URLAUB IN SÜDAMERIKA - BOLIVIEN
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Bolivien - Urlaub im Andenparadies
Bolivien ist trotz seiner Vielfalt und Schönheit für viele Reisende noch ein unbekanntes Land. Nur Wenige wagen das Abenteuer und verbringen ihren Urlaub in Bolivien. Dadurch konnte sich der Andenstaat seine Natürlichkeit bewahren und bietet besonders für Abenteuerreisende viele schöne Eindrücke. Auf die Besucher Boliviens wartet ein kontrastreiches Programm. Während der Osten des Landes aus tropischem Tiefland besteht, erstrecken sich im Westen die Ausläufer der Anden und das bolivianische Hochland. Die Landschaft aber auch die Kultur der Bolivianer zeigt sich daher sehr vielfältig.
Im andinen Hochland bildet La Paz das politische und kulturelle Zentrum. La Paz ist im Gegensatz zu der weit verbreiteten Meinung nicht die Hauptstadt Boliviens, sondern lediglich Regierungssitz. Die tatsächliche Hauptstadt ist seit 1839 das weniger bekannte Sucre, welches diesen Status durch seine zentrale Lage und die Nähe zu den Minenstädten Potosí und Porco erlangte. La Paz spielt jedoch aufgrund seiner Größe eine wichtige Rolle inne. Möchte man im Bolivien-Urlaub die Kultur und Folklore des bolivianischen Hochlandes erleben, ist La Paz Pflichtstation.
Urlaub in La Paz – Hexenmarkt und Mondtal
Obwohl die Stadt in 3.600 Metern Höhe liegt und das Klima hier eher kühl ist, spielt sich das Leben hauptsächlich auf der Straße ab. Überall ist etwas los, besonders in der Altstadt und auf dem Prado – der Flaniermeile von La Paz – gibt es einiges zu sehen. Ein absolutes Muss ist der Besuch des Hexenmarktes, rund um die Calle Linares. Dort gibt es neben bunten Decken und Alpaka-Pullovern auch allerhand Kurioses wie Kräuter, Coca, Naturmedizin und tote Lama-Föten, die als Glücksbringer genutzt werden. Einen Abstecher in den Süden von La Paz sollte man sich nicht entgehen lassen. Dort befindet sich das Valle de la Luna (Mondtal), eine bizarre Felsenlandschaft.
Von La Paz aus bieten zahlreiche Veranstalter Touren zu den schönsten Ecken Boliviens an. Für Abenteuerlustige empfiehlt sich eine Fahrt in die tropischen Yungas. Bei der 60 Kilometer langen Strecke über die gefährlichste Straße der Welt überwindet man in kürzester Zeit 3.000 Meter Höhenunterschied. Doch die 60 Kilometer haben es in sich: Die Straße bietet gerade genug Platz für zwei Fahrzeuge, neben der Fahrbahn geht es steil hinab in die Tiefe und scharfe Kurven erschweren die Sicht. Nicht wenige Menschen stürzten hier schon in den Tod, weshalb die Strecke auch „El Camino de la Muerte“ (Straße des Todes) genannt wird.
Das bolivianische Hochland – Titicacasee und Salar de Uyuni
Von La Paz ist es nicht weit bis zum Titicacasee. Das blaue Meer der Anden befindet sich westlich von La Paz. Durch den See verläuft ein Teil der peruanisch-bolivianischen Grenze. Auf bolivianischer Seite gehören der Wallfahrtsort Copacabana und die Isla del Sol (Sonneninsel), die größte der rund 30 Inseln des Titicacasees zu den touristischen Highlights. Die Kleinstadt Copacabana liegt am Ufer des Titicacasees, wo für viele der Urlaub am Titicacasee beginnt. Hier kann man den quirligen Markt und die Augustiner-Kathedrale Virgen de la Candelaria besichtigen. Am Strand warten Tret- und Segelboote auf Gäste. Von hier aus fahren auch Schiffe zur Isla del Sol, auf der man einige Ruinen und die terrassenartig angelegten Gärten der Inka besichtigen kann. Am schönsten ist jedoch der Ausblick, den man vom Gipfel der Insel genießt. Von hier oben hat man einen sehr schönen Blick auf die bolivianische Königskordillere.
Immer mehr Menschen besuchen in ihrem Bolivien-Urlaub den Salar de Uyuni im Südwesten des Landes. Der größte Salzsee der Erde beeindruckt mit seiner endlosen glitzernden Oberfläche, die wie ein riesiges weißes Meer wirkt. In der Regenzeit von November bis April bedeckt zwar eine dünne Wasserschicht die Oberfläche, doch der Anblick, des auf der spiegelglatten Oberfläche reflektierten Himmels ist ebenso schön. Rund um den Salar de Uyuni gibt es für Naturfreunde viel zu entdecken. Von der kargen Wüsten- und Steinlandschaft in der Siloli-Wüste bis hin zu den farbenprächtigen Lagunen im Naturreservat Reserva Nacional de Fauna Andina Eduardo Avaroa, wo man die südamerikanischen Flamingos beobachten kann.
Urlaub in Boliviens tropischem Osten
Das Hochland ist nur ein Teil Boliviens, flächenmäßig um einiges größer ist das tropische Tiefland, das den Osten des Landes bedeckt. Hier befindet sich auch die größte Stadt des Landes: Santa Cruz de la Sierra. Dank des wirtschaftlichen Aufschwungs zog es in den letzten Jahren immer mehr Bolivianer in die Boom-Town. Mittlerweile leben hier mehr Menschen als im Großraum La Paz. Für Touristen gibt es in Santa Cruz zwar nur wenige Sehenswürdigkeiten, dafür sind die Temperaturen wesentlich milder als im Hochland, im Sommer wird es sogar richtig heiß. Außer der Altstadt und den nahe gelegenen Sanddünen Lomas de Arena nennt Santa Cruz nur wenige touristische Attraktionen sein eigen. Dafür hat das Nachtleben dank vielzähligen guten Restaurants und jede Menge Bars und Kneipen umso mehr zu bieten.
Von Santa Cruz aus bieten sich Ausflüge in die Umgebung an. Nahe der Stadt befindet sich das Biocentre Güembe, in dem auch die Cruzeños gerne Urlaub vom geschäftigen Alltag machen. In dem naturfreundlichen Familienpark kann man reiten, schwimmen, Schmetterlinge und Orchideen bewundern oder rudern. 120 Kilometer südwestlich von Santa Cruz befindet sich die Kleinstadt Samaipata, wo Bolivien-Urlauber eine alte Inka-Festung besichtigen können. Unweit der Kleinstadt befinden sich bei Cuevas einige kleine Wasserfälle, die zum Plantschen einladen. Sie liegen in einem riesigen Park, in dem man auch Spazieren gehen kann. Von Samaipata aus ist es nicht mehr weit bis zum Nationalpark Amboró, der eine tropische Tier- und Pflanzenwelt beherbergt. Unter anderem leben hier Pumas und Brillenbären. Mit einem Ranger kann man das Naturparadies erkunden und erhält dabei interessante Informationen über die verschiedenen Pflanzen und die tierischen Parkbewohner.
Feste in Bolivien
Wer im Urlaub die Kultur der Anden mit ihren farbenfrohen Festen erleben möchte, sollte sich zwei Termine merken: An Karneval steht zwar ganz Bolivien Kopf, doch auf eine Stadt trifft dies besonders zu. In der bolivianischen Folklore-Hauptstadt Oruro tanzen und musizieren die Karnevalisten was das Zeug hält. Die Kostüme der Tanzgruppen sind dank farbenfroher und reicher Verzierung ein Fest für die Augen. Sie unterscheiden sich je nach Tanzgruppe- und Stil. So tragen die Diablada-Tänzer Teufelsfratzen, die Kostüme der Morenada-Tänzer erinnern an Uniformen. Die Tanzgruppen stellen bestimmte ethnische und berufliche Gruppen der bolivianischen Gesellschaft dar.
Nach dem Karneval von Oruro gilt das Volksfest Gran Poder in La Paz zu den Highlights im bolivianischen Eventkalender. Auch hier treten Tanzgruppen auf und laufen tanzend und musizierend durch das Stadtzentrum, in dem mehrere Tage lang Ausnahmezustand herrscht. Der Karneval von Oruro beginnt am Samstag vor Rosenmontag. Die Fiesta del Gran Poder findet Ende Mai oder Anfang Juni statt.
Daniela Hesse





