Hotelbewertungen – alles nur ein Fake?
geschrieben von VivaUrlaub (8. Dezember 2009)

Schöner Schein - wie gut ist dieses Hotel wirklich?Wer einen Pauschalurlaub oder eine Städtereise bucht, der informiert sich vorher meist über das jeweilige Hotel. Das Internet macht’s möglich. So kann man überall im Internet Hotelbewertungen anderer Hotelgäste anschauen. Liegt das Hotel auf Mallorca wirklich in einer lauschigen Bucht oder direkt neben einer Abwasseranlage? Und was ist mit dem Familien-Hotel in Südtirol? Können sich Kinder hier wirklich wohl fühlen oder werden Wünsche nach Kinderzustellbett und Fläschchenwärmer vom Hotelpersonal konsequent ignoriert? All diese Fragen möchte man natürlich vor dem Urlaub klären, um keinen Reinfall zu erleben. Denn umso zufriedener man mit dem Hotel ist, desto größer ist auch der Erholungseffekt.

Hotelbewertungen gibt es mittlerweile auf vielen Online-Portalen wie beispielsweise Holidaycheck.de oder Tripadvisor.de. Doch kann man den Hotelbewertungen wirklich trauen? Schließlich muss auf den meisten Bewertungsportalen der Hotelaufenthalt nicht nachgewiesen werden und die Fälschung von Hotelbewertungen scheint groß im Kommen zu sein. So bat kürzlich ein Unternehmen auf der Seite Textbroker.de – einer Internetseite, auf der man Texte von Journalisten erwerben kann – um die Verfassung von Hotelbewertungen. Der Umfang des Auftrages belief sich auf über 300 Hotels.

Diese professionelle Art der Fälschung ist nur eine Methode. Auch Hoteliers nutzen in Bewertungsportalen gerne die Möglichkeit ihren Durchschnitt durch „geschönte“ und positive Bewertungen zu verbessern. Das Bewertungsportal räumte im August selbst ein, mit diesen Problemen zu kämpfen. 400.000 Bewertungen kann man bei Tripadvisor einsehen. Wie viele davon gefälscht seien, will Tripadvisor nicht sagen. Aber das Bewertungsportal hat die jeweiligen Bewertungen mit entsprechenden Warnhinweisen gekennzeichnet.

Wer sich über die Echtheit der Hotelbewertungen wirklich sicher sein möchte, sollte auf Bewertungsportale zurückgreifen, in denen der Hotelaufenthalt nachgewiesen werden muss. Auch bei Urlaub-im-Web.de gibt es nur Bewertungen ehemaliger Hotelgäste. Diese werden einige Zeit nach ihrem Urlaub von Urlaub-im-Web.de angeschrieben und um ihre Bewertung gebeten. Etwa 30 Prozent der Hotelgäste nutzen die Möglichkeit zur Hotelbewertung. Der Nachteil dieser Methode ist, das bisher nicht zu jedem Hotel Bewertungen vorhanden sind. Der klare Vorteil ist jedoch, dass man bei Urlaub-im-Web.de garantiert keinen gefälschten Hotelbewertungen auf den Leim geht.


Kommentare:
18 Kommentare zu "Hotelbewertungen – alles nur ein Fake?"
Kotae am 9. Dezember 2009 um 13:40

Ganz schön krass, das ein Unternehmen so etwas in Auftrag gibt >:(


Thomas am 11. Dezember 2009 um 09:38

Schwarze Schafe gibt es überall - leider.

Doch derartiges Vorgehen rächt sich früher oder später, denn Unwahrheiten kommen recht schnell ans Licht. Und dann hat man verloren, durch solche Aktionen straft jedes Hotel sich selbst ab. Authentizität nud Ehrlichkeit sind die Schlagworte, um die es geht.

Hotelbewertungen sind ein wichtiges Thema für die Hoteliers. Aber mit negativen Hotelbewertungen muss man rechnen und umzugehen wissen. Wenn man dies beherzigt und offensiv mit dem Thema umgeht, die eigenen Gäste bittet, Hotelbewertungen abzugeben, kann man auch damit leben, wenn sich unter allen Onlinebewertungen ein paar wenige negative Bewertungen befinden. Hier wären wir dann nämlich wieder beim Thema Authentizität - denn niemand ist perfekt.


Stefan Niemeyer am 11. Dezember 2009 um 10:35

Tja, der Redakteur hat leider ein wenig geschludert: “Wer sich über die Echtheit der Hotelbewertungen wirklich sicher sein möchte, sollte auf Bewertungsportale zurückgreifen, in denen der Hotelaufenthalt nachgewiesen werden muss. Dies ist unter anderem bei Holidaycheck.de der Fall.”

Seit wann muß ich den bei holidaycheck.de im ersten Schritt meinen Aufenthalt nachweisen? Das stimmt leider so nicht. Geschlossene Bewertungssysteme haben nur die Online-Reservierungsportale wie hrs.de, booking.com, beauty24.de etc.

Da sind wohl Korrekturen angesagt.


VivaUrlaub am 11. Dezember 2009 um 12:55

Danke für den Hinweis! Leider habe ich mich bei der Recherche auf eine falsche Quellenangabe verlassen. Der betreffende Satz wird gelöscht.


Götz A. Primke am 12. Dezember 2009 um 15:15

Moin,

ich kann Thomas nur beipflichten: Es gilt auch hier der gute alte Spruch: “Was stört’s die deutsche Eiche, wenn sich die Sau dran schubbert.”

Ein Hotel sollte seine Gäste aktiv dazu anleiten, animieren, ggf sogar anreizen (neusprech: incentivieren) auf holidaycheck, qype, tripadvisor und/oder tripsbytips entsprechenden Kommentare einzutragen.
Dann fallen ein paar gefälschte, schlechte Einträge nicht mehr auf.

Allerdings sollte der Hotelier eins nicht vergessen: was zählt ist die Hardware. Wenn das Hotel, der Service, die Qualität des Angebots nicht stimmt, dann gibt es eben auch ein paar negative Einträge. Doch diese helfen, das eigene Angebot dann zu verbessern.

Also, liebe Hoteliers: stellt Aufsteller o.ä. in die Zimmer. Dann spart Ihr Euch ganz viel Werbeausgaben.


Markus am 12. Dezember 2009 um 22:35

Ich stell mir gerade einen Gast vor, der auf eine geschönte Hotelbbewertung hin ein Hotel bucht… Er ist bei der Anreise von dem Hotel enttäuscht, das doch so toll sein soll, also wird er spätestens nach seinem Urlaub einen entsprechenden Kommentar bei den Buchungsportalen hinterlassen und nie wieder in dieses Hotel fahren. Das heißt, der Gastronom verliert gleich doppelt….


Wilfried Schade am 13. Dezember 2009 um 09:58

Wenn jeder Hotelgast die Möglichkeit der Bewertung eines Hotels durch die jeweiligen Hotelportale wie z.B. HRS,hotel.de oder booking.com nutzen würde, gäbe es ein realistischeres Bild. Leider ist es oft so, dass eher unzufriedene Gäste oder überdurchschnittlich zufriedene Gäste eine Bewertung abgeben. Bei HRS hat man die Sache verkompliziert, in dem der Gast vor Anreise schon erklären muss, ob er nach dem Aufenthalt eine Bewertung abgeben will. Das ist z.B. bei booking.com einfacher. Die Hoteliers können natürlich auch den Gast animieren, eine Bewertung abzugeben.
Bei den vorgenannten Portalen, die ich als Hotelier nutze, kann in der Tat nur der Gast bewerten, der auch übernachtet hat.
Währenddessen kann bei Holidaycheck.de und Tripadvisor.de jeder fälschen und manipulieren . Diese Portale geben sich selbstwerbend als unabhängig und ich meine auch, dass sie damit werben, dass der Gast auch nur bewerten kann, wenn er übernachtet hat. Das weiss ich jetzt nicht so genau und möchte dieses auch nicht behaupten. Definitiv ist aber, dass man bewerten kann, ohne das betreffende Hotel je gesehen zu haben. Vielleicht haben diese Portale eine Sperre eingebaut, wenn man dieses zu oft macht, aber wie wollen die denn überhaupt feststellen, ob man dort übernachtet hat??
Wilfried Schade Hotelier aus Köln


Georg Ziegler am 21. Dezember 2009 um 10:37

Hallo zusammen,
Da HolidayCheck hier im Gespräch ist, darf ich hier kurz etwas ergänzen:

Bei HolidayCheck muss jeder Nutzer, der eine Bewertung abgeben will, ausdrücklich (und rechtsverbindlich) bestätigen, daß er in diesem Hotel als Gast übernachtet hat und keine mutwilligen Falschaussagen tätigt. Beherbergungsnachweise werden, als Teil des Prüfprozesses, vom System stichprobenweise und auch im konkreten Einzelfall angefordert und von Mitarbeitern des Content Teams überprüft.

Ob bei Tripadvisor, HolidayCheck, Booking, HRS o.a. - bei der HOTREC Konferenz in Prag haben wir uns ausgetauscht und können portalübergreifend feststellen, dass mehr als 80% der Bewertungen bei den jeweiligen Portalen positiven Inhaltes sind. Dass grösstenteils Nörgler und notorisch unzufriedene Kunden sich im Internet äussern ist also erfreulicherweise nicht der Fall.

Die Stimmen hier zeigen, dass sich die Erkenntnis schon sehr weit verbreitet hat, dass man als Hotelier mit manipulierten Bewertungen letztlich sich selbst schadet. Ich möchte nur gerne anmerken, dass auch bei “geschlossenen” Bewertungssysteme Manipulationen leider nicht ausgeschlossen sind. Bei zahlreichen Kongressen wurden mir dort schon interessante Praktiken mitgeteilt, wie man auch auf diesen Portalen seine Schnitte frisieren und polieren kann.

Letztlich bin ich persönlich überzeugt, dass die zunehmende Normalität der Bewertungen durch Gäste über kurz oder lang Manipulationen zu einer Randerscheinung werden lassen. Ein Hotel mit einem guten Produkt hat Manipulationen nicht nötig. Und die berühmten schwarzen Schafe werden in jedem Medium einen Weg suchen und finden, ihr Produkt zu verschleudern.
Schön, dass über diese Themen hier offen und kontrovers gesprochen wird.

In diesem Sinne allen Lesern hier ein frohes Fest und ein gutes neues Jahr!


μέθοδος ρουλέτας am 16. Januar 2010 um 18:19

Lustig, ich hätte garnicht gedacht das das *wirklich* so funktioniert. Komische Welt.


bronski am 4. Mai 2010 um 17:40

ich lebe seit drei jahren mit business gastronomie/hotel in vietnam/phu quoc island…kenne sie alle, die sich eigenständig zb.bei tripadvisor hier schön frisieren!!!und sehe/höre auch wie 90% der urlauber blind diesem check nachlaufen!!!
übrigends kann man sich bei tripadvisor auch als “businesspartner” (hotels,gatronomie…) gegen jahresbeitrag xxx auch einkaufen und somit ist es garantiert das zumindest alle positiven einträge erscheinen!!!
gibt es da noch fragen???
wir leben im 21.jahrhundert!!!!


Last Minute am 7. Juni 2010 um 20:50

Sehr guter Artikel. Übrigens ist Dein Blog immer einen Besuch wert. Ich komme gern wieder hier vorbei.


Frank Smolinski am 8. September 2010 um 04:39

das ist ja alles schön und gut. aber man sollte sich auch mal in die lage von guesthousebesitzern versetzen. ich habe mit meiner frau ein kleines guesthouse in siem reap. gerade bei tripadvisor fallen dann fakekritiken manchmal ordentlich ins gewicht. bei holidaycheck werden innerhalb von kürzester zeit fakes entfernt. tripadvisor ist dazu nicht in der lage. ganz im gegenteil; es wird dazu geraten eine eigene kritik zu schreiben. das ist kein witz. ich soll also auf fakes mit einem eigenen fake antworten?! also feuer mit feuer bekämpfen.
die geschichte mit “businesspartner” ist doch kindergarten und abzocke. ich möchte jetzt nicht falsch verstanden werden. kritik ist gut und wichtig. ABER nur wenn sich auch von tatsächlichen gästen kommt. es ist immer leicht daher gesagt, dass sich fakes von selbst erledigen


Chris am 8. September 2010 um 14:16

Habe eben bei tripadvisor eine negative bewertung zu einer unmöglichen nacht im maritim hotel geschrieben, 3 stunden später ist die bewertung von der seite verschwunden, kommentarlos. ehm wtf?


VivaUrlaub am 8. September 2010 um 15:43

Das Maritim Hotel am Hamburger Bahnhof?;)


Carsten am 29. Dezember 2010 um 15:17

Habe mich auch nach Hotelbewertungen bei Holidaycheck gerichtet und später festgestellt, das alles ein Fake war. Beispiel http://www.youtube.com/watch?v=pA5Eim2exm0 wurde als 5+ Sterne (one of the leading hotels) angeboten. Frage an Holidaycheck :
Danke für Ihre Antwort,
ich denke eher, wenn alle Fakes und bezahlten Fakes aus Ihrer Plattform entfernt würden, sehe diese sehr leer aus.
Sie betreiben eine Plattform die Geld bringt, ob durch Werbung oder Reisevermittlung, diese geschäftlichen Einbrüche wollen Sie nicht riskieren. Teilen Sie mir doch bitte die Form Ihres Prüfungsverfahrens mit.
MfG
Antwort Holidaycheck :
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir hierzu keine weiteren Auskünfte geben werden.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag und verbleibe

mit freundlichen Grüßen vom Bodensee

Heidi Nolten
Manager Content Communication

Alles Lüge, *bande


Wissensmagazin am 24. Februar 2011 um 17:58

Hallo Carsten,

für ein nationales TV-Magazin werden Reisende gesucht, die sich auf fehlerhafte Hotelbewertungen im Internet verlassen haben. Gerne würde ich mich aufgrund deines Eintrags auf dieser Seite über das Thema unterhalten. Über eine Antwort, etwa über die hinterlegte Email-Adresse würde ich mich freuen.

Mit freundlichen Grüßen,
(der Redakteur)


Franz Soentgerath am 23. September 2011 um 16:31

Gastkommentar eines unserer Hotel-Gäste bei Booking.com.

Der Gast checkte im Monat August in unserem Hotel in Danzig ein.
Beim einchecken stellten wir fest, das der Gast Waffen mit sich führte.
Wir sprachen den Gast darauf an und er antwortete, das er Jäger sei
und die Waffen mit aufs Zimmer nehmen werde. Wir haben den Gast gebeten uns die Berechtigungsschien zum führen dieses Waffen vorzulegen. Das tat der Gast trotz mehrmaliger Anmahnung nicht.
Deshalb rief das Hotelpersonal aus Vorsicht die Polizei und diese
checkte alle Papiere des Gastes. (Anmerkung: der Gast stand zum gleichen Zeitpunkt in unserem als diese schlimme Geschichte mit
diesem Massenmörder in Norwegen war). Dieser Gast beschwerte sich
dann bei Booking.com über unser Hotel und diese Beschwerde wurde
von Booking.com ohne jede Prüfung veröffentlicht.
Wir haben Booking.com mehrmals aufgefordert diese falsche
Bewertung herauszunehmen. Leider ohne Erfolg! Wir haben nichts
gegen eine objektive Bewertung unserer Arbeit, aber die Arbeit
mit solchen Buchungsfirmen ist auch für uns als Hotel nicht einfach.
Booking.com veröffentlicht ohne jegliche Prüfung jede Gästebewertung
eines Gastes der in dem jeweiligen Hotel gewohnt hat, ob gut oder schlecht ist vollkommen egal und interessiert auch keinen bei dehnen.
Es gibt auch viele Tricks, die sicher von Hotels angewendet werden
um nur positive Bewertungen anzuzeigen. Man muss es nur bezahlen.

Viele Grüße
Barbara


Maki am 17. November 2011 um 17:14

Bei http://www.wowarstdu.de können User/Kunden auf Bewertungen von Reiebüroexperten zurückgreifen. Der entsprechende Ansprechpartner ist auch direkt greifbar. Man kann diesen beispielsweise via e-Mail oder auch telefonisch erreichen.

Insbesondere auch Reisetipps oder Hotelempfehlungen werden von den Expis erfasst. http://www.wowarstdu.de/reise-experten


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