Kategorie "Reiseberichte"
Wer in vergangenen Zeiten Spanien bereiste, der war meist fernab der Küste unterwegs. Nur die Häfen wurden für die Anreise oder Abreise per Schiff genutzt, ansonsten hielten sich die meisten Reisenden von den Gestaden des Meeres fern, schließlich führten die allermeisten Handels- oder Pilgerrouten durchs spärlich besiedelte Landesinnere. Diese Reisen dauerten viele Tage oder Wochen, so dass das Übernachten in Dörfern und Kleinstädten, die wie Inseln in der Landschaft lagen, die Regel war. Im 21. Jahrhundert haben sich auch in Spanien aus vielen kleineren Orten große Städte gebildet mit hässlichen Wohnvierteln rund um die oft noch sehr schönen Altstadtbereiche. Außerdem haben Autobahnen, Plantagen unter Plastikplanen und Gewerbegebiete das Antlitz Spaniens deutlich verändert. Den kompletten Beitrag lesen »
Wer nach Eisleben in Sachen-Anhalt kommt, wie ich am Pfingstwochenende, wundert sich in der Regel ein wenig: Eisleben ist der Geburts- und Sterbeort Martin Luthers, gehört zu den drei Städten in Deutschland, die den Beinamen „Lutherstadt“ tragen (neben Wittenberg und Mansfeld), und beherbergt zwei UNESCO-Welterbestätten (das Geburtshaus und das „Sterbehaus“ des großen Reformators) - übermäßig viele Touristen begegnen einem in Eisleben allerdings mitnichten. Kein Vergleich jedenfalls zu Wittenberg, der „Stadt der Reformation“, wo Luther einst in seinem Arbeitszimmer im Turm des Ausgustinerklosters (dem heutigen „Lutherhaus“) zu seinem bahnbrechenden neuen Verständnis von der „Gerechtigkeit Gottes“ gelangte („Turmerlebnis“) und wo die Schlosskirche steht, an deren Tür der Reformator seine berühmten 95 Thesen schlug. Nach Wittenberg - dessen Altstadt ohne Zweifel ein großartiges „Freilichtmuseum der Reformation“ darstellt - zieht es die inländischen und ausländischen Touristenströme (nicht zuletzt viele Reisebusse mit US-Amerikanern), in Eisleben dagegen - das zwar weniger als Wittenberg, aber trotzdem eine ganze Menge „Luther“ zu bieten hat - kann es einem passieren, am Sonntagvormittag den wunderschönen mittelalterlichen Marktplatz mit dem Lutherdenkmal menschenleer vorzufinden (siehe Foto). Touristen- bzw. Souvenir-Shops gibt es in Eisleben, passend dazu, nur wenige - und die haben sonn- und feiertags größtenteils zu (wie auch die Tourist-Info). Einige Luther-Souvenirs erhält man im Hotel “Graf von Mansfeld”. Einen Kiosk (zum Eindecken mit Softdrinks, Zigaretten, Zeitschriften usw.) habe ich in Eisleben gar nicht entdecken können.
Positiv gewendet: Eisleben ist angenehm ruhig und besticht durch „gemütliches Flair“. Gute Hotels gibt es in der Stadt obendrein (ich logierte im empfehlenswerten Parkhotel Schnorr an der Bahnhofstrasse - hübsch gelegen, saubere Zimmer, solides Frühstück, freundliche Betreiber - was will man mehr?), und Dank türkischer, südeuropäischer und fernöstlicher Einwanderer haben auch an Sonn- und Feiertagen einige Restaurants und Imbisse geöffnet. Großer Beliebtheit erfreut sich das am Markt gelegene deutsche Eiscafé & Bistro Müller.
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Klar, Urlaub kann man fast überall machen, es hängt davon ab was man möchte. Asturien ist ein Reiseland für Menschen, die fern ab vom Alltag - auch vom Urlaubsalltag – neue Eindrücke sammeln möchten. Meine erste Erfahrung mit Asturien ist zwanzig Jahre alt. Damals lasen wir eine Kleinanzeige in einer Düsseldorfer Anzeigenblättchen. In der Anzeige wurde eine Wohnung in Navia/Asturien für die Sommerferien angeboten, eine Ferienwohnung, die ein Asturier, der schon sehr lange in Düsseldorf lebte, als Altersruhesitz gekauft und eingerichtet hatte. Die Wohnung lag in einem ganz normalen Mehrfamilienhaus am Rand der kleinen Stadt Navia, unweit des Hafens und der Mündung des gleichnamigen Flusses in die Biskaya. Die Wohnung war mit allem notwendigen eingerichtet, der nächste Supermarkt lag zwei Minuten entfernt. Den kompletten Beitrag lesen »
Mehr als zehn Jahre lang kämpfte der legendäre Sachsenherzog Widukind (Wittekind) erbittert gegen die Unterwerfung des Sachsenlandes unter das Fränkische Reich von Karl dem Großen. Im Jahre 785 musste der alt und kriegsmüde gewordene Widukind schließlich die Aussichtslosigkeit seines Widerstandes gegen die militärisch überlegenen Franken einsehen. Der heidnische Sachsenherzog kapitulierte und ließ sich taufen - der „letzte Germane“ (so ein Autor in der Wissenschaftszeitschrift „GEO Epoche”) schwor seinen alten Göttern Donar, Wodan und Saxnoth ab. Taufpate war Karl der Große höchstpersönlich. Nach seinem Tod (als mögliches Todesjahr wird 807 angenommen) wurde Widukind wahrscheinlich in der Stiftskirche von Enger (nahe Herford) beigesetzt.
Doch trotz seiner Unterwerfung: Für die Westfalen, Niedersachsen und Sachsen war der sächsische Adlige Jahrhunderte lang ein Symbol ihrer regionalen Identität. Nach der Taufe Widukinds, die in Attigny vollzogen wurde, soll Karl der Große dem Sachsen übrigens ein weißes Ross als Taufgeschenk übergeben haben. Das Ross ziert heute die Landeswappen von Niedersachsen und (Nordrhein-)Westfalen. Das schwarze Pferd hingegen, das Widukind vor seiner „Bekehrung“ geritten und in seinem Feldzeichen getragen haben soll, findet man weiterhin im Wappen des Kreises Herford.
Am letzten Wochenende stattete ich dem westfälischen Herford und der Widukindstadt Enger einen kleinen Besuch ab. Natürlich hatte ich auch eine Digicam dabei.
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In der Semana Santa (Karwoche) finden in allen andalusischen Städten Osterprozessionen statt: Prunkvolle Events, über die in letzten Jahren auch in deutschen Medien des öfteren berichtet wurde. Neugierig geworden, nutze ich gerne die Gelegenheit, während der Semana Santa einige Tage in Málaga zu verbringen.
Ein Fazit vorweg: Es hat sich gelohnt. Obwohl die ganze Stadt auf den Beinen war und auch zahlreiche Besucher aus der weiteren Umgebung die Straßen zusätzlich bevölkerten, war die Stimmung ausgesprochen friedlich. Betrunkene habe ich an den drei Tagen vor Ort nicht gesehen (auch nicht spät in der Nacht), ein wohltuender Kontrast zu vielen deutschen Events. Eine Osterprozession in Spanien ist keine in sich geschlossene Veranstaltung, sondern die Summe vieler verschiedener Umzüge. Den kompletten Beitrag lesen »
Fast Hundert Jahre hat Sie inzwischen auf dem Buckel, die „Nibelungenhalle“ in Königswinter, die anno 1913 anlässlich des 100. Geburtstages des Komponisten Richard Wagner eröffnet wurde.
Der eigentümliche Kuppelbau liegt auf halber Wegstrecke hoch zum Drachenfels - jenem mystischen Ort über dem Rhein, an dem der junge Siegfried laut Nibelungensage den Drachen erschlug und durch ein Bad im Blut der Bestie Unverwundbarkeit erlangte (keine völlige allerdings, wie man weiß). Wichtigstes Ausstellungelement im Inneren der Halle - die eine Art „Gedächtnistempel“ für Wagner darstellt - ist eine Sammlung von Gemälden zu Wagners Opernzyklus „Der Ring des Nibelungen“ und zu Wagners Gralsoper „Parsifal“. Geschaffen wurde die Gemälde von einem völkisch-esoterischen Künstler namens Hermann Hendrich. Im Jahre 1933, zu Wagners 50. Todestag, hat man im Außenbereich der Halle noch eine „Drachenhöhle“ errichtet. Seit 1958 gehört zudem ein sehenswerter kleiner Reptilienzoo zum Gesamtkomplex.
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Ob Konrad Adenauer, der deutsche Gründungskanzler, zum engeren Kreis der “Erfinder“ jener politischen Lügenmärchen, gehörte, mit denen die 50er-Jahre-CDU so überaus erfolgreich ihre Wahlkämpfe bestritt? Oder waren derartige Dinge schon damals ausschließlich Wahlkampfmanagern und Werbeleuten vorbehalten? Schwer zu sagen. Einige Propagandaparolen und frei erfundene Behauptungen der “Adenauer-CDU” sind jedenfalls bis heute in Erinnerung geblieben. Man denke nur an die Propaganda-Lüge, ein Wahlerfolg der SPD würde dazu beitragen, dass Westdeutschland in einen Sozialismus à la Sowjetunion schlittere („Alle Wege des Marxismus führen nach Moskau“).
Doch wie dem auch sei: Auf einem Feld immerhin war Adenauer ganz offen als Erfinder tätig, nämlich auf dem Feld der - nennen wirs mal so - Alltags- und Lebensmitteltechnik. Dies allerdings eher “nebenher” und - anders als der Politiker - mit recht überschaubarem Erfolg.
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Es gibt Länder in denen denen die Mehrzahl der Besucher Strandurlaub macht und sich erholt und es gibt Länder, die besucht man, um möglichst viel zu sehen. Jordanien gehört zur zweiten Kategorie.
Zumindest beim ersten Jordanienbesuch sollte eine klassische Rundreise auf dem Programm stehen. Und so landete auch ich, wie fast alle Reisenden auf dem Flughafen der jordanischen Hauptstadt Amman und checkte erst einmal in meinem Hotel in der Innenstadt ein. Da es bereits recht spät war, lohnten sich für den ersten Tag keine längeren Aktivitäten mehr.
Gerasa
Am nächsten Tag ging es zur Römerstadt Gerasa. Die verkehrsgünstig gelegene Handelsstadt am Rande des römischen Imperiums war eine wohlhabende Stadt mit Luxusvillen, Tempeln, Theatern, Termen, Einkaufsstraßen und einem Hippodrom. Dort wohnten wir auch einer Vorführung bei, bei der eine Schildkrötenformation gezeigt wurde, ebenso wie ein Gladitorenkampf und ein Wagenrennen. Den kompletten Beitrag lesen »
Ob am Wochenende oder in den Ferien, es ist immer eine gutes Gefühl etwas Sinnvolles und Besonderes unternommen zu haben, vor allem dann, wenn es zudem der ganzen Familie Spaß gemacht hat. So ein Gefühl stellt sich nach einem Besuch im Westfälisches Landesmuseum für Handwerk und Technik ein.
Das Museum findet sich in der Region Westfalen-Lippe, am südöstlichen Rand des Ruhrgebiets, an den Ausläufern des Sauerlandes. Das Freilichtmuseum ist das einzige echte Handwerks- und Industriemuseum in Europa. In etwa 60 alten Werkshallen, Fachwerkshäusern oder Mühlen kann man lernen, wie unsere Vorfahren gearbeitet haben, wie viele Arbeitsschritte für die Herstellung eines Nagels, eines Stück Papiers oder eines Blechs nötig waren. Je nach Alter der Maschinen wurden sie zu ihrer Zeit mit Wasserkraft, Dampf oder Strom betrieben.
So mancher Großvater kann seinen Kindern oder Enkeln im Museum verdeutlichen, wie das Arbeitsleben vor einigen Jahrzehnten aussah. Und das Beste ist: Hier, quasi vor Ort, wird ihm zugehört, hier sieht und begreift jeder Zuhörer was gemeint ist, wie die Maschinen damals funktioniert haben.
Viele Werkstätten widmen sich der Metallverarbeitung, zum Beispiel Gießereien, Walz- und Hammerwerke. Den kompletten Beitrag lesen »
Nach einem kurzen Wochenendausflug an die holländische Küste sollte noch ein Abstecher nach Amsterdam folgen. Wir fuhren also von Zandvoort nach Amsterdam, immer geführt von unserem treuen Navi.
Anfangs ging noch alles glatt. Gut, schon bei Haarlem staute sich der Verkehr etwas, aber wer kann es den Holländern verübeln, dass sie das warme Wetter für einen Ausflug nutzen.
Ich bestimmt nicht, schließlich war ich aus demselben Grund hier. Trotz allem erreichten wir Amsterdam zügig, allerdings von einer für mich ungewohnten Seite, so dass ich mich - orientierungslos wie ich war – auf das Navi verlassen musste.
Nichtsahnend fuhr ich immer weiter in das Zentrum Amsterdams und kam schließlich zur Rokin. Fahrräder quetschten sich an mir vorbei, während ich beim Stop & Go alle paar Minuten 10 Meter vorrückte. Von einem Parkhaus war hier keine Spur und ich war eingequetscht zwischen Straßenbahnspur und Radfahrern. Mir blieb nichts anderes übrig als weiter geradeaus zu fahren, denn nach rechts bot sich auch keine Alternative an. So fuhr ich von der Rokin auf den Damrak, einer der Hauptstraßen in Amsterdams Innenstadt. Den kompletten Beitrag lesen »