Eine sinnvolle Schutzkleidung für Fußballfans, die im Sommer zur WM ins kriminalitätsgeschüttelte und von Hooligans als Schlachtfeld auserkorene Südafrika reisen wollen? Oder doch eher Ausdruck gewiefter und skrupelloser Geschäftemacherei, die gezielt die Besorgnisse und Ängste normaler Fußballanhänger missbraucht? An einer “Stichschutzweste” (stab vest) für Fußballfans, die die in London registrierte Firma Protektorvest.com seit kurzem anbietet, scheiden sich die Geister.
Die umstrittene Weste schützt ihren Träger laut Hersteller vor Messerstichen, Attacken mit scharfkantigen/spitzen Gegenständen und Ähnlichen. Ausgeliefert wird das rund 80 Euro teure Stück auf Wunsch auch mit einer vorn angebrachten Landesflagge, die unmissverständlich anzeigt, welcher nationalen Fangruppe sich der Träger zugehörig fühlt (siehe Bild).
Zu den schärfsten Kritikern der Schutzweste gehört die British Football Supporters Federation (BSSF - Vereinigung Britischer Fußballanhänger). Die BSSF sieht nicht nur Panikmache aus Geschäftsinteressen am Werk, sondern betrachtet die Schutzweste auch als potentiell gefährlich. Daher empfiehlt Malcolm Clarke, der Sprecher der BSSF, einen Erwerb ausdrücklich nicht: “Dies versetzt die Leute nur unnötig in Panik und schürt eine gereizte Atmosphäre”. Wie Clarke weiter ausführte, arbeitet die BSSF gegenwärtig mit den britischen Behörden und dem englischen Fußballverband an sinnvollen Sicherheitstipps für englische Fußballfans, die im Sommer nach Südafrika reisen.
Verteidigt wird die Weste naturgemäß von Protektorvest selbst. Besitzer Sascha Cutura zeigte sich “enttäuscht” darüber, dass man seiner Firma unterstellt, sie wolle gezielt Ängste schüren. “Wir sind selbst Fußballfans und wollen Südafrika ganz sicher nicht beleidigen. Aber ein Sicherheitsrisiko ist einfach vorhanden”, sagte Cutura weiter.
Bild: Stichschutzweste - die Variante für Fans des kommenden Weltmeisters.