Wie spanisch soll es sein? - Reisetipp Extremadura
geschrieben von Veto (20. Juli 2010)

Burg Puebla de AlcocerWer in vergangenen Zeiten Spanien bereiste, der war meist fernab der Küste unterwegs. Nur die Häfen wurden für die Anreise oder Abreise per Schiff genutzt, ansonsten hielten sich die meisten Reisenden von den Gestaden des Meeres fern, schließlich führten die allermeisten Handels- oder Pilgerrouten durchs spärlich besiedelte Landesinnere. Diese Reisen dauerten viele Tage oder Wochen, so dass das Übernachten in Dörfern und Kleinstädten, die wie Inseln in der Landschaft lagen, die Regel war. Im 21. Jahrhundert haben sich auch in Spanien aus vielen kleineren Orten große Städte gebildet mit hässlichen Wohnvierteln rund um die oft noch sehr schönen Altstadtbereiche. Außerdem haben Autobahnen, Plantagen unter Plastikplanen und Gewerbegebiete das Antlitz Spaniens deutlich verändert.
Störche über CaceresTrotz allem, fast in jeder Region Spaniens finden sich auch heute noch unberührte Gebiete, aber das eine große autonome Region (größer als Belgien) als Ganzes wie ein Überbleibsel aus vergangenen Zeiten wirkt, in der die Zeit stehen geblieben zu sein scheint, das ist doch ungewöhnlich.
So eine Region ist die Extremadura. Sie liegt zwischen Kastilien-León im Norden, Kastilien-La Mancha im Osten, Andalusien im Süden und Portugal im Westen.
Die Extremadura ist ein ziemlich unbekanntes Reiseziel, obwohl sie nur zwei Autostunden von Madrid entfernt liegt. Es bietet sich also an, einen Flug nach Madrid zu buchen, einem Mietwagen zu nehmen und die Extremdura mit dem Wagen zu entdecken. Je nach Geschmack kann man Hotels bereits im Vorfeld der Reise von Deutschland aus buchen oder sich unterwegs spontan eine Unterkunft suchen. GeierEs ist aber auch durchaus möglich mit öffentlichen Bussen von Ort zu Ort zu reisen.
Die Extremdura ist sehr dünn besiedelt und galt Jahrhunderte lang als rückständig. So fährt der Urlauber durch Landschaften wie im Bilderbuch. In manchen Gebieten erinnern weite Grasflächen an die nordamerikanische Prärie, andere Gebiete erinnern mit ihren Reisfeldern fast an asiatische Regionen. Es finden sich auch Zeugnisse der römischen Besatzungszeit, zum Beispiel die Brücke von Alcántara, aber meist wird man an „die gute alte Zeit“erinnert, an Epochen irgendwann zwischen Mittelalter und Neuzeit. Dies liegt an den Dörfern und Kleinstädten in denen die Zeit anscheinend stehengeblieben ist. Oft umschließen noch Stadtmauern die Orte und oberhalb der Stadt thront eine Burg, wie zum Beispiel in Trujillo.
Was aber den ganz besonderen Reiz ausmacht sind die unzähligen Storchennester, die fast jeder Ort aufzuweisen hat und die auch alle besetzt sind, zumindest in den Frühlings- und Sommermonaten. Landschaft in der ExtremaduraUnd wie es sich für richtige Störche gehört, klappern sie auch entsprechend und schaffen zusammen mit der klaren, sauberen und warmen Luft, dem hellen Licht und den ursprünglichen Städtchen eine ganz besondere Atmosphäre.
Wer jetzt glaubt, das die Extremadura nur aus weiten Grasflächen, Schafsweiden und extensiv bewirtschafteten Äckern besteht, der irrt. Neben den oben erwähnten Reisfeldern finden sich hier auch viele große, fast riesige Stauseen, mit deren Hilfe das Wasser der Gebirgsflüsse in Energie umgewandelt wird..
Mir gefällt die Extremadura wirklich gut. Zur Weite des Landes, den Burgen, den Stauseen und den Störchen kommen noch die Geier, die oft am Himmel zu sehen sind. Zahlreiche kleine Hotels und Restaurants sorgen für ein ordentliches Dach über dem Kopf beziehungsweise für eine gute Mahlzeit.


Kommentare:
1 Kommentar zu "Wie spanisch soll es sein? - Reisetipp Extremadura"
Christel Berger am 9. August 2010 um 21:08

Netter Artikel. Die Region ist malerisch und gut mit einer Portugalrundreise kombinierbar.


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