Venedig symbolisch beerdigt - vertreibt der Tourismus Einheimische?
geschrieben von zlatan i. (17. November 2009)

Touristen in VenedigVenedig, die „Königin der Adria“, stirbt aus. Seit 1966 schrumpfte die Einwohnerzahl um die Hälfte, im historischen Zentrum leben laut einem aktuellen Report inzwischen weniger als 60.000 Menschen. Verlassen und trostlos - wie vielleicht ein Bürger Mecklenburg -Vorpommerns angesichts dieser Zahlen denken könnte - wirkt Venedig trotzdem nicht. Ganz im Gegenteil: Touristen bevölkern die Stadt mehr als je zuvor - und sind durchaus ein Teil des Problems.

Eine vielbeachtete Gondel-Prozession auf dem Großen Kanal machte am Samstag auf den „schleichenden Tod“ Venedigs aufmerksam. Ein rosafarbener, mit Blumen geschmückter Sarg sollte den “letzten echten Venezianer” symbolisieren. Leichenträger in schwarzen Roben begleiteten das bunte Möbel bei der Fahrt. Später zog die Trauergemeinde an Land vor das Rathaus und verlas dort ein Kondolenzschreiben und ein Gedicht im venezianischen Dialekt.

Steigende Wasserstände, eine geringe Geburtenrate (wie in Italien insgesamt) und schlechte kommunale Dienstleistungen zählen zu den Hauptgründen für Venedigs schrumpfende Einwohnerzahl. Doch auch den Massentourismus machten die Prozessionsteilnehmer für das demographische Ausbluten verantwortlich: So treibe die Umwandlung von Wohnhäusern in Hotels bzw. von privaten Wohnungen in Gästehäuser die Mieten in die Höhe - und damit viele Einheimische aus der Stadt. Die Nachfrage durch Touristen sorge zudem für steigende Lebensmittelpreise. Dazu kämen langfristig negative Aspekte des Fremdenverkehrs, etwa die zusätzliche Beschädigung des morschen städtischen Mauerwerks durch Kreuzfahrtschiffe.

Dass die Prozessionsteilnehmer die Hoffnung für “ihr” Venedig noch lange nicht aufgegeben haben, machten sie am Samstag ebenfalls symbolisch klar: Am Ende des Umzugs wurde der Sarg eingetreten und eine Fahne mit dem Bild des Phönix herausgeholt. Ironie am Rande: Die Szene soll auch von umstehenden Touristen fotografiert worden sein …


Kommentare:
2 Kommentare zu "Venedig symbolisch beerdigt - vertreibt der Tourismus Einheimische?"
Wolfgang S. am 20. November 2009 um 16:12

Das ist doch alles nur Show! Dank dem Tourismus geht es den Spaghettifressern besser denn je!


markkkkk am 29. Juni 2010 um 15:18

Hallo!! Im Mai war ich auch in Venedig.. ich habe ein sehr gutes Parken gefunden, das Saba Venezia Mestre Hauptbahnhof Parken .. jemand kennt dieses Parken? Es ist nicht so teuer wie andere Parken (€ 80.00 gespart für 4 Tage!!) und es ist mit dem Santa Lucia Hauptbahnhof sehr gut verbunden! Außerdem, gibt es auch einen Abschnitt von € 30.00 zu kaufen !! Schau mal :
http://www.sabait.it


Hinterlasse einen Kommentar
Name: 
Email: 
URL: 
Kommentar: