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Wundervolles Bern - Urlaub in der Brunnen-, Blumen- und Bärenstadt
Beim Urlaub in Bern trifft man häufig auf den Buchstaben "B".
Bären waren es wahrscheinlich, die der heutigen Hauptstadt der Schweiz zu ihrem Namen verholfen haben. Historische Brunnen - deren elf - aus Stein und Bronze mit prächtigen Säulen und bunt bemalten Figuren prägen seit dem 16. Jahrhundert das Bild der architektonisch einmalig angelegten mittelalterlichen Innenstadt. Brücken schliesslich - heute sind es ihrer elf - erlaubten gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts hin eine Expansion der Stadt aus ihren natürlichen, durch den grossen Aarebogen bedingten Grenzen hinaus.
Berns Altstadt ist sich aber treu geblieben. Sie hat ihren ursprünglichen, beispiellosen Charakter beibehalten, ohne dabei museal zu wirken. Bern ist eine lebensfrohe Stadt, mit vielen charmanten Geschäften, mit romantischen Restaurants, mit ruhigen Winkeln, aber auch mit einem grossen kulturellen Reichtum. Das „B“, das Bern auch in die Schlagzeilen der Weltpresse gebracht hat, ist der im Urlaub gassauf, gassab auffallende, Fenster und Plätze zierende Schmuck: Blumen. 1984 wurde Bern zur schönsten Blumenstadt Europas ernannt.
Bern - geschäftliches und politisches Zentrum
Banken, Büros, Verwaltungs- und Parlamentsgebäude gehören ebenso zu Bern wie etwa der Bärengraben und die altehrwürdigen Stadttore. Schliesslich laufen in der ca. 130’000 Einwohner zählenden Stadt, die seit 1848 Bundeshauptstadt ist, die politischen Fäden der Eidgenossenschaft zusammen. Von geschäftiger Hektik ist allerdings in Bern wenig zu spüren. Der Berner lässt sich kaum hetzen, er ist von Natur aus eher bedächtig, konservativ und gemütlich - langsam, wie andere Schweizer liebevoll zu witzeln pflegen - scheinbar verwandt und ähnlich dem eigenen Wappentier, dem Bären, wie schon verschiedentlich Schriftsteller festgestellt haben.
Bern - Stadt der Bären
Bären haben in Bern stets eine bedeutende Rolle gespielt. Seit Jahrhunderten hegen und pflegen die Berner immer mindestens ein solches Tier. Früher lag das Reich der Bären in den Stadtgräben, seit 1857 leben die putzigen Gesellen in einem grossen Zwinger unweit des Aareufers. Gäste und Einheimische leisten ihnen oft Gesellschaft und verwöhnen sie mit Nüssen, Feigen, Rüben und Früchten. Wenn jeweils an Ostern die jungen Bärlein im Bären-graben ihr Debüt geben, ist das für Bern allemal ein besonderes Ereignis.
Der rührige Bezug zum Bären - ihm begegnet man im ganzen Kanton sowohl auf Schildern von Gasthöfen und Firmen, wie auch auf Statuen, Bierflaschen, Patisserie und vielem mehr - wurzelt möglicherweise in einer Legende. Als Herzog Berchtold V. von Zähringen 1191 auf der damals bewaldeten Aarehalbinsel eine neue Stadt gründete, soll er sie nach dem ersten darauf erlegten Tier - eben einem Bären - benannt haben.
Berns Geschichte und die Altstadt
Wie dem auch sei, auf dem Hügel, den die Aare mit einem schützenden Bogen umschliesst, entstand im 12. Jahrhundert eine weitsichtig geplante, in ihren Ausmassen und ihrer genialen Gestaltung beeindruckende städtische Siedlung, die noch heute den seinerzeitigen Reichtum und die damalige Macht widerspiegelt. Berns Wille und Gewicht spielten im Laufe der Jahrhunderte nämlich oft eine wesentliche Rolle in der Geschichte Europas. Angesehene Berner wirkten an fremden Fürstenhöfen und machten als Soldaten, Feldherren oder Diplomaten ihren Einfluss geltend.
Die von Wohlstand, Weltoffenheit und Geschmack zeugenden Häuser erhielten ihre heutigen vornehmen, zumeist barocken Gesichter nach verschiedenen Stadtbränden im 14. bis 17. Jahrhundert. An der Substanz wurde nichts verändert. So schrieb z.B. J.W. Goethe während seiner Schweizerreise im Oktober 1779 über die Stadt Bern: „Sie ist die schönste, die wir gesehen haben“, ein Kompliment, dem sich noch heute weitgereiste Besucher anschliessen. Die Unversehrtheit der Berner Altstadt wurde dokumentiert, als sie neben anderen kulturellen Kleinoden wie Bauwerke in Rom, Florenz, Ägypten usw. zu einem Weltkulturgut der Vereinten Nationen erklärt wurde.
Berns Altstadt lässt sich auch heute, selbst bei Regenwetter noch trockenen Fusses entdecken und geniessen. Beidseits der breiten, gepflasterten, mit stilvollen Brunnen bestückten Hauptgassen, welche die ganze Halbinsel durchziehen, befinden sich Arkaden - auf einer Länge von 6 km! Unter den Arkaden oder wie die jüngsten Berner sagen, „im Rohr“, scheint - wie wohl eh und je - die pulsierende Lebensader der Stadt zu liegen. Krämer, Trödler, exquisite Antiquitätenläden, elegante Kleider-, Schmuck- und Schuhgeschäfte, Boutiquen in Kellergeschossen, Strassencafés, lauschige Restaurants in Hinterhöfen und Kellern, Bänke und Treppenstufen laden zum Verweilen, Sichausruhen, Plaudern oder Einkaufen ein. Ist Petrus gnädig, kann man auch per Kutschenfahrt „gäbig“ (Berner Ausdruck für bequem) flanieren.
Tipps für den Urlaub in Bern
Berns Schönheit und Entwicklung lässt sich am besten vom Rosengarten - der hält, was sein Name verspricht...! - aus überblicken. Aus der faszinierenden Dachlandschaft sticht neben dem Münster der Zytgloggeturm heraus. Der Turm, nach dessen Schlaguhr jahrhundertelang alle Berner Uhren gerichtet worden sind, war Berns erstes westliches Stadttor.
Heute kann kein Besucher die Bundesstadt verlassen, ohne das jeweils vier Minuten vor dem Stundenschlag beginnende Figurenspiel und die Astronomische Uhr mit Augen und Ohren genossen zu haben. Der Achse gegen Westen folgend, fällt eine weitere Feste auf. Der Käfigturm - sein Name verrät seine Geschichte... - steht an der Stelle des zweiten Westtors, das nach einer Stadterweiterung durch Peter II. von Savoyen nötig wurde. Nicht mehr erhalten ist der Christoffelturm, der die letzte Etappe abschloss - er fiel im letzten Jahrhundert dem mehr und mehr aufkommenden Verkehr zum Opfer.
Besonders günstig für Verkehrsverbindungen liegt Bern, seitdem das Zeitalter des Brückenbaus anbrach. Während 600 Jahren führte als einziger fester Übergang die alte Untertorbrücke über die Aare ins Stadtzentrum hinein. Heute ist Bern eine Brückenstadt geworden. Elf seit dem Ende des letzten Jahrhunderts entstandene Hochbrücken - darunter die imposanten Stahlkonstruktionen beidseits des alten Stadtkerns - ermöglichten eine Expansion, die zu den modernen Wohnsiedlungen sowohl im Westen als auch im Osten der Stadt führte.
Bern ist jedoch Kernstadt geblieben, auch für die Dörfer in der sie umgebenden reichen, fruchtbaren Landschaft. Noch immer bringen die Bauern der Umgebung ihre Erzeugnisse auf den städtischen Markt, der bis zur stolzen Fassade des Bundeshauses vordringt und in seiner Grösse und Vielfalt ein wahre Augenweide darstellt. Hier lassen sich Hausfrauen wie Küchenchefs renommierter Restaurants inspirieren, sei es zu überlieferten, urchigen Gerichten oder zu delikaten, feinen, den modernsten kulinarischen Vorstellungen gerecht werdenden Menükombinationen. So oder so, in Bern können auch gastronomische Höhenflüge erlebt werden. Eine ganze Handvoll Restaurants sind im wahrsten Sinne des Wortes ausgezeichnet - u.a. auch von Gault et Millau und Michelin.
Einmal im Jahr wird der Berner Markt zu einem Volksfest: Der „Zibelemärit“(Zwiebelmarkt) im November ist für Bern, was für Rio der Karneval oder für München das Oktoberfest. Bernbesucher sollten sich ebenfalls Zeit nehmen für einen Blick ins Hinterland. Hierzu bietet sich der Hausberg Gurten geradezu an. Er ist in kurzer Zeit mit einer Standseilbahn zu erklimmen. Beeindruckt von den grünen Wellen des Alpenvorlandes und den schnee- und eisbedeckten Viertausendergipfeln, kommt hier vielleicht der Wunsch auf, auch diese weitere Umgebung Berns kennenzulernen. Halb- oder Ganztagesausflüge auf das weltberühmte Jungfraujoch, ins gebirgige Grimsel- oder Sustengebiet, auf die lieblichen Jurahöhen, an die charaktervollen Gestade von Bieler-, Brienzer- oder Thunersee oder ins bodenständige, durch Jeremias Gotthelf und den Käse bekannte Emmental werden bestimmt zum unvergesslichen Erlebnis.
Bern ist eine Stadt, in die man sich ohne weiteres verlieben kann. Wie in einen attraktiven Jüngling oder in eine interessante, schöne Frau. Vorzüge, die bei einem Lebensgefährten geschätzt werden, bietet die Stadt in geradezu überschwenglicher Weise: sie hat einen Achtung gebietenden Stammbaum, der Persönlichkeiten aufweist, die weit über die Stadtgrenzen hinaus Rang und Namen besassen und jene Züge prägten, an denen man eine wahre Dame oder einen Gentleman erkennt. Bern ist stolz, schön, gut gebaut, lebhaft und erfreut sich eines unverdorbenen, erobernswerten Herzstücks. Charme, Gemüt, Wärme, Freundlichkeit und Humor sind weitere Merkmale, die man auch an einem lieben Freund oder an einer Geliebten zu schätzen weiss. Wie ein unkomplizierter Partner ist die Stadt unterhaltsamem Tun, sei es Sport, Tanz, Unterhaltung oder einem volkstümlichen Fest, nicht abgeneigt, was das entsprechende und ansprechende Angebot beweist. Den Bildungs- und Kulturhunger vermögen Theater, Konzertlokale, Universität, Bibliotheken, Museen und wissenschaftliche Institute zu stillen. Bern steht zu seiner landverbundenen, mit französischem Blut vermischten Verwandtschaft, zu seinen auf Denkmälern in Parkanlagen und auf Plätzen verewigten Vorfahren und häuslichen Tugenden. Diese äussern sich nicht zuletzt in den geraniengeschmückten Fenstern und im üppigen Blumenschmuck auf den Boulevards der ehemaligen Stadtgräben und Bollwerke. Bern hat man gern. Wie ist ihm auf die Spur zu kommen? Vielleicht sucht der Eroberer oder die Entdeckerin auf eigene Faust auch weniger bekannte, jedoch nicht minder interessante Besonderheiten Berns ausfindig zu machen.
Vielleicht lässt er oder sie sich auch gerne von alten Bern-Fans Auskünfte, Hinweise und (Geheim-) Tips geben. Zu haben sind sie unter anderem im Büro des Bern Tourismus’ im Bahnhof.
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