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Museen in Berlin

Alte Nationalgalerie auf der Museumsinsel. Foto: © BTM / Koch
Das Museumsangebot in Berlin zieht jährlich viele Millionen Besucher an. Die Berliner Museen sind wahre "Global Players": Sammlungen mit Schätzen der Weltkultur wie der Pergamonaltar, die schönste "Berlinerin" - Nofretete -, Werke von Giotto bis Coreggio, von Breughel bis Caspar David Friedrich, von Joseph Beuys bis hin zu "Jungen Wilden" wie Baselitz machen die Stadt zum Mekka für jeden Kunstfreund.
Die spektakulären Museums-Neueröffnungen der letzten Jahre - die Berggruen-Sammlung im Stülerbau mit der Dauerausstellung "Picasso und seine Zeit", das Museum der Gegenwart im Hamburger Bahnhof oder aber der Neubau der Gemäldegalerie am Kulturforum Tiergarten mit Kunst vom 13. bis ins späte 18. Jahrhundert - haben Berlin bereits Ende der Neunziger Jahre als Kunstmetropole auch international den Durchbruch gebracht.
Die Berliner Museumslandschaft bleibt aber weiterhin in Bewegung: Im März 2000 ist das Museum für Post und Kommunikation wiedereröffnet worden, das auf das älteste Postmuseum der Welt zurückgeht und im aufwändig sanierten wilhelminischen Prachtbau an der Leipziger Straße in neuem Glanz erstrahlt. Aber auch der Potsdamer Platz erhielt musealen Zuwachs. Nachdem im Februar 2000 die Berliner Filmfestspiele zum ersten Mal am Potsdamer Platz stattfanden, öffnete im September 2000 das Filmmuseum Berlin am Potsdamer Platz im Sony-Center die Tore.
Das größte Interesse zieht freilich Marlene Dietrich auf sich, der die zentralen Räume der Ausstellung gewidmet sind und deren Nachlass die Deutsche Kinemathek hier erstmals dauerhaft der Öffentlichkeit zugänglich macht. 2001 hätte die Diva ihren 100. Geburtstag gefeiert. Die Lebensgeschichte der Dietrich wird in vielen Stationen lebendig: als Star des "Blauen Engels" während der Weimarer Republik, als Reisende nach Amerika in den 30er Jahren und als Star in Hollywood. Eines der Highlights: handschriftliche Billetts und Grußkarten von Erich Maria Remarque und Jean Gabin mit Liebeserklärungen an Marlene.
Wer sich für Design interessiert, musste sich bis vor kurzem in Berlin mit dem Untergeschoss des Kunstgewerbemuseums am Kulturforum begnügen, wo die Abteilung Kunsthandwerk des 20. Jahrhunderts auch vorbildliche Industrieprodukte präsentiert. Eine ideale Ergänzung hierzu ist die im Juli 2000 eröffnete Dependance des Vitra Design Museums, ein Ableger des Vitra Design Museums in Weil am Rhein bei Basel.

Das Jüdische Museum, entworfen von Daniel Libeskind. Foto: © BTM / Drewes
Ein Museum ist bereits vor seiner Eröffnung zum Publikumsmagneten geworden. Es handelt sich um den von Daniel Libeskind entworfenen spektakulären Neubau des Jüdischen Museums an der Lindenstraße. Am 9. September 2001 wurde hier Europas größtes jüdisches Museum eröffnet: Gezeigt wird eine Dauerausstellung über die Geschichte der deutschen Juden und die Wechselbeziehungen von Judentum in Deutschland und europäischem Umfeld. Hunderte von Familienstücken wurden bisher aus dem Besitz von Emigranten aus der ganzen Welt gespendet: das Haus an der Lindenstraße ist zugleich Archiv und Gedächtnis, es soll die Erinnerung deutscher Juden bewahren.
Hatte die spektakuläre Eröffnung des Jüdischen Museums im vergangenen September für weltweites Aufsehen gesorgt, so erhielt die Berliner Museumslandschaft im Dezember ein nicht minder prominentes Juwel zurück: die Alte Nationalgalerie auf der Museumsinsel. Der imposante Bau mit seiner glanzvoll wieder hergestellten architektonischen Schönheit ist das Prunkstück im Ensemble der Berliner Museumsinsel. Am 2. Dezember 2001 öffnete die Alte Nationalgalerie feierlich ihre Pforten mit der neu gestalteten Sammlung, ganz der Kunst des 19. Jahrhunderts gewidmet. Damit ist die erste Etappe der Sanierung realisiert, bis 2010 werden die weiteren Bauten auf der Museumsinsel gemäß dem Masterplan nach und nach saniert. Dann wird das weltweit einmalige Museumsensemble, von der UNESCO jüngst auch in die Liste der Welterbestätten aufgenommen, im neuen Glanz erstrahlen und ein kulturhistorisches Panorama vom Alten Ägypten bis zum Ende des 19. Jahrhunderts aufspannen. Mit einem Investitionsvolumen von über 2,5 Milliarden DM ist die Berliner Museumsinsel Deutschlands größtes kulturelles Investitionsprojekt.
Rund 300 Galerien machen Berlin zu einem Zentrum der internationalen Kunstszene und des internationalen Kunstmarktes. Die Bedeutung des Berliner Kunstmarktes lässt sich auch am Erfolg der jüngsten internationalen Kunstmesse ersehen, dem art forum berlin, das im Herbst 2001 zum sechsten Mal stattfand und dabei ist, der Kunstmesse in Köln den Rang abzulaufen.
