Tourismus in Kurdistan - zum Newroz-Fest nach Arbil (Hewler)?
geschrieben von zlatan i. (4. November 2009)

neujahrsfeuer-kurdistanWas fällt Ihnen zum Thema Kurdistan ein? Wahrscheinlich unter anderem das kurdische Neujahrs- und Frühlingsfest “Newroz”, das auch die kurdische Gemeinde in Deutschland alljährlich ausgiebig feiert. Die Kurden begrüßen dabei mit einem großen Feuer den Frühling (Termin ist der 21. März) und alle singen und tanzen, oft in traditioneller Tracht. Dass Newroz darüber hinaus ein kurdischer Nationalfeiertag ist, an dem sich der „kurdische Freiheitswille“ manifestiert, erkennt der deutsche Beobachter daran, dass an diesem Tag stets große Demonstrationen für die Rechte der Kurden in der Türkei und im Iran stattfinden.

„Schön und gut“, werden Sie sagen, „aber was hat dieses Thema in einem Reiseblog verloren?“. Nun, die Antwort findet man auf der Internetseite der Autonomen Region Kurdistan im Irak (www.krg.org). Die dortige Regierung unternimmt gegenwärtig erste Schritte, um internationale Touristen ins Land zu locken (über Heimatbesuche von Exil-Kurden hinaus), und möchte Besuchern auch die örtlichen Newroz-Festlichkeiten näherbringen. Auf Krg.org heißt es dazu:„Die beste Zeit für Reisen nach Kurdistan ist der März, dann, wenn die Menschen Newroz feiern, das Neue Jahr, das mit dem Frühling beginnt …“.

Stand der Dinge

Wer ein wenig im Internet zum Tourismus in Irakisch-Kurdistan recherchiert, lernt, dass die Region inzwischen ein eigenes Tourismusministerium besitzt und - im Gegensatz zum restlichen Irak- als verhältnismäßig sicher gilt. Auch dass die Region bedeutende touristische Schätze beherbergt, bekommt man häufig zu lesen. „Schneebedeckte Berge, atemberaubende Schluchten oder die Wasserfälle in Gali Ali Beg, jahrtausende alte christliche und jüdische Siedlungen wie Amadiya oder die Zitadelle von Arbil, Museen und Ausgrabungen: Der Nordirak bietet viel für das Auge“, heißt es zum Beispiel auf www.tagesschau.de.

Was in der Region allerdings noch weitgehend fehlt, ist eine vernünftige touristische Infrastruktur. Zwar sind die internationalen Flughäfen inzwischen recht gut angeschlossen (direkte Flugverbindungen u. a. Arbil-Frankfurt sowie Sulaymania-Düsseldorf und Sulaymania-München), doch ansonsten ist der Abstand zu anderen Ländern der Weltgegend (wie etwa der Türkei, Syrien oder Jordanen) noch groß . Akzeptable Hotels, Restaurants oder kundige Touristen-Führer muss man vor Ort mit der Lupe suchen. Und selbst bei der Strom- und Wasserversorgung gibt es noch ernsthafte Defizite.

Und so wird es - da sind sich alle einig - noch ein ganzes Weilchen dauern, bis der internationale Tourismus in der Kurdischen Autonomieregion ernsthaft Fuß fassen kann. Dass dies irgendwann passieren wird, unterliegt keinem Zweifel, wann, ist völlig offen. Im Tourismusministerion der autonomen Region arbeiten aber immerhin 400 Leute an dem „Langzeitprojekt“.

Organisierte Reisen in die Region bieten bisher nur us-amerikanische Reiseveranstalter an, und dies auch nur in den USA selbst. Zwei an der Zahl sollen es sein. Im irakisch-kurdischen Tourismusministerium ist man trotzdem optimistisch, auch für Deutschland:“ Die Amerikaner könnten das auch für deutsche Gruppen organisieren“, stellte Tourismusminister Youkhana im März 2009 gegenüber Tagesschau.de fest. Zudem hofft er auf die große kurdische Gemeinde in Deutschland. „Wenn da zwei oder drei ein Reisebüro aufmachen, könnten sie Touristen herbringen.“

Foto: Neuerjahrsfeuer in herrlicher Landschaft. Foto: kurdistanكوردستان
Lizenz: cerative commons.


Kommentare:
1 Kommentar zu "Tourismus in Kurdistan - zum Newroz-Fest nach Arbil (Hewler)?"
Kevin am 8. November 2009 um 07:52

Wo liegt das?


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