Archiv für Oktober, 2009

geschrieben von zlatan i. (12. Oktober 2009)
Kategorie: Kurioses
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sehenswuerdigkeit-zucker Foto: www.dobryden.czWenn man davon spricht, dass touristische Sehenswürdigkeiten durch natürliche oder menschengemachte Umwelteinflüsse (z. B. sauren Regen) gefährdet sind, hat man in der Regel Zeiträume von vielen Jahren oder gar Jahrzehnten im Sinn. Eine Ausnahme von dieser Regel findet man seit Neuestem in der kleinen südböhmischen Stadt Pelhřimov (deutsch Pilgrams). Nach einer Meldung von Radio Prague hat dort ein Student namens Jan Trejbal eine kleine Statue im Freien platziert, die vollständig aus Zucker hergestellt ist.

Wie bereits aus der deutschen Redewendung „aus Zucker sein“ hervorgeht (die bekanntlich „empfindlich sein“, aber auch konkret „keinen Regen vertragen können“ meint), wird dem Kunstwerk kein allzu langes Leben beschieden sein. Aber genau dies ist für Student Trejbal kein Problem, sondern beabsichtigter Effekt. Der Clou seines Arrangements: Dank der herbstlichen Niederschläge ist die Form der kleinen Statue - im wahrsten Sinne des Wortes - im ständigen Fluss, so dass die meisten zeitlich aufeinanderfolgenden Besucher jeweils ein „anderes“ Kunstwerk zu sehen bekommen.

Die Statue ist rund 70 Zentimeter hoch und wiegt rund 50 Kilo. Wie lange es dauern wird, bis das Kunstwerk vollständig „dahingeschmolzen“ ist, bleibt abzuwarten. Vielleicht einige Wochen oder gar Monate. It depends on the weather …

Foto: Student Trejbal mit seinem Werk. Quelle: www.dobryden.cz


geschrieben von zlatan i. (6. Oktober 2009)
Kategorie: Kurioses
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Urinale mit Aquariumblick. Flughafen. Foto: victoriapeckham Fakt oder Fake? Eine seriöse Meldung oder eine Art japanischer Aprilscherz am 1. Oktober? Diese Frage drängt sich spontan auf, wenn man folgende, gegenwärtig durch das englischsprachige Internet geisternde Nachricht liest: Eine japanische Fluglinie namens „All Nippon Airways“ (ANA) bittet seit Anfang Oktober ihre Passagiere, ihre Notdurft doch möglichst vor dem Anbordgehen zu verrichten. Der Hintergedanke bei dem Ganzen: Mit leerer Blase wiegen Passagiere weniger, die Airline spart so Fluggewicht und folglich Kerosinkosten.

Nun ja: Für den Wahrheitsgehalt der Meldung spricht, dass sie vom Auslandsdienst der öffentlichen japanischen Rundfunkanstalt NHK verbreitet wird.

Angesprochen werden sollen danach Fluggäste, die im Terminal-Bereich warten.

Durch die Fluggewichtsreduzierung qua “Blasenentleerung” erhofft man sich eine Verringerung des CO2-Ausstoßes der ANA-Flotte um fünf Tonnen. Angelegt ist die Aktion als einmonatiges Experiment. Bringt das Ganze den nötigen Erfolg und wird von den Passagieren angenommen, ist eine Verlängerung denkbar.

Foto: Urinale mit Aquarium-Blick. Urheber: victoriapeckham. Lizenz: creative commons.


geschrieben von zlatan i. (5. Oktober 2009)
Kategorie: Allgemein
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Unterwegs mit der Brienz Rothorn Dampfbahn. Foto: MySwitzerland.comIn Nordkorea, aber auch in Indien und in China, sind Dampfloks bis in unsere Tage hinein im regulären Einsatz. In Mitteleuropa dagegen hat die sympathischen Technik-Dinos längst jenes Schicksal ereilt, das Großtechnik, die man nicht mehr braucht, die aber doch irgendwie faszinierend ist, oft ereilt: Der Großteil wurde ausrangiert, einige der schönsten Exemplare jedoch avancierten zu Touristenattraktionen. Und so geht es heute mit manchen der zischenden und schnaufenden Ungetüme aus dem frühen und mittleren Industriezeitalter auf sog. “Nostalgiefahrten”, bei denen man mal im Passagierabteil, mal im Führerstand eine kleine Zeitreise durchlebt. In der Schweiz gibt es seit neustem ein weiteres, recht attraktives Angebot aus diesem Sektor: Touristen können als „Heizer-Lehrlinge“ in der Brienz-Rothorn-Bahn mitfahren. Die kleine Dampfzahnradbahn zählt zu den Legenden der Schweizer Bahnfahrt und “quält” sich schon seit anno 1892 auf das Brienzer Rothorn im Berner Oberland.
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geschrieben von zlatan i. (1. Oktober 2009)
Kategorie: Kurioses
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Touristische Hinweisschilder in Prag. Foto: genvesselWer sich in Prag als Tourist orientieren will, stößt auf eine kleine, sicher überwindbare, aber nichtsdestotrotz interessante Schwierigkeit: Die touristischen Hinweisschilder in der Donaumetropole sind weiterhin - auch 20 Jahre nach der „samtenen Revolution“ - durchgängig einsprachig. Wenn man in der Donaumetropole etwa nach der Prager Burg sucht, sieht man auf den städtischen braunen Hinweisschildern neben einer stilisierten Darstellung der Burg und einem Pfeil, der die Richtung anzeigt, nur die tschechische Aufschrift „Pražský Hrad“. Die englische Bezeichnung „Prague Castle“ - oder gar die deutschsprachige Aufschrift „Prager Burg“ - bekommt man nicht zu lesen. Weitere Beispiele sind der Židovský hřbitov (der Jüdische Friedhof) und der Prašná brána (Pulverturm). Ostdeutsche Touristen mögen diese tschechischen Namen noch aus ihren Vor-89-Reiseführern kennen (in der DDR scheute man aus historischen Gründen eine allzu forsche „Eindeutschung“ tschechischer Bezeichnungen, außerdem waren DDR-Bürgern slawische Sprachen wg. ihrer Schulrussisch-Kenntnisse weniger fremd); andere Besucher aus Westeuropa oder Nordamerika dürften sich dagegen ein wenig wundern.

Interessant ist der Hintergrund des Ganzen. Er zeigt mal wieder, dass in Tschechien Recht und Gesetz ausgesprochen ernst genommen werden. So ernst, dass dies gelegentlich zu echten „Schildbürgerstreichen“ führen kann (nicht umsonst wird Prag gern als „Haupstadt von Kafkaland“ gehänselt*)
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