Die südfranzösische Atlantikküste Teil II – Aquitanien
geschrieben von Veto (21. August 2013)

Markt in Saint-Jean-de-LuzAquitanien ist eine Region im Südwesten Frankreichs mit kilometerlangen Sandstränden, die als Urlaubsziel auch in Deutschland seit Jahrzehnten bekannt ist. Ich persönlich kenne und schätze den Südwesten Frankreichs seit den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Hier eine Beschreibung für alle, die einmal Urlaub in Aquitanien machen möchten:
Der französische Name für die Region ist Aquitaine, ein Name den auch viele Deutschen vorziehen. Die nördliche Grenze bildet die Girondemündung, die südliche der Unterlauf und die Mündung des Flusses Bidasoa in die Biskaya. Gleichzeitig bildet der Fluss auch einen Teil der Grenze nach Spanien. Die Dordogne bei Bergerac
Die meisten Urlauber in Aquitanien findet man - wenig überraschend – an der Küste, eine Küste, die in der Nordhälfte aus viel Kilometer langen Sandstränden, Dünengürtel und Pinienwäldern besteht und nur durch die Mündung zur Bucht von Archachon unterbrochen wird. Da es eine große Anzahl an Campingplätzen gibt, viele Franzosen sind wahre Campingfreaks, wundert es nicht, dass vor allem Campingfreunde, teilweise aber auch Liebhaber vom Urlaub im eigenen Ferienhaus (oder Ferienwohnung) Aquitanien persönlich kennengelernt haben.hendaye-strand
Auf der Höhe der Stadt Bayonne beginnt sich die Küste zu verändern, die Sandstrände, die es immer noch gibt, werden immer öfters von Felsküsten unterbrochen, oder sollte man sagen eingerahmt. Das macht diesen südlichen Küstenabschnitt abwechslungsreicher und spannender und es hat zudem den Vorteil, dass die Badestrände von ins halbinselförmigen ins Meer reichenden Felsabschnitten geschützt werden. Zum Beispiel kann man an den Stränden von Hendaye oder St-Jean-de-Luz noch weitgehend ungefährdet ins Wasser gehen, wenn weiter nördlich daran längst nicht mehr zu denken ist. Die Küste bei Biarritz
Es überrascht nicht, dass auch das Küstenhinterland von Aquitanien landschaftlich in eine Süd- und eine Nordhälfte unterteilt ist. Im Norden ist es auch noch viele Kilometer von der Küste entfernt recht flach, während es im Süden schnell bergiger wird. Dies ist nur logisch, ist doch allgemein bekannt, dass die Pyrenäen, ein mächtiges Gebirge, Frankreich von der Iberischen Halbinsel trennt. Diese Ausläufer, das Pyrenäenvorland, bringen Abwechslung in die Landschaft, so dass hier im Süden von Aquitanien viele Urlauber gerne das sehr abwechslungsreiche Hinterland erkunden, um historische Bauwerke zu besichtigen oder um in den Dörfern der Region die kulinarische Vielfalt der Region zu erkunden. Felsküste bei HendayeApropos kulinarische Vielfalt: Wer hier unterwegs ist, der befindet sich im französischen Teil des Baskenlandes, die Küstenregion nennt sich dann auch folgerichtig Cote Basque. Zu ihr gehört auch noch der Küstenabschnitt des Spanischen Baskenlandes. Wer gerne gut isst und trinkt ist bei den Basken hervorragend aufgehoben. Viele Experten halten schließlich das Baskenland für die kulinarisch interessanteste Region Europas, was ich nur bestätigen kann. Der Grund: viele Basken kochen privat gerne und gut und sind zudem gerne bereit in Restaurants herausragende Küchen- und Serviceleistungen entsprechend zu honorieren. Baskenfest in HendayeSo ist die Stadt San Sebastian im spanischen Baskenland die Stadt mit der höchsten Dichte an Michelin-Sterne Europas.
Zurück zum Aquitaine: Die Region ist ein beliebtes Reiseziel für Frühjahr, Sommer und Herbst, das die meisten Urlauber mit dem eigenen Auto ansteuern, da es so viel zu sehen gibt, dass es gut ist vor Ort mobil zu sein. Außerdem werden nur wenige Pauschalreisen nach Aquitanien angeboten, da die meisten Urlaubsquartiere im Sommerhalbjahr von Franzosen belegt sind. Für Ausländer, die sich nicht sehr rechtzeitig um eine Unterkunft kümmern - speziell für Juli und August -, bleiben nur wenige freie Betten. Die Landschaft, wie gesagt, ist abwechslungsreich, das Meer immer vor der Tür, nur das Wetter kann wechselhaft sein. Hier bestimmt der Atlantik das Geschehen und nicht das Mittelmeer wie im Osten Frankreichs. Die Menschen sind freundlich und auch wenn die Preise direkt in den Urlaubsorten höher sind als anderswo, das ist in Deutschland nicht anders, insgesamt kann konstatieren: die Preise in Supermärkten oder Restaurants sind ähnlich wie in Deutschland.
Ein Vorteil ist einmal die Nähe zu Spanien und seinen Sehenswürdigkeiten hinter der Grenze (Bilbao, San Sebastian, Pamplona) und die Tatsache, dass man hier wohl kaum seinen Nachbarn trifft.
Sehenswerte Städte und Städtchen sind Bordeaux, Bayonne, Biarritz, San-Jean-de-Luz, Bergerac, Périgueux, Agen und Pau.


Kommentare:
1 Kommentar zu "Die südfranzösische Atlantikküste Teil II – Aquitanien"
sebi am 27. August 2013 um 16:15

Bei mir gehts übernächste Woche nach Bordeaux. Jetzt ist meine Vorfreude noch größer :)