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Belgien - Lebensfreude und Lust am Essen
Lebensfreude und Lust am Essen haben in Belgien eine lange Tradition. Dort gibt es das einzige Museum Europas, das der Kartoffel gewidmet ist. Außerdem ist das Land berühmt für seine vielfältige Bierkultur - doch Belgien hat noch viel mehr kulinarische Genüsse zu bieten.
Die Spezialität der Ardennen sind die "salaisons" (Pökelerzeugnisse), die als "charcuterie" (haltbare Schweinefleischprodukte) in ungeahnter Vielfalt angeboten werden: als "Jambon d'Ardenne", "Jambon fume", "Jambon seche", "Jambon cuit", "Noix de boucher", "saucisse", "collier" oder "pipes".
Als "Ardenner Schinken" darf sich übrigens nur der Hinterschinken vom Schwein nennen, der nach dem Abreiben mit Trockensalz, nach der Reifung in einer Mischung aus Salz und Gewürzen und nach dem Räuchern in einer Mischung aus Eichen- und Buchenholzspänen sowie Wacholderbeeren und Aromastoffen eine entsprechende Zeit getrocknet wurde.
Typische Ardenner Produkte sind auch die in Keramik-, Porzellan- oder Kupfertöpfchen der unterschiedlichsten Formen präsentierten Wild- oder Leberpasteten mit grünem Pfeffer, mit Champignons, mit Äpfeln, mit Nüssen, mit Bier oder mit Chicoree. Letzteres ist übrigens ein Gemüse, das in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Belgien entdeckt worden ist.
Belgien gilt als das Land mit der individualistischsten Bierkultur der Welt. Dazu tragen in hohem Maße die Trappistenbiere bei. Bekannt ist das Kloster Orval im Süden der Provinz Luxemburg, das nach altem Rezept ein Starkbier aus drei Malzsorten herstellt. Die größte und bekannteste Klosterbrauerei des Landes wurde 1850 in Chimay gegründet. Neben den obergärigen flaschengereiften Starkbieren stellen die Mönche auch einen berühmten Klosterkäse her. Es soll in Belgien übrigens mehr Käsesorten geben als das Jahr Tage hat. Oft sind es Erzeugnisse von kleinen Käsereien, die nur am Ort oder in der Region verkauft werden.
Kulinarische Reise durch die wallonischen Provinzen
Zwar ist in der Wallonie die Küche sehr französisch orientiert und geprägt, doch erfreut sich seit etwa zehn Jahren die Regionalküche, die „cuisine du terroir", zunehmender Beliebtheit.
Die waldreiche Provinz Luxemburg ist ein Paradies für Liebhaber von Wildgerichten. Die Restaurants wetteifern um die beste Zubereitung von Wildschweinbraten oder Rehrücken.
Und in dieser Region sind die "salaisons" zu Hause, deren artisanale Herstellung zum Beispiel in einem alten Atelier mit Räucherkammer in La Roche-en-Ardenne gezeigt wird. In Durbuy stellt eine "confiturerie artisanale" neben rund 40 Konfitüren Gelees auch aus Blumen und Wildfrüchten her.
Spezialitäten der Provinz Lüttich sind der seit 1996 europaweit als "Appellation d'Origine Controlee" anerkannte stark riechende, aber gut schmeckende Herver Käse, der Apfel- und Birnensirup aus Aubel und die drei Mineralwasser von Spa, Chaudfontaine und Bru-Chevron. Im Ortszentrum von Engis bei Huy zeigt das "Musee de la Gourmandise" etwa 600 Objekte und 12 000 Bücher zum Thema Gastronomie.
In der Provinz Namur werden jährlich 70 000 Enten gezüchtet. Die Vorliebe für Schnecken vor allem der Sorten "Gros Gris" und "Petit Gris" soll mit der sprichwörtlichen Langsamkeit der Namurois zu tun haben. In Warnant bei Yvoir steht "La Maison de l'Escargot" („Das Schneckenhaus"). Im "Musee des bieres beiges" in Lustin sind 7000 belgische Bierflaschen und -gläser, Bierdeckel, Aschenbecher und Plakate zu sehen.
In der Provinz Hennegau ist die Spezialität "Escaveche" eines der überraschendsten Gerichte der Wallonie. Von den spanischen Truppen im 16. und 17. Jahrhundert eingeführt, wurde dieses ursprünglich persische Gericht auf Fischbasis der Region angepasst. Beliebt sind hier auch Forellen und Aal.
Belgien ist das Land der Kartoffeln und der Pommes frites. In dem Städtchen Genappe, in der Provinz Wallonisch-Brabant, steht das einzige Museum in Europa, das der berühmten Knolle gewidmet ist.


