ITALIEN - URLAUB IM PIEMONT
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Urlaub in Asti - Mittelalter beim Palio erleben
Auf einer Anhöhe zwischen den Flüssen Tanaro und Borbore liegt Asti, umgeben von Hügelland, Weinbergen und Schlössern. Ihre erste Blütezeit erlebte die Stadt bereits im Mittelalter, zu Zeiten, als Turin noch eine Kleinstadt war. Die Spuren dieser vergangenen Welt sind heute noch im historischen Stadtkern zu sehen. Im Rot der Backsteine und im Gelb des Tuffsteins leuchten Zinnen-Türme, Paläste und Klöster. Die altehrwürdigen Gebäude bilden den idealen Rahmen für das berühmte "Palio", das Pferderennen, das traditionell am dritten Sonntag im September abgehalten wird.
Den ursprünglich ligurischen Ort benannten die Römer nach der Eroberung im 1. Jahrhundert "Hasta". Der Aufstieg Astis zu einer der reichsten und mächtigsten Städte Italiens begann als Herzogtum unter den Longobarden, später wurde es dann zu einer fränkischen Grafschaft.
Schon im 11. Jahrhundert war der Bischofssitz Asti die wichtigste Gemeinde Piemonts. Durch das Recht Münzen zu prägen wurde die Stadt zu einem großen Handelszentrum mit Beziehungen nach Frankreich, Flandern und Großbritannien.
Zahlreiche Herrscher regierten die Stadt: nach den Markgrafen von Monferrato die Adelshäuser der Familien Visconti, Orleans, Sforza und der Habsburger. Unter der Vormacht der Savoyer folgte eine kurze aber glanzvolle Epoche, in der Asti im Juli 1797 zur Republik wurde. Während der Belagerung der Franzosen Hauptstadt des Departements des Tanaro, kehrte Asti 1814 schließlich wieder unter die Vorherrschaft der Savoyer zurück.
Obgleich Asti im Laufe zahlreicher Kriege und Belagerungen mehrmals zerstört und in Brand gesteckt wurde, sind viele der einhundertundzwanzig Stadttürme aus dem 13. Jahrhundert sowie zahlreiche mittelalterliche Bauten erhalten geblieben. Ihre besondere Faszination wird durch den auf Tuffstein und Ziegel beruhenden eleganten Stil hervorgerufen, eine charakteristische Eigenart der lokalen Baumeisterkunst. Doch auch Gebäude aus dem Rinascimento und dem Barock belegen die einstmalige Bedeutung der Stadt.
Das prachtvollste gotische Monument Piemonts ist die Kathedrale von Asti. Ihr Glockenturm entstammt romanischer Bauweise und in ihrem Inneren sind Gemälde des Renaissancekünstlers Gandolfino von Rotero ausgestellt. Auch die Kollegiatkirche San Seconda ist ein gotisches Meisterwek, erbaut zwischen dem 13. und dem 15. Jahrhundert. Das bedeutendste Romanische Bauwerk Astis ist die Rotunde von San Pietro, die aus dem Baptisterium und einer Kirche mit viereckigem Grundriss zusammengesetzt ist. Sie beherbergt das archäologische und paläontologische Museum.
Dem bedeutendsten Bürger der Stadt, dem Dichter Vittorio Alfieri wurde ein Museum gewidmet: In seinem Geburtshaus können eine kostbare Büchersammlung, Porträts und Erinnerungsstücke bewundert werden. Im historischen Stadtkern, unter den Säulengängen, reihen sich antike Geschäfte und die Cafes, mit Fresken im Jugendstil bemalt, in denen man Wein, Maronen, Pralinen und andere typische Delikatessen des Monferrato genießen kann. (dsp)


