Es gibt Länder in denen denen die Mehrzahl der Besucher Strandurlaub macht und sich erholt und es gibt Länder, die besucht man, um möglichst viel zu sehen. Jordanien gehört zur zweiten Kategorie.
Zumindest beim ersten Jordanienbesuch sollte eine klassische Rundreise auf dem Programm stehen. Und so landete auch ich, wie fast alle Reisenden auf dem Flughafen der jordanischen Hauptstadt Amman und checkte erst einmal in meinem Hotel in der Innenstadt ein. Da es bereits recht spät war, lohnten sich für den ersten Tag keine längeren Aktivitäten mehr.
Gerasa
Am nächsten Tag ging es zur Römerstadt Gerasa. Die verkehrsgünstig gelegene Handelsstadt am Rande des römischen Imperiums war eine wohlhabende Stadt mit Luxusvillen, Tempeln, Theatern, Termen, Einkaufsstraßen und einem Hippodrom. Dort wohnten wir auch einer Vorführung bei, bei der eine Schildkrötenformation gezeigt wurde, ebenso wie ein Gladitorenkampf und ein Wagenrennen.
Es lohnt sich auch eine geführte Tour durch Gerasa mit zu machen, um wirklich etwas von dem Besuch zu haben, schließlich sind nur Ruinen enthalten, die aber bei entsprechender Erklärung viel vom Leben der Einwohner vermitteln können. Übrigens, an dem Tag hat es recht viel geregnet, etwas womit wir nicht unbedingt gerechnet hatten, was aber auch nicht weiter störte. Ganz im Gegenteil, ich freute mich für die Natur des ansonsten recht regenarmen Landes.
Am späten Nachmittag besuchten wir auch noch das archäologische Museum von Amman und abends aßen wir im Sheratonhotel lecker zu Abend.
Dana und Petra
Am dritten Tag besuchten wir das Naturreservat Dana im Westen des Landes. Es regnete zwar nicht mehr, aber es war recht kalt, kein Wunder liegt das Reservat in Höhen bis zu 1.700 Metern. Wir aßen im Besucherzentrum des Dorfes Dana zu Mittag, besichtigten das Towerhotel, eine Unterkunft mit wenigen Zimmern, gemütlich aber mit recht wenig Komfort. Kurz gesagt, eher eine Bleibe für Rucksacktouristen.
Wir machten noch einen kleinen Spaziergang rund um Dana mit seinen Gärten und fuhren danach zur Felsenstadt Petra, wo wir auch übernachteten. Am nächsten Tag stand eine Ganztagesführung durch die Felsenstadt auf dem Programm. Die eigentliche Stadt wurde von zwei Erdbeben vor 1.200 bzw. 1.500 Jahren zerstört, aber die Felsengräber haben die Zeiten überdauert und beeindrucken durch ihre Pracht. Außerdem hat man vor vielen Jahren mit Ausgrabungsarbeiten begonnen und so lässt sich heute einiges vom Stadtverlauf erahnen. Auch das 2.000 Jahre alte Amphitheater ist noch gut zu erkennen. Trotz allem, am eindrucksvollsten ist der Siq, die 1,5 Kilometer lange Schlucht, die in die Stadt hineinführt und das sogenannte Schatzhaus des Pharaos, das aus dem Film „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ bekannt geworden ist. 
Es fing bereits an zu dämmern als wir Petra verließen, trotzdem stand noch ein weiterer Programmpunkt auf der Tagesordnung: Kochen. Nett, ganz witzig, aber nur mäßig spannend. Das Meiste war vorbereitet, es blieben an Arbeiten nur ein wenig Gemüse schnibbeln und in den Töpfen rühren und natürlich essen.
Wadi Rum
Am nächsten Tag lernten wir die Wüste kennen. Naja, kennen ist vielleicht etwas übertrieben, aber zumindest einen kleinen Eindruck. Es war ja Spätherbst und die Temperaturen lagen bei etwas über 20 Grad, also gut auszuhalten. Also heiß war es nicht, aber natürlich trocken. Wir waren in dem großen Wüstental Wadi Rum gelandet und sahen bei einer Geländewagentour doch einiges von der beeindruckenden Sand- und Steinlandschaft. Zahlreiche Hügel in den unterschiedlichsten Formen und Farben geben der Landschaft eine Struktur.
Natürlich legten wir auch Pausen ein. Die erste war sehr deprimierend. Eine uralte Sternenkarte, die in den Fels graviert war, hatten irgendwelche Banausen mit Grafiti verunstaltet. Umso netter waren die späteren Erläuterungen zur Flora und Fauna der Wüste, zu den Überlebensstrategien der Nomaden und zu den Plänen der Regierung, die das Tal weitgehend unter Schutz stellen will. Im Anschluss an die mehrstündige Tour ging es zum Essen. Viele Gemüsegerichte, Reis, Hirse, leckeres Lamm bildeten das Buffet, aber auch die süßen arabischen Desserts fehlten nicht.
Nach einem üppigen Essen darf Bewegung nicht fehlen, theoretisch. Wir kamen zwar in Bewegung, aber nur als Reiter auf Dromedaren. Da die Tiere geführt wurden und nur Schritt gingen, war dies kein unangenehmes Unterfangen. Von der gefürchteten Seekrankheit, die bei schnelleren Tempo der Wüstenschiffe auftreten kann, blieben wir verschont. 
In der Wüste legte unsere Gruppe eine Pause ein, um den malerischen Mondaufgang beobachten zu können. Als der Erdtrabant groß und majestetisch hinter den Bergen aufging stockte einem der Atem: Romantik pur.
Obwohl man so einem Moment nicht festhalten kann, es wurden trotzdem die Kameras gezückt und fotografiert und weil der Mond soviel Helligkeit verströmte gelang auch so manche Aufnahme.
Aber irgendwann ging es durch die nächtliche Wüste zurück ins Camp und von dort langsam weiter Richtung Süden.
Aqaba
Am späten Abend erreichten wir Aqaba und belegten unsere Zimmer im Hotel Interconti. Im Ortszentrum aßen wir zu Abend. Es gab unter anderem Fisch (!), gebratenen frischer Fisch aus dem Roten Meer, allerdings hätte man ihn schonender zubereiten können. Aber, zum Fischessen fährt man eher selten nach Jordanien. 
Zurück zur Stadt Aqaba. Aqaba ist eine orientalische lebendige Stadt, genau das Richtige, um in relativer Ruhe shoppen zu gehen. Ruhe bedeutet in dem Fall, ohne von aufdringlichen Verkäufern belästigt zu werden. Am nächsten Morgen ging es per Schiff aufs Rote Meer zum Schnuppertaucher. Ziel des Schiffs war ein Korallenriff unweit der jordanisch - saudi-arabischen Grenze. Es herrschte ein kräftiger Wind, so kräftig, dass das Tauchen ausfallen musste. Erstens konnten wir nicht am geplanten Ankerplatz ankern und außerdem herrschte unter Wasser eine kräftige Strömung. Nicht das Richtige für Probetaucher. Naja, Pech gehabt.
So ging es zurück ins Hotel und da das Hotel allen denkbaren Luxus bot und die Temperaturen zum Sonnenbaden einluden, war das nicht weiter schlimm.
Am späten Nachmittag besichtigten wir noch das Mövenpick Hotel, welches nicht weit vom Interconti entfernt lag. Luxus wie aus Tausend-und-einer-Nacht. Hier mal drei Wochen Urlaub machen, das wäre nicht schlecht. Wir „mussten“ uns mit einem ausgedehnten Dinner begnügen, welches allerdings wirklich sehr, sehr gut war. Original arabische Gerichte aus frischen Zutaten, die phantasievoll, leicht und gekonnt zu einem Spitzenmenü zusammen gestellt wurden. Wirklich perfekt. Es wäre guter Abschluss der Reise gewesen, aber die Reise dauerte noch einen Tag (ohne den Abreisetag).
Das Tote Meer
Es wäre aber auch zu schade gewesen, wenn wir den Programmpunkt Totes Meer ausgelassen hätten. Die karge Landschaft an der Grenze zu Israel, das ebenso karge, lebensfeindliche Tote Meer und die Luxushotels an seinen Ufern bieten einen interessanten Kontrast. Natürlich tastete sich jeder ins Wasser, buchstäblich tasten, da das Ufer durch den Salzfilm auf den Steinen, die das Ufer bilden, sehr rutschig sind. Da sind die Geländer und die Hilfe der freundlichen Hotelmitarbeiter zwingend notwendig, um ohne Sturz aus dem Wasser und wieder zurück zu kommen. Zum Pflichtprogramm gehört auch das Einschmieren mit dem Schlamm des Toten Meeres. Beides, das Salzwasser und der Schlamm, soll sehr gesund sein, aber ein Bad im Pool des Hotels ist doch erheblich einfacher zu bewerkstelligen. Außerdem haben die großen Hotels am Toten Meer ausgedehnte Spa- und Wellnessbereiche und auch Sportmöglichkeiten helfen den Tag auf angenehme und gesunde Art und Weise zu verbringen.

Am nächsten Tag hieß es früh aufstehen, schließlich mussten wir die Maschine nach Frankfurt bekommen. Wir waren eine Woche in Jordanien gewesen, ich persönlich hätte gerne eine oder mehr Nächte in der Wüste verbracht (um den Sternenhimmel zu sehen) und hätte noch zwei Tage für die Felsenstadt Petra gebraucht, um sie in ihrer ganzen Größe erfassen zu können. Auch eine zweiwöchige Wanderung rund um Dana würde mir gefallen und einige Tage Urlaub am Meer wäre auch nett gewesen… Das nächste Mal!
Kommentare:
2 Kommentare zu "Höhepunkte einer Jordanienreise"
trustyou am 23. November 2009 um 18:51
Sehr schöner lebendiger Bericht und passende Fotos, vielen Dank für diese Eindrücke! Machen Lust auf mehr :-).
JORDANIEN URLAUB am 10. Februar 2010 um 17:55
Informationen, die von Ihnen gegeben werden, sind wirklich nützlich.. thanks. nette pics