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Reise ins Baskenland: San Sebastian
Für uns war leider die Fiesta de la Vendimia de Rioja Alavesa vorbei, wir mussten weiterfahren. Es ging in Richtung San Sebastian, an Pamplona vorbei, wieder über das Gebirge.
Am späten Nachmittag kamen wir in San Sebastian an. Es herrschten hochsommerliche Temperaturen, ideal um noch schnell in das 21 Grad warme Wasser der Biskaya zu springen. Herrlich nach der Busfahrt.
Der Strand von San Sebastian war für einen Septembertag sehr gut besucht, unsere Stimmung ausgezeichnet. Der Blick über die wunderschöne Bucht war eindrucksvoll. Brasilienkenner sagen oft: "Wie Rio de Janeiro in Klein".
Gegen sieben Uhr leerte sich der Strand und auch uns zog es weiter.
Wir wollten uns die Stadt ein wenig anschauen und - natürlich - auch wieder mal etwas essen: Wo, wenn nicht in San Sebastian? Das Baskenland und vor allem die Stadt ist die Hochburg des guten Essens, ist doch San Sebastian der Ort mit der höchsten Michelin-Sterne-Dichte der Welt (auf den Quadratkilometer bezogen).
Dies liegt sicherlich an der Leidenschaft gut zu kochen und für gutes Essen den angemessenen Preis zu bezahlen, an der Nähe zum Feinschmeckerland Frankreich und an den guten Produkten des Baskenlandes.
Mit etwas Fantasie, Übung und Liebe zum Kochen kann man aus fangfrischen Fischen, Meeresfrüchten, aromatischen Obst- und Gemüsesorten aus dem südlichen Landesteil, aus Pilzen, Kräutern, Fleisch und Wildbret aus den Pyrenäen vieles zaubern.
Auch wenn die Basken nicht jeden Tag selber kochen und ein Sternerestaurant besuchen können, so wollen sie doch immer gut essen. Das tun sie dann in den Pinchos-Bars. Pinchos (baskisch Pintxos) sind das baskische Gegenstück zu den bekannten Tapas. Oft werden die kleinen Meisterwerke durch Zahnstocher zusammengehalten. Ursprünglich war die Basis immer Weißbrot, aber heute nimmt man das nicht mehr so genau.
Viele Gäste trinken den typischen Txakoli, aber auch Sidra (Apfelwein), Bier und diverse Weine sind im Angebot. Die Inneneinrichtungen der Bars kann hell und modern sein, oder auch traditionell, mit viel Holz und unter der Decke hängenden Schinken. Abwechslung ist garantiert.
Der nächste Tag sah uns früh auf dem Markt von San Sebastian. Obwohl Montag war und nicht alle Stände geöffnet hatten: das Angebot und seine Qualität waren super. Nach einigen Fotos und Einkäufen ging es in eine Pintxos-Bar und dann weiter in Richtung Hondarribia an der Grenze zu Frankreich.
Hondarribia ist ein kleines Städtchen mit etwa 15.000 Einwohnern. Seine Altstadt mit den malerischen, reich mit Blumen geschmückten Häusern ist noch von einer vollständig erhaltenen Stadtmauer umgeben.
Die Häuser erinnern eher an die Alpen, weniger an Spanien. Allerdings ist das Meer nur wenige Meter entfernt. Bade- und Wassersportmöglichkeiten sind in Hondarribia reichlich vorhanden.
Restaurant Arroka Berri
Allerdings zogen dunkle Wolken auf, gut das wir einen Tisch im Restaurant Arroka Berri reserviert hatten. Es war unser letztes Mahl im Baskenland (für diesmal) und - das machte den Abschied noch mal so schwer - das beste.
Die ersten Gänge waren Gaspacho mit Melonenspießchen, Salat mit Ziegenkase, Jakobsmuscheln und Gänseleber auf einem Wildpilzrisotto. Zum Hauptgericht hatte man die Qual der Wahl. Ich schwankte zwischen Ochsenschwanz, Calamaris in eigener Tinte, Ochsenkotelett und Seeteufel mit Venusmuscheln und Langostinos und entschied mich für letzteres.
Zum Abschluss gab es noch eine Dessertauswahl, Kaffee, Digestif und Gebäck und schon ging es ab zum Flugplatz.
Vier Tage, an denen alle Sinne aufs Angenehmste gefordert waren, gingen dem Ende entgegen.
Text und Bilder: Hans-Joachim Franzen
Gourmetreise ins Baskenland (Teil 1)
Gourmetreise: Fiesta in Rioja Alavesa (Teil 3)
Gourmetreise: San Sebastian (Teil 4)
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