Aischgründer Karpfenschmeckerwochen – Köstlichkeiten für Gourmets alter Schule und „all you can eat“-Fans
geschrieben von zlatan i. (23. September 2009)

Hungriger Karpfen. Foto: 3268zauber, Lizenz: creative commonsWer sich schon immer gefragt hat (und vielleicht bei der Zubereitung seines Weihnachtskarpfens bald wieder fragen wird), was man aus Karpfen kulinarisch so alles machen kann, sollte die laufenden „Aischgründer Karpfenschmeckerwochen“ besuchen. Noch bis zum 8. November erstreckt sich die 31. Ausgabe der traditionellen Kulinarik-Wochen, auf denen in 20 Karpfenschmecker-Restaurants nichts als echter Aischgründer Karpfen serviert wird - dies aber in allen denkbaren Variaten der Zubereitung.

Ort des Geschehens ist die „Karpfenhochburg“ im westlichen Mittelfranken um Neustadt a.d. Aisch und die Kurstadt Bad Windsheim. Die Aischgründer Karpfen, eine hochrückige und schuppenarme Züchtung von Zisterziensermönchen, werden im Aischgrund und in den benachbarten Naturparks Steigerwald und Frankenhöhe in rund 1.500 Weihern aufgezogen. Die Tiere können dort artgerecht ihr Futter im schlammreichen Teichgrund suchen und drei Jahre lang wachsen. Nur Karpfen, die derart aufgezogen wurden, kommen bei den Karpfenschmeckerwochen auf den Tisch. Und auch die Karpfen-Saison ist streng nach traditionellen Vorgaben reguliert. Aischgründer Karpfen wird nur in den „r“-Monaten, sprich: von September bis April, gereicht

Seine besondere Form verdankt der Aischgründer Karpfen übrigens der Tatsache, dass die mittelalterlichen Mönche gezielt Tiere züchteten, die möglichst den ganzen Teller ausfüllen, da während der Fastenzeit kein Gericht über den Tellerrand hinausragen durfte.

Tradition und Innovation

Was allerdings auch durch noch so viel Traditionsverbundenheit in keiner Weise eingeschränkt wird, sind der Einfallsreichtum und die Innovationslust der örtlichen Karpfen-Köche: Karpfenwürste, Karpfenmus, Karpfenterine, Karpfenfilet in Cocos-Currysoße oder Karpfen in Sushi gerollt kann man während der Karpfenschmeckerwochen kosten. Dazu kommen – natürlich – eher konservative Kreationen wie Karpfen gebacken, Karpfen blau im Silvaner-Sud, Karpfenflossen und Räucher-Karpfen mit Sahnemeerrettich.

Vier Gasthäuser bieten heuer sogar wieder Karpfenbuffets an. Auch das „all you can eat“-Prinzip hat also in der traditionsreichen Welt der Aischgründer Karpfenschmeckerwochen Einzug gehalten. Dies allerdings im Dienste der Esskultur: Gäste sollen die Möglichkeit erhalten, durch „einen kleinen Happen von allem“ wenigstens einen Teil der kulinarischen Vielfalt rund um den Aischgründer Karpfen „durchzuprobieren“.

Mehr zu den Karpfenwochen und viele Rezepte gibt es unter www.karpfenschmeckerwochen.de.

Foto: Karpfen in Erwartung seines Futters. Urheber: 3268zauber, Lizenz: creative commons.


Kommentare:
2 Kommentare zu "Aischgründer Karpfenschmeckerwochen – Köstlichkeiten für Gourmets alter Schule und „all you can eat“-Fans"
U.Vogelsang am 29. September 2009 um 20:25

Karpfenwürste, Karpfenmus, Karpfenterine, Karpfenfilet in Cocos-Currysoße oder Karpfen in Sushi, klingt gut, wenn nicht falsch gewürzt wird. Vor Jahren bekam ich mal in Südfrankreich Bachforelle mit Roquefort vorgesetzt: Das passte so gar nicht, es war nur schrecklich.


Glatz am 28. April 2010 um 01:13

Netter Post!


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