Am Anfang eines jeden Ausflugs steht eine Idee, quasi der erste Schritt, die dann meist mit der Frage: „Sollen wir mal (wieder) nach XYZ fahren?“ verbalisiert wird. In vielen Fällen bleibt es aus mancherlei Gründen bei der Frage, aber wenn der Ideengeber auf positive Resonanz gestoßen ist, die Zeit und der Geldbeutel es zulassen und auch das Wetter einigermaßen mitspielt, dann sitzt man eine Tages im Zug, um zu seinem Ausflugsziel zu gelangen.
Archäologiepark Belginum
So saß auch ich eines schönen Frühlingssamstags im Auto. Um eventuellen Staus aus dem Weg zu gehen, fuhr ich früh morgens gegen 7.00 Uhr von Düsseldorf los. Die erste Tagesetappe war Belginum, ein Archäologiepark im Hunsrück, über den ich im Internet gelesen hatte. Den kompletten Beitrag lesen »
Ostwestfalen ist eine der vielen weniger im Focus stehenden Regionen Deutschlands. Die Region liegt auf dem halben Weg zwischen den Ballungsräumen an Rhein und Ruhr und der Bundeshauptstadt Berlin.
Ostwestfalen gehört noch zu Nordrhein-Westfalen und ist eine Region, die sich, mit ihren vielen Mischwäldern und einer abwechslungsreichen Natur- und Kulturlandschaft, gut für längere Urlaubsaufenthalte, aber auch für Ausflüge eignet.
Die bekanntesten Städte der Region sind Minden und Detmold. Viel besuchte Sehenswürdigkeiten sind das Hermannsdenkmaln das Kaiser-Wilhelm-Denkmal und das Westfälische Freilichtmuseum.
Es ist jetzt schon drei Jahre her, dass ich in Cuxhaven war. Es war ein verlängertes Wochenende im Frühjahr noch vor den betriebsamen Ostertagen. So zeitig im Jahr war es kein Wunder, dass in den ersten Stunden des Aufenthalts dichter Nebel herrschte. Das war für die Stadtrundfahrt nicht so toll, aber der folgende Spaziergang am Meer entlang hatte etwas. Die absolute Ruhe, die nur durch Mövenrufe unterbrochen wurde, das Grau des Meeres und des Himmels wirkten nicht deprimierend sondern in erster Linie beruhigend. Außerdem wirkte die frische Meeresluft belebend und der angenehme Geruch des Strandes, die leichte Duft nach Seetang weckten angenehme Erinnerungen an andere Aufenthalte am Meer.
Zum Abendessen ging es zum Hafen. Den kompletten Beitrag lesen »
Die Bräuche und Sitten des Kölner Karnevals wirken auf Zugereiste seltsam, ja mitunter befremdlich. Viele „Imis“, also Kölner Bürger, die nicht in der Domstadt geboren und aufgewachsen sind, fliehen während der tollen Tage genervt in entfernte Regionen. Andere, wahrhaft „intregrationswillige“ Imis, bleiben, machen - zunächst widerwillig - mit und hoffen, sich irgendwann doch „auch im Innersten“ mit dem bunten, lauten und alkoholschwangeren Treiben (das, so hat man ihnen erzählt, überdies von Humor geprägt sein soll) anfreunden zu können.
Die Frage, warum der Kölner Karneval, wenn er für Außenstehende doch so viel „schwer Verdauliches“ produziert (um es milde auszudrücken), alljährlich Tausende Karnevalstouristen aus ganz Deutschland anlockt, steht auf einem anderen Blatt. Jedenfalls handelt es sich nicht (bzw. nicht im nennenswerten Umfang) um emigrierte Urkölner, die während der Tollen Tage zurück in ihre Mutter- und Vaterstadt kommen. Augenscheinlich geht vom Kölner Karneval doch eine „schwer begreifliche“ Anziehungskraft aus. Aus „befremdlich“ wird „strange“ - und schnell ist man auch bei „faszinierend“. Andere Karnevalstouristen wollen dagegen wohl nur viel saufen und laut sein (so, wie sie es zu Hause nicht dürfen).
Für alle, die sich auf den Kölner Karneval einlassen wollen/müssen (und sich mehr Gedanken machen als die Vertreter der Hardcore-Sauffraktion), gibt es jetzt ein empfehlenswertes Buch. Den kompletten Beitrag lesen »
Winterberg im Sauerland ist als das größte Wintersportgebiet nördlich der Alpen bekannt. Von Dezember bis März heißt es vor Ort: “Ski und Rodel gut”. Doch auch außerhalb der Wintersaison wartet die Region gelegentlich mit Attraktionen auf, die nur in Wintersportgebieten möglich sind.
Sind Sie z. B. schon mal mit 130 Sachen Taxi gefahren? Sicher nicht. Selbst in amerikanischen Actionfilmen verhindert der dichte Verkehr (unfallfreie) Taxifahrten mit Rennwagengeschwindigkeit.
In Winterberg allerdings wird eine derart “heiße Fahrt” zur eiskalten Realität - und zwar bei einer Rennbob-”Taxifahrt” im Eiskanal der örtlichen Bobbahn.
Das Rennbob-Taxi, genauer: ein von einem erfahrenen Piloten gesteuerter Viererbob, rast dabei mit den Fahrgästen im atemberaubenden Tempo durch eine schmale, 1.600 Meter lange Röhre. Etwa 15% Gefälle sorgen auf der Bobbahn neben dem glatten Untergrund und der Fahrkunst des Piloten für den ultimativen Geschwindigkeitsrausch. Das Fahrt dauert rund 60 Sekunden. Ob man bei der rasanten Tour eher ins Schwitzen kommt oder Frostbeulen davon trägt, hängt entscheidend von der eigenen “Coolness” ab. Den kompletten Beitrag lesen »
Ist die Heinrich Heine-Büste, die im Sommer in der Walhalla aufgestellt wurde, völlig fehl am Platz? Oder war der „Einzug“ des weltweit bewunderten Dichters im „Ruhmestempel der Deutschen“ ganz im Gegenteil längst überfällig? Über diese und ähnliche Fragen wurde in den letzten Monaten bereits bis zum Überdruss diskutiert.
Fakt ist: Heine selbst, der für die Walhalla mit ihrer Unmenge von Büsten und Gedenktafeln zu Ehren „bedeutender Persönlichkeiten“ „teutscher Zunge“ (Herrscher, Feldherren, Forscher, Künstler) nur Spott übrig hatte (”marmorne Schädelstätte”), hätte jede Diskussion über den Einzug „seiner“ Büste in die Walhalla als absurd empfunden. Für ihn war der 1842 eröffnete Ehrentempel in Donaustauf ganz selbstverständlich eine Pilgerstätte für Deutschtümler und politische Reaktionäre, in der die Büsten von „Juden“ (also Deutschen jüdischen Glaubens oder jüdischer Abstammung) und „Vaterlandsverrätern“ (also Sozialisten usw.) nicht erwünscht sind. Schluß und fertig. Gram hat Heine darüber mit Sicherheit nicht empfunden - wieso sich über eine Selbstverständlichkeit groß Gedanken machen …
Fakt ist aber auch: Obwohl Heine also garantiert nie einen „Ich will da rein“-Ehrgeiz hinsichtlich der Walhalla hegte, ist er jetzt „drin“. Genauer: Eine vom Düsseldorfer Künstler Bert Gerresheim gefertigte Büste des Dichters ist „drin“. Den kompletten Beitrag lesen »
Ein Besuch im Baby & Kinder Bio Resort Ulrichshof (Kerstin Juchem)
Juni 2010: Eine Einladung zu einer Familienfahrt mit dem Titel „Urlaub im ersten Biokinderhotel Europas“ flatterte mir ins Haus.
`Interessant´ dachte ich. Nicht, weil ich endlich in der Lage sein sollte, mit Ehepartner und fünf Kindern zusammen ein paar Tage auszuspannen, die, das nur nebenbei, zunächst noch gefunden respektive geboren werden müssten - es war das „Bio-Siegel“, auf das ich ansprang. Essen können, worauf man Hunger hat - ein herrlicher Gedanke! Einschränkungen beim „Auswärts-Essen“ waren für mich - allergiebedingt - seit Jahren an der Tagesordnung. Eine Umstellung meiner Ernährung auf „Bio“ hatte sich mit der Zeit vollzogen.
Bio als neuer Trend in der Hotellerie und Gastronomie: Immer mehr Betriebe stellen um und orientieren sich hin zu ökologischem Anbau und biologischen Zutaten.
Man möchte meinen, dass ein Restaurant, das seit 40 Jahren „Flambierte Rattenschwänze“ auf der Speisekarte führt, in Thailand oder sonstwo in Südostasien angesiedelt ist. Doch weit gefehlt. Das eigentümliche Gericht ist die Top-Spezialität des Hamelner Rattenfängerhaus-Restaurants - und es handelt sich auch nicht um echte Rattenschwänze, vielmehr werden unter diesem Label Schweinefiletstreifen serviert (ein Angehöriger der muslimischen Minderheiten in Südostasien würde das Ganze also niemals anrühren!).
Die Zubereitung der Spezialität, die Anfang 1970 von Rattenfängerhaus-Wirt Karl-Heinz Fricke kreiert wurde, erfolgt in dem Restaurant in der Hamelner Altstadt traditionell vor den Augen der Gäste. Die Schweinefleischstreifen werden mit Zutaten wie Oliven, Tomaten, Champignons und Wein in zwei Pfannen gebraten. Gegen Ende der Kochshow schießen die Flammen beim Flambieren „gefährlich“ in die Höhe. Der Vorgang wurde auch in einem Youtube-Video festgehalten (siehe unten). Das Rezept findet man auf der Webseite des Restaurants.
Rattenfreundliches Hameln
Ratten begegnet man in der niedersächsischen Stadt nicht trotz, sondern gerade wegen ihrer Vertreibung anno 1284 durch den legendären Rattenfänger ausgesprochen häufig - wenn auch natürlich keinen echten. Dem Tourismus sei Dank. Tausende aufs Pflaster gemalte Tierchen dienen auf der „Rattenspur“ als Orientierungshilfe für auswärtige Besucher, die Hamelns historischen Kern und seine Sehenswürdigkeiten erkunden möchten. Und beim sonntäglichen Rattenfänger-Freilichtspiel sowie beim Rattenfänger-Musical „RATS“ (das in der Sommersaison jeden Mittwoch aufgeführt wird) sorgen die Nager sogar für beste Unterhaltung. Den kompletten Beitrag lesen »
Wer nach Eisleben in Sachen-Anhalt kommt, wie ich am Pfingstwochenende, wundert sich in der Regel ein wenig: Eisleben ist der Geburts- und Sterbeort Martin Luthers, gehört zu den drei Städten in Deutschland, die den Beinamen „Lutherstadt“ tragen (neben Wittenberg und Mansfeld), und beherbergt zwei UNESCO-Welterbestätten (das Geburtshaus und das „Sterbehaus“ des großen Reformators) - übermäßig viele Touristen begegnen einem in Eisleben allerdings mitnichten. Kein Vergleich jedenfalls zu Wittenberg, der „Stadt der Reformation“, wo Luther einst in seinem Arbeitszimmer im Turm des Ausgustinerklosters (dem heutigen „Lutherhaus“) zu seinem bahnbrechenden neuen Verständnis von der „Gerechtigkeit Gottes“ gelangte („Turmerlebnis“) und wo die Schlosskirche steht, an deren Tür der Reformator seine berühmten 95 Thesen schlug. Nach Wittenberg - dessen Altstadt zweifellos ein großartiges „Freilichtmuseum der Reformation“ ist - zieht es die inländischen und ausländischen Touristenströme (nicht zuletzt viele Reisebusse mit US-Amerikanern). In Eisleben dagegen - das zwar weniger als Wittenberg, aber trotzdem eine Menge „Luther“ zu bieten hat - kann es einem passieren, den wunderschönen mittelalterlichen Marktplatz mit dem Lutherdenkmal am Sonntagvormittag menschenleer vorzufinden (siehe Foto). Touristen- bzw. Souvenir-Shops gibt es in Eisleben, passend dazu, nur wenige - und die haben sonn- und feiertags größtenteils zu (wie auch die Tourist-Info). Einige Luther-Souvenirs erhält man im Hotel “Graf von Mansfeld”. Einen Kiosk (zum Eindecken mit Softdrinks, Zigaretten, Zeitschriften usw.) habe ich in Eisleben gar nicht entdecken können.
Die positive Seite der Medaille: Eisleben ist angenehm ruhig, gemütlich und überschaubar. An guten Hotels fehlt es nicht (ich logierte im empfehlenswerten Parkhotel Schnorr an der Bahnhofstrasse - hübsch gelegen, saubere Zimmer, solides Frühstück, freundliche Betreiber - was will man mehr?) und dank türkischer, südeuropäischer und fernöstlicher Einwanderer haben auch an Sonn- und Feiertagen einige Restaurants und Imbisse geöffnet. Großer Beliebtheit erfreut sich das am Markt gelegene deutsche Eiscafé & Bistro Müller. Den kompletten Beitrag lesen »
Mehr als zehn Jahre lang kämpfte der legendäre Sachsenherzog Widukind (Wittekind) erbittert gegen die Unterwerfung des Sachsenlandes unter das Fränkische Reich von Karl dem Großen. Im Jahre 785 musste der alt und kriegsmüde gewordene Widukind schließlich die Aussichtslosigkeit seines Widerstandes gegen die militärisch überlegenen Franken einsehen. Der heidnische Sachsenherzog kapitulierte und ließ sich taufen, unterwarf sich also Karls Christianisierungpolitik. Der „letzte Germane“ (so ein Autor in der Wissenschaftszeitschrift „GEO Epoche”) schwor seinen alten Göttern Donar, Wodan und Saxnoth ab. In einigen Klosterannalen wird behauptet, dass Karl der Große höchstpersönlich die Rolle des Taufpaten übernommen hat. Die fränkischen Reichsannalen erwähnen Karls Taufpatenschaft freilich nicht. Nach seinem Tod (als mögliches Todesjahr wird 807 angenommen) wurde Widukind wahrscheinlich im Ursprungsbau der Stiftskirche von Enger, einer Stadt nahe Herford, beigesetzt.
Doch trotz seiner Unterwerfung: Für die Westfalen, Niedersachsen und Sachsen war der sächsische Adlige Jahrhunderte lang ein Symbol ihrer regionalen Identität. Nach der Taufe Widukinds, die laut fränkischen Reichsannalen in Attigny (Ardennen) vollzogen wurde, soll Karl der Große dem Sachsen ein weißes Ross als Taufgeschenk übergeben haben. So berichtet es jedenfalls eine christliche Legende. Das weiße Ross ziert heute die Landeswappen von Niedersachsen und (Nordrhein-)Westfalen. Das schwarze Pferd hingegen, das Widukind vor seiner „Bekehrung“ geritten und in seinem Feldzeichen getragen haben soll, findet man weiterhin im Wappen des Kreises Herford. Den kompletten Beitrag lesen »