Auf den Hermannshöhen im Teutoburger Wald - von Arminius, steilen Aufstiegen, einem fidelen Chor, Kaiser Wilhelm und dem ersten gefallenen Laub
War der 31. August hierzulande der letzte “richtige” Sommertag 2009? Meteorologisch endet der Sommer bekanntlich am 1. September, kalendarisch allerdings erst drei Wochen später. Das Wetter Anfang September und die aktuellen Wetterprognosen geben - zumindest hier in NRW - leider eher den Meteorologen recht.
Wie dem auch sei: Ich machte mich am letzten Augusttag noch mal auf einem sommerlichen Mini-Ausflug. Ziel war der südliche Teutoburger Wald bei Detmold, genauer: die Grotenburg, jener Berg, auf dem das Hermannsdenkmal steht.
Die Varusschlacht sollte am diesem Tag allerdings nicht das (Haupt-)Thema sein. Wandern und lockeres Sightseeing stand auf dem Programm. Dass es im Lippischen Landesmuseum von Detmold eine Ausstellung zum “Mythos” Varusschlacht gibt, die gute Kritiken bekommt, war mir bekannt. Allerdings schien mir der Herbst die bessere Jahreszeit für einen Museumsbesuch.
So begab ich zum Aufstieg auf die Grotenburg, die manchmal auch Teutberg - oder kurz Teut - genannt wird. Das hieß auch: In diesem Spätsommer noch einmal richtig schwitzen, denn der Aufstieg über den Hermannsweg ist stellenweise ausgesprochen steil. Die angenehmen Kühle des Waldes half gegen das Schwitzen nur wenig; oben angekommen, kann man allerdings das Hermannsdenkmal besteigen (1,30 Euro “Eintritt”) und sich dort den frischen Wind um die Nase wehen lassen. Was ich natürlich auch tat.
Hermann bzw. Arminius präsentierte sich bei strahlendem Sonnenschein in schönster Pracht:
Auf der Treppe vor dem Koloss hatte sich übrigens ein Senioren-Chor aufgestellt, der ein historisches Lied über die Varusschlacht zum Besten gab. Ein Kamerateam des WDR hielt das Ganze fest.
Die Stimmung der umstehenden Leute war - wie die meine - ausgesprochen gut, nur dass ein Blick vom Hermannsdenkmal auf den Teutoburger Wald eine bittere Wahrheit aufdeckte: Die ersten Bäume färben sich rot-braun. Beim Wandern entdeckte man das erste gefallene Laub.
Nach der “Besteigung” des Hermannsdenkmal begab ich mich in den nahen Klettergarten, einen Museumsshop sowie an diverse Kioske o. Ä., die “Hermann-Souvenirs” ohne Ende anbieten. Ich entschied mich u. a. für ein Feuerzeug mit den Abbild des Cheruskerfürsten.
Schließlich gönnte ich mir noch einen kleinen Rundgang, der die kleinen, recht interessanten Denkmäler bzw. Gedenktafeln rund um das Hermannsdenkmal umfasste - als da (zum Beispiel) wären:
Das Bismarkdenkmal …
… eine Gedenktafel, die an die “Übergabe” des Hermannsdenkmals an “das Deutsche Volk” 1875 durch Wilhelm I. erinnert (oben auf dem Foto sieht man übrigens den Klettergarten), …
… und das Denkmal für Ernst von Bandel, den “Erbauer” des Hermannsdenkmals.
Nach dem kleinen Denkmal-/Gedenktafel-Rundgang hieß es für mich schließlich “good bye”. Ein letzter Blick auf Arminius,
dann gings den Hermannsweg wieder runter (bequem war auch Abstieg nicht, die Strecke ist einfach zu steil).