Oberen Rathaushalle. Es wurde mit dem Roland im Juli 2004 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Weitere Bremer Höhepunkte sind der Schütting – das Haus der Kaufmannschaft – die Böttchergasse, die der Kaufmann und Mäzen Ludwig Roselius u. a. von Bernd Hoetger zu einem Gesamtkunstwerk gestalten ließ, und das Schnoorviertel mit historischen Bürgerhäusern aus dem 15. bis 18. Jahrhundert, verwinkelten Gassen und zahlreichen Cafés und Ateliers.

Künstlerkolonien im Moor

Worpswede. Foto: Barkenhoff-Stiftung

Herb, fast schwermütig wirkt die Landschaft im Teufelsmoor: Das matte Grün der Wiesen wechselt mit dunklem Moor und dem Silberschimmer der Birken, am hohen Himmel zaubern Sonne und Wolken immer neue Farbspiele.

 

Als der Künstler Fritz Mackensen 1884 das Moordorf Worpswede bei Bremen entdeckte, war er begeistert von dieser eigentümlichen Landschaft. Fünf Jahre später entstand die berühmte Künstlerkolonie, deren gemeinsames Leitmotiv die Rückbesinnung auf die Natur war. Hier lebten neben Mackensen u. a. Otto Modersohn, Paula Modersohn-Becker, Fritz Overbeck und Heinrich Vogeler; Werke dieser ersten Generation von "Worpswedern" zeigen die Große Kunstschau und die Graphothek.

 

Eins der bekanntesten Motive ist der Barkenhoff, die ehemalige Wohn- und Arbeitsstätte Vogelers. Heute werden hier seine Werke im Wechsel mit Kunst des 20. Jahrhunderts ausgestellt, während im Nebengebäude Kunststipendiaten arbeiten.

 

Ein weiteres Juwel mit Künstlertradition ist das urwüchsige, von etlichen Seitenarmen der Wümme durchzogene Fischerhude. Hierhin zog sich Otto Modersohn 1908 nach dem Tod seiner Frau Paula zurück. An den "Entdecker" Fischerhudes erinnert heute das Otto-Modersohn-Museum.


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