Unzulängliches Management, dreckige und laute Hotels, zu hohe Zimmerpreise, schlechte Flugverbindungen - derartige Urteile über die rumänische Tourismusindustrie brachten den Reiseveranstalter TUI im Jahre 2006 dazu, Rumänien-Angebote aus seinen Katalogen zu streichen. Dass damals “Rumänen-Kritiker” Jürgen Rüttgers* als Berater für die TUI arbeitete, ist nur ein albernes Gerücht (Rüttgers ist schon seit 2005 NRW-Ministerpräsident), wahr ist dagegen, dass der Reiseveranstalter 2010 nach Rumänien “zurückkehren” wird. Anscheinend geht man bei der TUI davon aus, dass sich vor Ort einiges zum Positiven verändert hat (bzw. in Kürze verändern wird). Vorige Woche unterschrieben die TUI und die rumänische Tourismusministerin Elena Udrea eine Partnerschafts-Vereinbarung.
Geplant ist u. a. eine TUI-Sonderbroschüre über Rumänien. 120.000 Exemplare sollen davon hergestellt und in deutschen Reisebüros an den Mann und an die Frau gebracht werden.
Voraussetzung für eine Wiederaufnahme der Zusammenarbeit war für die TUI, dass von rumänischer Seite zugesagt wurde, vier “Minimal-Bedingungen” zu erfüllen: Einführung einer klar definierten “Saison” (15. Mai bis 15. September) - Garantie einer direkten Flugverbindung zwischen Deutschland und der Schwarzmeermetropole Constanta - Durchführung gezielter Marketingkampagnen durch das rumänische Tourismusministerium (in Zusammenarbeit mit der TUI) - Sicherstellung wettbewerbsfähiger Preise in den Hotels am Schwarzen Meer.
* Rüttgers im Bundestagswahlkampf über rumänische Industriearbeiter: “Und im Unterschied zu den Arbeitnehmern im Ruhrgebiet, kommen die in Rumänien nicht morgens um sieben zur ersten Schicht und bleiben bis zum Schluss da. Sondern sie kommen und gehen, wann sie wollen, und sie wissen nicht, was sie tun.” Ob der NRW-Ministerpräsident mal in Rumänien war und auch eine “Meinung” über dortige Hotelbeschäftigte hat, ist dem Verfasser dieses Blogbeitrages nicht bekannt.
Foto: Viele da, aber keiner mit der TUI. Touristen an der rumänischen Schwarzmeerküste (Venus). Urheber: Alex Pănoiu, Lizenz: cerative commons