Der Reiseveranstalter TUI hat Tagestrips zum Delfinpark „Dolphin Land“ aus seinen aktuellen Antalya-Angeboten gestrichen. Dies ist der zweite derartige Schritt der TUI, im Sommer nahm der Veranstalter bereits den Park „Troy“ in Belek aus seinem Programm. Beiden Entscheidungen ging eine gründliche Prüfung der Lebensumstände der dortigen Delfine voraus.
Nach einem Bericht von “Hurriyet Daily News” waren für die aktuelle Entscheidung der TUI u. a. die unzureichende Größe der Delfinbecken, der Geräuschpegel während der Shows, die wenig artgerechte Haltung und schlechte Hygienebedingungen ausschlaggebend.
Neben den Lebensumständen der Delfine wird auch die Herkunft der Tiere diskutiert. Elf Delfinarien wurden in der Türkei seit 1994 wegen großer Besucher-Nachfrage neu eröffnet. Entsprechend mussten und müssen die Betreiber Delfine „heranschaffen“.
Im Jahre 2006 hoben die zuständigen türkischen Behörden das Fangverbot für Große Tümmler auf. Erlaubt wurde der Fang von 30 Tümmlern im Mittelmeer und im Schwarzen Meer. 2007 wurde von offizieller türkischer Seite bestätigt, dass seitdem 23 Delfine gefangen wurden. Tierschützer kritisieren, dass der Große Tümmler im Schwarzen Meer laut Roter Liste als „stark gefährdete“ Art gilt und im Mittelmeer als „bedroht“ eingestuft wird.
Mindestens zwölf Delfine in türkischen Delfinarien sollen zudem aus Japan stammen. Die Tiere wurden höchstwahrscheinlich auf grausamen Treibjagden gefangen. Dies geht aus einer Untersuchung der Wal- und Delfinschutzorganisation WDCS hervor.
In der EU ist die Einfuhr von wild gefangenen Delfinen verboten, die Gesetze in der Türkei sind bedeutend laxer. Neben den Umständen des Delfinfangs kritisieren Tierschützer auch die Bedingungen, denen die Tiere während des Transports aus Japan ausgesetzt sind. Der Transport sei für die Delfine eine Tortur und mit Todesangst verbunden. Zu Beginn der Gefangenschaft verweigerten viele verstörte Tiere die Nahrungsaufnahme und würden z. T. brutal zwangsernährt.
Foto: Delfin in freier Wildbahn. Urheber: The Pug Father, Lizenz: crative commons.
Kommentare:
2 Kommentare zu "Delfine in türkischen Delfinarien - vieles liegt im Argen"
Jean Cleanbrough am 27. November 2009 um 07:31
wen Tui keine Gäste schickt geht es den Delfinen noch schlechter. Im Europa werden so viele Hunde unartgerecht in kleinen Wohnungen gehalten. Die laufen als lebenden Rolllmöpse durch die Stadt und müssen dauern zum Doktor, weil sie fett und krank sind. Aber auf die Türken schimpfen, was anderen fällt Tui nicht ein. Bedenkt, wer Hunde im Flieger mitnimmt soll nicht über Delfinarien schimpfen.
Loeonie am 27. Mai 2010 um 16:22
Hey Jean,
anscheint verstehst du nicht viel von Tierschutz. Wenn TUI keine Urlauber mehr zu diesen Delfinen bringt, finde ich das nicht schlecht denn so werden die Betreiber sich darum kümmern die Missstände zu beseitigen um wieder TUI-Aufträge zu bekommen.
Wenn jeder so denken würde wie du, würde sich nie etwas ändern!!!