|
|
Archiv für Oktober, 2010
Sind Sie z. B. schon mal mit 130 Sachen Taxi gefahren? Sicher nicht. Selbst in amerikanischen Actionfilmen verhindert der dichte Verkehr (unfallfreie) Taxifahrten mit Rennwagengeschwindigkeit. In Winterberg allerdings wird eine derart “heiße Fahrt” zur eiskalten Realität - und zwar bei einer Rennbob-”Taxifahrt” im Eiskanal der örtlichen Bobbahn. Das Rennbob-Taxi, genauer: ein von einem erfahrenen Piloten gesteuerter Viererbob, rast dabei mit den Fahrgästen im atemberaubenden Tempo durch eine schmale, 1.600 Meter lange Röhre. Etwa 15% Gefälle sorgen auf der Bobbahn neben dem glatten Untergrund und der Fahrkunst des Piloten für den ultimativen Geschwindigkeitsrausch. Das Fahrt dauert rund 60 Sekunden. Ob man bei der rasanten Tour eher ins Schwitzen kommt oder Frostbeulen davon trägt, hängt entscheidend von der eigenen “Coolness” ab.
Die gilt etwa für große Giebelgemälde in sonst eher vernachlässigten Stadtteilen. Auch das graue (und rostfarbene) Erscheinungsbild älterer Bahnhöfe kann durch bunte Graffiti einiges von seiner Tristesse verlieren - vorausgesetzt natürlich, es handelt sich um gute Graffiti. Im Bereich der Straßenmalerei (die heute oft auf professionellem Niveau betrieben wird) haben in letzter Zeit spektakuläre 3D-Straßenbilder für Furore gesorgt. Derartige Bilder sind so gestaltet, dass der Betrachter den Eindruck erhält, er könne mitten auf der Straße einen steilen Wasserfall herunterstürzen oder als Spaziergänger über einen Kraterrand in dampfende Lava-Massen fallen.
„Könad Sprit“ könnte man sinngemäß mit „Geschlecht des Alkohols“ übersetzen. Die Ausstellung, die die schwedische (und allgemein moderne) Trinkkultur aus der „Geschlechterperspektive“ betrachtet, soll laut Macherin Maria Asplund zum Nachdenken anregen. Fertige Antworten bietet die Ausstellung nicht, dafür viele weitere Fragen. Besucher sollen ihren Spaß haben (vieles, was gezeigt wird, regt zum Schmunzeln an), aber auch ermuntert werden, ihre eigenen Getränkepräferenzen zu hinterfragen. Trinke ich wirklich das, was mir am besten schmeckt? Oder passe ich mich nur an geschlechtsspezifische Normen an? Und haben Männer und Frauen bei der Getränkewahl beide gleichermaßen die „freie Wahl“? Früher und heute Wer hätte es gedacht: Bis ins 17. Jahrhundert hinein tranken Frauen in Schweden ebenso wie Männer mehrere Liter Bier täglich. Bier war damals deutlich gesünder als Wasser, das häufig Verunreinigungen aufwies. Eine Nonne im Kloster Vadstena (Provinz Östergötland) z. B. hatte eine Tagesration von drei Litern Bier. |
|||||||||||||