Ob am Wochenende oder in den Ferien, es ist immer eine gutes Gefühl etwas Sinnvolles und Besonderes unternommen zu haben, vor allem dann, wenn es zudem der ganzen Familie Spaß gemacht hat. So ein Gefühl stellt sich nach einem Besuch im Westfälisches Landesmuseum für Handwerk und Technik ein.
Das Museum findet sich in der Region Westfalen-Lippe, am südöstlichen Rand des Ruhrgebiets, an den Ausläufern des Sauerlandes. Das Freilichtmuseum ist das einzige echte Handwerks- und Industriemuseum in Europa. In etwa 60 alten Werkshallen, Fachwerkshäusern oder Mühlen kann man lernen, wie unsere Vorfahren gearbeitet haben, wie viele Arbeitsschritte für die Herstellung eines Nagels, eines Stück Papiers oder eines Blechs nötig waren. Je nach Alter der Maschinen wurden sie zu ihrer Zeit mit Wasserkraft, Dampf oder Strom betrieben.
So mancher Großvater kann seinen Kindern oder Enkeln im Museum verdeutlichen, wie das Arbeitsleben vor einigen Jahrzehnten aussah. Und das Beste ist: Hier, quasi vor Ort, wird ihm zugehört, hier sieht und begreift jeder Zuhörer was gemeint ist, wie die Maschinen damals funktioniert haben.
Viele Werkstätten widmen sich der Metallverarbeitung, zum Beispiel Gießereien, Walz- und Hammerwerke. 


Aber auch die Arbeit von Nagel-, Bohrer-, Ketten- und Feilschmieden wird gezeigt. Es können leider nicht jeden Tag alle Werkstätten gleichzeitig produzieren, so wird für jeden Tag eine Auswahl getroffen, welche Werkstätten produzieren. Diese sind dann auch immer besonders umlagert. Nicht nur für Kinder ist es echt spannend, wenn es das Werkstück richtig glüht und Dampf aufsteigt, wenn aus einem Metallstück ein echtes Produkt wird. Auch auf die Papierherstellung wird in verschiedenen Werkshallen intensiv eingegangen.
Neben dem mehr industriellen Bereich ist auch traditionelles Handwerk im Freilichtmuseum vertreten, unter anderem Goldschmiede, Achatschleifer, Brauer, Bäcker, Schnapsbrenner, Imker, Kaffeeröster, Seiler, Sattler und viele andere.
Was den Kleinen und Großen im Westfälisches Landesmuseum für Handwerk und Technik gleichermaßen gefällt:Das Areal 42 Hektar groß und die Wege zwischen den Werkstätten werden zu Fuß zurückgelegt. Und das inmitten der Natur, im grünen und waldreichenMäckingerbachtal. Ein wenig erinnert der Besuch im Freilichtmuseum Hagen an einen Zoobesuch, wenn man als Besucher teilweise über Waldwege von einer Sehenswürdigkeit zur andern läuft, die Beschreibungen liest und länger oder kürzer verweilt. Kürzer deshalb, weil man an einem Tag unmöglich alles sehen kann und so jeder eine Auswahl treffen muss.
Es gibt an der Museumskasse einen Übersichtsplan, der für 1,50 Euro in den Sprachen Deutsch, Englisch und Französisch erhältlich ist. Der Eintritt für Erwachsene beträgt bezahlbare 5,- Euro, für Schüler 2,- und die Familienkarte kostet 11,- Euro.
Übrigens, vom 27. bis 29.11.2009 findet hier ein Weihnachtsmarkt statt, ein Weihnachtsmarkt, auf dem echte Handarbeiten und keine Fernostware angeboten werden.