Urlaub in Frankreich - Languedoc-Roussillon
geschrieben von Veto (31. Januar 2014)

Burg Peyrepertuse im Languedoc-RoussillonDas Languedoc-Roussillon ist eine uralte Kulturregion, eine Region die immer im Mittelpunkt des Weltgeschehens stand. In grauer Vorzeit (vor etwa 450.000 Jahren) lebte hier der Tautavelmensch, (Homo erectus tautavelensis) ein Jäger, der aber noch kein Feuer kannte. Viele Jahrtausende später, vor etwa 2.800 Jahren siedelten Kelten in der Region. Diese machten 600 Jahre später Bekanntschaft mit den Römern machten, auf friedliche Art und Weise. Die Römer errichteten an der Küste des Languedoc-Roussillon - genauer in Narbonne - ihre erste Siedlung außerhalb Italiens. Der Hafen von Argeles-sur-merVon hier wurde die Rhone als Handelsweg entdeckt und vor allem die Kolonisierung Spaniens vorbereitet.
Im Mittelpunkt des Interesses stand dabei der Handel, der beiden Seiten gute Gewinne versprach, sowohl den Kelten als auch den Römern, aber natürlich unterbrachen immer mal wieder diverse Kriege die Handelsbeziehungen, zum Beispiel als Hannibal mit seinen Elefanten hier durchzog.
Als dann die sogenannten Völkerwanderungen einsetzten, zogen diverse Kelten- und Germanenstämme durch die Region, von denen die Westgoten den prägendsten Eindruck hinterließen.
flussbadenNach der Christianisierung wurden im Languedoc-Roussillon grausame Kriege geführt, da der Papst in Rom mit Hilfe seiner Verbündeten gegen die Katharer, einer christlichen Glaubensbewegung zu Felde zog. Die Soldaten äscherten dabei ganze Städte ein und die Bewohner wurden brutal ermordeten: Alles im Namen der Kirche und Jesus Christus.
Heute sind die ehemaligen Katharerburgen, sofern noch etwas übrig geblieben ist, beliebte Ausflugsziele. Der Hauptanziehungspunkt ist allerdings die Stadt Carcassone, eine große mittelalterliche Burganlage die aussieht wie aus dem Bilderbuch oder als ob sie für einen Hollywoodschinken errichtet wurde.
Baignade interdite - Baden verbotenAber jetzt zum Thema Urlaub im Languedoc-Roussillon. Wie sich denken lässt sind die meisten Urlauber im Juli und August unterwegs und Hauptziel sind die Strände des Mittelmeeres bzw. die dazugehörenden Badeorte. Die Infrastruktur ist ausgesprochen gut, egal ob Vergnügungspark für den Nachwuchs, Wassersportanbieter, Restaurants für jeden Geschmack, Supermärkte. Die Strände der Region sind berühmt, wer allerdings denkt, dass das Meer harmlos ist, der vertut sich. Zwar fehlt Ebbe und Flut, aber trotzdem können regional gefährliche Strömungen auftreten. So kann man jedem Urlauber nur dringend raten, bei Roter Flagge nicht baden zu gehen bzw. den Anweisungen der Rettungsschwimmer und der Strandpolizei zu folgen.
Montpellier TriumphbogenAn windigen Tagen kann es sein, dass nur bestimmte Strandanschnitte freigegeben sind. Das liegt daran, dass an den gesperrten Bereichen Strömungen jeden Schwimmer aufs Meer hinausziehen.
Aber am Strand kann man ja mehr machen als Baden. Natürlich kann man sich in die Sonne legen, wobei man selbstredend nicht übertreiben sollte. Aber wie wäre es mit Beachvolleyball, Fußball oder einer gemütlichen Strandwanderung? Beliebt sind auch Spaziergänge zum nächsten Hafen. Häfen sind immer interessant, egal ob Handel-, Fischerei- oder Freizeithäfen.
TarnschluchtEine nette Abwechslung sind auch Märkte, die überall entlang der Küste zu finden sind, wobei die Geschmäcker unterschiedlich sind: Viele sind vor allem an Kleidung, Schuhen usw interessiert, während andere sich eher für die frischen Fische, Fleisch, Wurst, Obst, Gemüse oder Käse interessieren. Da ist es von Vorteil, wenn man selber kochen kann. Vor allem Fisch und Meeresfrüchte sind frischer als in deutschen Supermärkten, zudem ist die Auswahl größer.
An Ausflugszielen mangelt es nicht, neben den anfangs angesprochenen Burgen und der Stadt Carcassonne sind beispielsweise auch Montpellier, Narbonne, Nimes, Collioure und Perpignan besuchenswert. Aber es lohnt sich auch einfach mal über Land zu fahren und die Schönheit der Landschaft zu erleben, einer Landschaft, die der berühmten Schönheit der benachbarten Provence in nichts nachsteht. Immer mehr Besucher zieht es inzwischen gleich ins Hinterland, schließlich bietet die Region auch abseits der Strände schöne Urlaubsregionen.


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