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Kokosnuss-Schalen oder Wellblechdosen? Ökostreit an Rios Stränden
”Gehen Sie am Ende des Tages an den Ipanema Strand und Sie werden dort Berge von Kokosnüssen finden, die die Leute zurückgelassen haben. Kokosnuss-Schalen sind der Müll, der am Strand die meisten Ratten anlockt“, sagte unlängst der für Rios Strände zuständige Jovanildo Savastano der Nachrichtenagentur AFP. Bis zu 30 Tonnen leere Kokosnüsse fallen laut Savastano täglich an den Stränden der Metropole an, die bekanntlich 2014 Gastgeber der Fußball-WM sein wird und zwei Jahre später die Sommerolympiade ausrichtet. Rios Umweltschützer sehen das Kokosnuss-Problem weit lockerer und betonen die - aus ihrer Sicht - negativen ökologische Folgen des Verbotes. Wenn die Menschen den beliebten Kokosnuss-Saft nicht mehr direkt aus der Schale trinken dürfen, so die Argumentation der Ökologen, müssten sie auf Dosen oder Flaschen zurückgreifen. Damit werde ein natürlicher, biologisch abbaubarer „Trinkbehälter“ durch industrielle Produkte verdrängt. Gerade Dosen sind aus Sicht vieler Umweltaktivisten bereits jetzt ein Problem an Rios Stränden. Das Ganze diene so letztlich nur den Interessen der Getränkeindustrie, meint etwa der Umweltschützer Gerhard Sardo. Als unumstößlich gilt das Verkaufsverbot allerdings nicht. Bürgermeister Eduardo Paes gab unlängst bekannt, die Verordnung zu überdenken, wenn die Strandbesucher ihren Müll in Zukunft diszipliniert selbst entsorgen. Foto: Nur noch ein paar Tage möglich: Kokosnussverkauf an der Copacabana. Foto: Phillie Casablanca, Lizenz. creative commons.
Kommentare:
3 Kommentare zu "Kokosnuss-Schalen oder Wellblechdosen? Ökostreit an Rios Stränden"
Melissa am 26. November 2009 um 10:54
Schade, wenn es wirklich soweit kommen würde! Ein echtes Stück Copacabana würde damit ausgelöscht
Kerstin am 8. Dezember 2009 um 18:22
Irgendwie finde ich es paradox dieses Gesetz. Denn ich glaube, dass Rio weit größere Müllprobleme hat, als die Kokosnüsse, die doch eventuell als Dünger genutzt werden könnten, schließlich sind sie ja ökologischer Natur. Vielleicht würden spezielle Entsorgungstellen das Problem mindern und wenn man diese dann noch wirtschaftlich nutzen könnte, wäre es wohl eine effektivere Lösung als der reine Verbot.
Liz am 28. Februar 2011 um 13:58
Kann man die leeren Kokosschalen nicht als Isoliermaterial oder zu Faserplatten umarbeiten? Blech und Kunststoff kann doch nicht die Lösung sein. Hinterlasse einen Kommentar
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