WIESO SO BILLIG?

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Warum sind die Billig-Flieger so billig?

Ju6

Ju6. Foto: A.Wilke

Schon seit mehreren Jahren gibt es die sogenannten Billig-Flieger, die mit günstigen Preisen und attraktiven Flugzielen ihre Passagiere anlocken. Dass die angeflogenen Flughäfen meistens etwas weiter vom Stadtzentrum entfernt liegen, ist heute den meisten Reisenden bewusst und wird für einen günstigen Preis in Kauf genommen.

 

Doch welche anderen Posten der Flugpreis-Kalkulationen werden reduziert, um stets den günstigsten Preis anbieten zu können?

 

Wie schon erwähnt, werden große Airports mit ihren teuren Lande- und Strukturgebühren seltener angeflogen. Des weiteren ist das „Fliegen zum Taxipreis“ nur auf einer beschränkten Anzahl von Sitzplätzen möglich. Da heißt es für den Fluggast schnell buchen, um das begrenzte Angebot wahrnehmen zu können. Flexible Reisende, die ihren Flug schon Monate vorher planen, können sich so einen der begehrten Plätze sichern. Gabel- und Anschlussflüge bieten die meisten Billig-Airlines nicht an. Das spart weitere Kosten.

 

Die engere Bestuhlung der Flugzeuge und die kürzeren Bodenzeiten an den Flughäfen, sorgen für eine hohe Auslastungsquote der Flugverbindungen und reduzieren so den Ticket-Preis. Teilweise beträgt die Standzeit der einzelnen Flugzeuge weniger als 30 Minuten zwischen Start und Landung. Da die Flugzeuge meist nicht direkt am Terminal, sondern am Rollfeld halten, können die Passagiere schneller ein- und aussteigen. Die freie Sitzplatzwahl beschleunigt das Einsteigen der Fluggäste und verkürzt noch einmal die Wartezeiten am Boden.

Die Kosten für die Wartung werden insofern minimiert, dass die Flugzeugflotte auf einen Typ beschränkt wird und sich somit die Wartungsarbeiten vereinfachen. An den Wartungsarbeiten und -häufigkeiten selbst, wird natürlich nicht gespart!

 

Ticketlos Reisen

 

Die größten Kosten sparen die Fluggesellschaften bei dem Verkauf und in der Distribution. Die günstigen Preise sind oft nur über das Internet buchbar. Buchungen über Reisebüros oder Hotlines werden mit Aufschlägen bestraft. Der Fluggast bekommt kein eigenes Ticket aus Papier zugeschickt, reist entweder mit wiederverwendbaren Bordkarten oder mit einem sogenannten E-Ticket. Dieses elektronische Ticket existiert nur in der Datenbank der Fluggesellschaft. Der Reisende muss beim Check-In lediglich seinen Personalausweis und die Buchungsnummer vorzeigen.

 

Dem Reisende werden keine kostspieligen Lounges und aufwendige Bordmagazine zur Verfügung gestellt. Sitzplatzreservierungen und Umbuchungen sowie Stornierungen sind teilweise nicht oder nur auf eigene Kosten möglich. Dies alles zusammen minimiert Material- und Versandkosten, die direkt dem buchenden Fluggast zu Gute kommen.

 

Kostenlose Getränke und Snacks bieten die Billig-Fluggesellschaften nicht an. Trotzdem kann der Fluggast aus einem reichhaltigen Angebot aus Getränken und Snacks wählen – dieser Service ist allerdings kostenpflichtig. Dies birgt einen doppelten Spareffekt. Zum einen bringt der Bord-Verkauf noch einen zusätzlichen kleinen Gewinn, zum anderen wird die Toilette dann nicht so häufig von den Passagieren genutzt. So brauchen die Fluggesellschaften bei Mittelstreckenflügen, das Frisch- und Brauchwasser nur bei jeder zweiten Landung zu wechseln.

 

Neue Spar-Ideen

 

Steigende Kerosinpreise und größere Konkurrenz zwingen die Billig-Flieger jedoch, sich nach anderen Kosteneinsparpotentialen umzusehen.

Durch Werbeeinnahmen versuchen einige Airlines ihr Kapital aufzustocken. Andere handeln Vergünstigungen der Flughäfen aus und einigen sich beispielsweise auf Dauer-Niedriggebühren.

Auch beim Bau der Flugzeuge lassen sich Kosten einsparen. So plant man bereits Flugzeuge, die auf Abdunklungsvorrichtungen für die Fenster und verstellbare Sitze oder Kopfstützen verzichten.

Lässt man die Fluggäste nur mit Handgepäck reisen, hat das weitere Kostensenkungen zur Folge. Die aufwendige Gepäckaufgabe und ihr Sicherheitsscheck fallen somit weg und können die Gesamtkosten um ein Drittel reduzieren. Der nun zur Verfügung stehende Frachtraum, kann außerdem als zusätzliche Einkommensquelle genutzt werden.

 

Fixkosten bleiben

 

Einen großen Teil der Kosten für den Flugpreis, können die Fluggesellschaften nicht beeinflussen. Dieser umfasst vor allem die Steuern und Gebühren, die die Airlines an Behörden, Flughäfen und Versicherungen abführen müssen.

 

 Welche Steuern und Gebühren gibt es?

 

- 16 Prozent Mehrwertsteuer, jedoch nur auf innerdeutschen

  Strecken

 

- Flugsicherheitsgebühren, je nach Flughafen in

  unterschiedlicher Höhe

 

- Drittschadenshaftpflicht und Umlagen, eine für alle

  Fluggesellschaften zur Pflicht gewordene Versicherung, die

  Schäden an Dritten abdeckt

 

- Flughafen-/Luftverkehrssteuer, eventuell insbesondere im

  Ausland zu entrichtende passagierabhängige Steuer

 

- Flughafenentgelte/Abflughafen, passagierbezogen an die

  Flughafenbehörde des Abflughafens von der Fluggesellschaft

  zu entrichten

 

- Flughafenentgelt/Zielflughafen, passagierbezogen an die

  Flughafenbehörde des Zielflughafens von der Fluggesellschaft

  zu entrichten

 

Die einzelnen Posten können je nach Land und je nach Airport unterschiedlich sein!!


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