Der ‘perfekte Hotelgast’ - beliebt bei Personal und Miturlaubern
geschrieben von zlatan i. (11. November 2009)

Hotel, China, Gästeempfang, Foto: gwydionwilliams Wie wird man der “perfekte Hotelgast”? Das englischsprachige Portal Hotels.com hat sich diese Frage unlängst gestellt und eine Liste mit entsprechenden Verhaltensempfehlungen veröffentlicht.

Die Liste, die auf einer Umfrage basiert, soll Hotelgästen helfen, beim Personal und bei Miturlaubern Sympathiepunkte zu sammeln - oder wenigstens keine Antipathie entstehen zu lassen. Ein freundlicher, fairer und entspannter Umgang miteinander zählt schließlich zu den Voraussetzungen eines gelungenen Urlaubs. Das Hotelpersonal hat zudem subtile Mittel und Wege, sich an unausstehlichen Hotelgästen zu rächen (in manchen Hotels sollen sogar „Schwarze Listen“ mit derartigen Gästen geführt werden!)

10 Regeln für den perfekten Hotelgast

1. Verhalten Sie sich nicht wie ein Rockstar (bzw. eine “Rockdiva”)

Nachteulen, die gerne auf dem Hotelzimmer feiern, sollten ab 22 Uhr die Musik auf Zimmerlautstärke stellen. Größere Partys auf dem Hotelzimmer mit Extra-Gästen sind tunlichst zu vermeiden. Ein einfacher Merksatz: Sie sind kein Rockstar (wenn Sie denn keiner sind), also verhalten Sie sich auch nicht so!

2. Benehmen Sie sich am Buffet

Drängeln Sie nicht am Buffet, stellen Sie sich diszipliniert in die Schlange und vor allem: klauen Sie nicht! Ein Stück Obst als Wegzehrung kann man am Buffet ruhig mitnehmen. Aber sich die Taschen mit Hähnchen, Schnitzel oder Pizzastücken vollzustopfen ist ein “No No”.

3. Betätigen Sie die Knöpfe im Aufzug nicht unnötig

Wenn Sie in den Hotelaufzug steigen, seien sie sich klar darüber, auf welcher Etage Sie aussteigen möchten. Die Mitfahrenden mögen es nicht, wenn der Lift wegen Ihrer Unschlüssigkeit unnötig oft hält und sich die Fahrtzeit entsprechend verlängert.
Aufzugnutzer, die sogar bewusst an den Knöpfen spielen, um Mitfahrende zu ärgern, werden manchmal gelyncht.

4. Informieren Sie sich über die Trinkgeldgewohnheiten im Reiseland

Die Erwartungen des Hotelpersonals beim Trinkgeld variieren von Land zu Land, daher sollte man sich vor der Ankunft schlau machen. In einigen Ländern ist Trinkgeldgeben ganz verpönt, in anderen läuft man quasi Spalier zwischen Bediensteten mit aufgehaltener „Trinkgeldhand“. Grundsätzlich gilt: Auf kaum einem Gebiet lauern so viele Fettnäpfchen wie beim Trinkgeldgeben (Tipps zum Thema gibt es hier).

5. Halten Sie Ihr Hotelzimmer sauber und ordentlich

Auch hierzu gibt es einen einfachen Merksatz: Halten Sie Ihr Hotelzimmer so sauber und ordentlich, wie Sie das von einem privaten Gast bei Ihnen zu Hause erwarten. Natürlich verlangt niemand, dass Sie ihr Hotelbett selber machen. Aber es sollte z. B. selbstverständlich sein, beim Verlassen des Hotelzimmers keine benutzten Badetücher oder Essensreste auf dem Fußboden zurückzulassen.

6. Bleiben Sie beim Beschweren stets sachlich und höflich

Sich über Missstände zu beschweren, ist Ihr gutes Recht. Trotzdem sollten Sie einige Grundsätze beachten. Vor allem: Bleiben Sie höflich. Und natürlich sachlich. Grundsätzlich sollte man immer berücksichtigen: Wo Menschen arbeiten, werden Fehler gemacht. Ein echtes “No No” ist es, das Personal anzuschreien.

7. Denken Sie ein wenig ökologisch

Manche Hotels bitten Ihre Gäste inzwischen, Handtücher mehrfach zu benutzen und während des Aufenthalts die Bettwäsche nicht (allzu häufig) zu wechseln. Wer dies befolgt, verhält sich nicht nur ökologisch (Wasserersparnis), sondern auch sozial (geringere Arbeitsbelastung für das Hotelpersonal). Eine Selbstverständlichkeit sollte es heutzutage sein, vor verlassen des Hotelzimmers den Fernseher, die Klimaanlage/Heizung und das Licht auszuschalten.

8. Achten Sie auf ihre Kleidung

Grundsätzlich sollte man sich im Hotel möglichst sauber und vernünftig kleiden. Darüber hinaus ist es empfehlenswert, landestypische Bekleidungsgewohnheiten und -vorschriften zu beachten. Natürlich besteht in einem arabischen Hotel kein “Kopftuchzwang” für westeuropäische Frauen. Eine andere Frage ist allerdings, ob frau dort wirklich im Bikini an der Rezeption gehen muss oder ob es angemessen ist, „oben ohne“ am Hotelpool zu sonnen.

9. Grüßen Sie in der Landessprache

Ist nicht schwer zu erlernen, was “Guten Tag”, “Danke” oder “auf Wiedersehen” in der jeweiligen Landessprache heißt. Grüßen Sie also in ausländischen Hotels das Personal nicht auf Englisch. Damit sammeln Sie Sympathiepunkte und beweisen “5-Sterne-Hotel-Niveau”. Eine schlechte Aussprache (etwa bei asiatischen Sprachen) wird Ihnen gern verziehen.

10. Think local

Was im Großen gilt, sollte auch im Kleinen gelten: Beachten Sie als Urlauber und Hotelgast nicht nur die “Landessitten”, sondern auch jene besonderen Verhaltensnormen, Anstandsregeln und Gewohnheiten, die auf regionaler und lokaler Ebene herrschen.

Foto: Wird hier der “perfekte Hotelgast” begrüßt? Szene aus China. Urheber: gwydionwilliams, Lizenz: creative commons.


Kommentare:
3 Kommentare zu "Der ‘perfekte Hotelgast’ - beliebt bei Personal und Miturlaubern"
Werner am 12. November 2009 um 10:25

Regel 11 - Klauen Sie nicht!!!
Auch keine Seife, Shampoo, Handtücher, Badetücher, Bademäntel oder Kaffeekannen… Habe mal auf einer Busreise (Saisonabschlussfahrt)mit einem Karnevalsverein erlebt, dass im Bus ein Mitfahrender damit angeben hat, dass er beim Frühstück eine Isolierkaffeekanne eingesteckt hat. Der Vorstand liess daraufhin den Bus wenden und zum Hotel zurückfahren und der Betreffende musste “seine” Kanne wieder abgeben… Mir wäre das peinlich gewesen.

Aber Regel 10. (Think local) ist mir unverständlich und Regel 3. (Knöpfe) ebenso.


zlatan i. am 12. November 2009 um 23:57

Regel 10 meint wohl z. B., dass man als Hotelgast in Bayern das Personal mit “Grüß Gott” zurückgrüßt und das Kruzifix im Hotelzimmer nicht nutzt, um seinen Hut oder sein Basecap dran aufzuhängen (oder so ähnlich).

Regel 3 ist ja eigentlich klar. Die ersten beiden Sätze gehen allerdings von sehr unduldsamen Fahrstuhl-Mitfahrern aus.


darius am 17. November 2009 um 06:40

Für wenn ist dieser Beitrag geschrieben? Für Menschen ohne Hirn oder Kinderstube, sind das ihre Leser?


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