Urlaub mit Hund - an Europas Stränden gibt es immer mehr Hundeverbote
geschrieben von Veto (8. Februar 2010)

Rauhaardackel am Strand von Zandvoort in den NiederlandenPlötzlich gehört ein Hund mit zur Familie.Vielleicht weil die Kinder unbedingt einen Hund haben wollten oder weil der Nachbar oder ein Verwandter schwer erkrankte oder gar stirbt und der Hund ansonsten ins Tierheim müsste. Ein Hund, den man möglicherweise schon lange kennt und mit den man so manches Mal Gassi gegangen ist, ist einem schließlich nicht egal und die Vorstellung, dass er im Tierheim darbt und nach einer Weile eingeschläfert werden könnte, ist nicht unbedingt angenehm.
Also, plötzlich hat man einen Hund, kümmert sich um ihn (sie) und die richtige Ernährung, Erziehung usw. und der Alltag geht nimmt seinen Lauf. Eines Tages steht dann die Frage im Raum: Wohin fahren wir dieses Jahr in den Urlaub? Aber, was ist mit dem Hund? Wer seinen Urlaub gerne in den Bergen oder auf dem Lande verbringt, der hat meist weniger Probleme. Hunde sind dort gerne gesehen, das Klima ist für die Tiere gut geeignet und die Bevölkerung ist oft sehr Hundefreundlich.
Anders sieht es aus, wenn man im Sommerhalbjahr seinen Urlaub am Meer verbringen möchte. In vielen Ländern rund ums Mittelmeer sind Hunde am Strand generell verboten.
WomitIn Spanien sind Hunde am Strand generell verboten. Manchmal werden bestimmte Strandabschnitte stillschweigend für Hunde frei gegeben, aber längst nicht überall. Außerdem ist die Klimaumstellung und die Sommerhitze in Spanien für das Wohlbefinden der meisten Vierbeiner nicht gerade ideal. Wenn man an den Strand darf, dann muss man sich, neben Leine und Tüte für die Hinterlassenschaften, ein Scalibor Protectorhalsband besorgen, schließlich ist die Hundekrankheit Leishmania in Spanien häufig anzutreffen.Sie wird unter anderem durch Sandflöhe übertragen, die an fast jedem Strand anzutreffen sind.
Wird die Krankheit nicht erkannt, stirbt der Hund innerhalb weniger Wochen. Mit dem Halsband ist das Tier zwar geschützt, sollte damit allerdings nicht ins Wasser gehen, da der Gift des Protectorhalsband für Meerestiere giftig ist. Außerdem muss in Spanien jeder Hund einen Chip implantiert haben, ansonsten kann er eingefangen und eingeschläfert werden.
Die Situation in Portugal ist nicht besser. Hunde am Strand sind verboten und in Fernbussen, Straßenbahnen und U-Bahnen dürfen sie ebenfalls nicht betreten. In portugiesischen Zügen müssen Hunde Maulkörbe tragen.
Auch in Kroatien ist das Leben für Hundebesitzer nicht einfach. An den Touristenstrände sind sie verboten, also muss man laufen und einen abgelegenen Strand suchen. In Italien muss jeder Hundehalter einen Maulkorb mit sich führen, das Tier muss angeleint sein und trotzdem sind Strände für Hunde tabu.
Ebenso ist die Situation in Südfrankreich, Hundestrände sind sehr selten. Wie in Spanien oder Portugal werden Verstöße teuer. 60 Euro ist man schnell los, es kann aber auch deutlich kostspieliger werden.
In den Niederlanden sind in der Badesaison Hunde am Strand entweder ganz verboten oder man darf mit ihnen nur zwischen 19.00 Uhr abends und 9.00 morgens an den Strand, oft aber nur angeleint und mit Tüte im Gepäck.
Die meisten deutschen Badeorte bieten Hundebesitzern einzelne Strandabschnitte an, so dass Strandurlaub ohne Probleme möglich ist, ebenso in Dänemark. Hier gibt es sogar viele sogenannte Hundewälder, abgezäunte Waldareale in denen die Hunde frei umhertollen dürfen. Allerdings ist auch hier das Entfernen der Hinterlassenschaften Pflicht.
Zusammenfassend sollte sich jeder Hundebesitzer im Vorfeld, also vor der Reisebuchung, über geeignete Urlaubsregionen genau informieren. Saloppes Denken, wie zum Beispiel „es werden sich schon Möglichkeiten zum Strandspaziergang mit Hund finden“, sind fatal und können die Urlaubsfreude stark einschränken. Mittel- und Nordeuropa sind generell deutlich geeigneter für Urlaub mit Hund als die Länder rund ums Mittelmeer.


Kommentare:
6 Kommentare zu "Urlaub mit Hund - an Europas Stränden gibt es immer mehr Hundeverbote"
Uta Böhler am 9. Februar 2010 um 10:39

Seit drei Jahren lassen wir unseren Hund bei meinem Bruder. An der Costa Brava (Dénia) dürfen Hunde nirgends an den Strand.


Paul P am 10. Februar 2010 um 15:45

Bis 2000 Euro Strafe!
An den Stränden Malagas (Andalusien) kann bis 2000 Euro kosten mit Hunden zum Strand zu gehen. Vor 3 Jahren sah man die Spanier mit ihren Hunden morgens und spät abends am Strand, Sommer 2009 gar nicht mehr. Das hat uns zu denken gegeben. Also nicht mal mehr nachts!? Es ist traurig, vielleicht machn wir in Zukunft woanders Urlaub.


Eddi am 28. Februar 2010 um 09:15

Wer sich einen Hund kauft soll sich halt überlegen was er tut.
Das Tier kostet Geld in der Anschaffung, Tierarzt, Hundesteuer.. und in der Stadt muss er ihn anleinen. Für das Tier ist es kein Vergnügen in der Stadt zu leben, wenn man überlegt, dass es in der Stadt für Hundenasen ziemlich stinkt, nicht allein die Autoabgase, die sich in Bodennähe sammeln
Außerdem wird man/frau oft schräg angesehen (ob die Ihre Schieße auch wirklich wegmachen).
Und den und dann noch mit in nen Flieger nehmen. Tierqäulerei. Wer einen Hund hat sollte in Deutschland oder bei seinen Nachbarn Urlaub machen und er sollte Familie haben, so dass sich immer jemand um das Tier kümmern kann und auf dem Lande leben.


Katharina am 2. März 2010 um 15:00

Hm, also ich denke, wenn man den Hund gut bei Bekannten oder Familie unterbringen kann, geht das schon in Ordnung. Nur, wenn man das Tier mitnimmt, sollte man schauen, dass man ein Reiseziel wählt, was auch ‘Hundefreundlich’ ist. Am einfachsten sind da natürlich Deutschland und Nachbarländer. Aber auch weiter weg kann man gut mit Hund verreisen, oft bieten Privatleute Wohnungen oder Häuser an, wo Hunde auch willkommen sind.
Wer noch weitere Themen zu Reisen und speziell zum Thema Kreuzfahrt sucht, ist übrigens bei meinem YouTube Channel an der richtigen Adresse: http://www.youtube.com/user/Kreuzfahrt100 Würde mich freuen, wenn ihr vorbeischaut.


wo kann ich am 17. März 2010 um 10:47

“Allerdings ist auch hier das Entfernen der Hinterlassenschaften Pflicht. Zusammenfassend sollte sich jeder Hundebesitzer im Vorfeld, also vor der Reisebuchung, über geeignete Urlaubsregionen genau informieren” - was meinst du damit?


Angela am 26. Mai 2010 um 10:10

Es ist doch nur soweit gekommen, weil der Hundebesitzer nicht darauf achtet wo sein Vierbeiner sein Geschäft macht. Ich habe selber einen Hund und trotzdem will ich am Strand nicht gerade neben einen Hundehaufen liegen. Das die ganze Situation mal Konzequenzen hat, war ja vorauszusehen.
Ich habe immer Kotbeutel einstecken und für mich ist es ganz normal das ich die Hinterlassenschaften meines Hundes entferne …


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